Deutschland macht Grenzen teilweise dicht

16. März 2020 um 10:43 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

FRANKFURT. Wie zu erwarten hat Deutschland die Grenzen zu einigen Nachbarländern für Reisende geschlossen. Der Lieferverkehr soll normal weiterlaufen, allerdings kommt es auch hier bereits zu Einschränkungen.

Seit heute Morgen (16.3.) hat Deutschland die Grenzen zu den Nachbarländern teilweise geschlossen. Dies gilt zunächst für die Grenzübergänge zu Österreich, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz, es ist allerdings wahrscheinlich, dass weitere Länder folgen werden. In größtem Maße betreffen die Sperrungen Reisende, wie Bundesinnenminister Seehofer gestern Abend mitteilte. Diese können Deutschland in der nächsten Zeit nur noch mit einem „triftigen Reisegrund“ besuchen.

Engpässe in Supermärkten

Der Lieferverkehr geht zurzeit noch ohne größere Einschränkungen weiter, allerdings finden, wie mittlerweile an fast allen europäischen Grenzen, stichprobenartige Überprüfungen der LKW-Fahrer statt, die bei dem Verdacht einer Coronainfektion die Grenze nicht überqueren dürfen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen weist zudem darauf hin, dass es durch die großen Verzögerungen aufgrund der Kontrollen (am Brenner beispielsweise stauen sich die LKW teilweise bis zu 60 km) durchaus bereits zu Engpässen bestimmter Produkte in den Supermärkten kommen kann. Da Deutschland Experten zufolge erst am Anfang der Krise steht, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wird, dürfte es hier in naher Zukunft noch zu größeren Problemen bezüglich der Produktion und Logistik kommen. Im Laufe des Tages will von der Leyen einen Vorschlag unterbreiten, wie die Kontrollen an den EU-Grenzen vereinheitlicht und vereinfacht werden können. Auf Nachfrage bestätigte der Deutsche Zoll erneut, vom Robert-Koch-Institut die Information erhalten zu haben, dass das Virus über importierte Lebensmittel mit großer Sicherheit nicht übertragen werden kann.

Arbeitsbedingungen werden angepasst

Wie Mundus Agri von einem deutschen Speditionsunternehmen erfahren hat, werden die Arbeitsbedingungen ähnlich wie in Italien angepasst. Die Arbeit findet fortan in Schichten statt, sodass in kleineren Gruppen gearbeitet werden kann. Die Mitarbeiter, bei denen die Möglichkeit besteht oder die sich um kleine Kinder kümmern müssen, arbeiten im Home Office. Das alles kann zu Verzögerungen führen, ist aber unabdingbar, um eine weitere Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
12.05.2026
BRÜSSEL. Nachdem die Ausgaben im vergangenen Jahr stark angestiegen waren, hat sich das Blatt bei den EU-Nussimporten im ersten Quartal 2026 gewendet. Mit etwas mehr als 2 Mio. EUR liegt der Gesamtwert der Ausgaben um fast 2% unter dem des ersten Quartals 2025.
Nüsse
30.04.2026
TEHERAN. Vor dem Krieg und dem darauffolgenden Beginn der Blockade waren die Exporteure im Iran stark auf die Straße von Hormus angewiesen. Der Transport stützt sich nun auf ein alternatives Netz aus Häfen und Grenzübergängen. Hinzu kommt, dass die fast vollständige Abschaltung des Internets den Handel weitgehend lahmgelegt hat.
Ankündigungen und Verordnungen
25.03.2026
BRÜSSEL. Die EU und Australien haben ihre Verhandlungen über ein ehrgeiziges Freihandelsabkommen (FTA) abgeschlossen. Zudem gaben sie die Gründung eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft bekannt. Beide Seiten vereinbarten außerdem, förmliche Verhandlungen über die Assoziierung Australiens mit „Horizon Europe“, dem weltweit größten Programm für Forschung und Innovation, aufzunehmen.
Nüsse
11.03.2026
SACRAMENTO. Durch die sich zuspitzende Transportkrise im Nahen Osten ist der Warenverkehr weitgehend lahmgelegt. Auch die Nachfrage ist ein Problem, da die Region ein wichtiger Abnehmer für Walnüsse, Mandeln, Pekannüsse und Pistazien aus den USA ist. Die Ölpreise stiegen am Montag auf über 100 USD/bbl.