Wer denkt noch an den Klimaschutz?

22. Juli 2020 um 14:21 , Der AUDITOR
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BERLIN. Alle Augen sind derzeit auf die Entwicklung der Corona-Pandemie gerichtet und der Klimaschutz gerät immer mehr in Vergessenheit. Das Bundesumweltministerium und die Internationale Klimaschutzinitiative wollen dem entgegenwirken.

Nicht in alte Muster fallen

Neben vielen weiteren Gebieten stellt die derzeitige Corona-Pandemie auch den internationalen Klimaschutz vor enorme Herausforderungen. Die Abholzung des Regenwaldes ist in den vergangenen Monaten noch einmal bedrohlich angestiegen, die Wilderei nimmt merklich zu, weil durch Quarantänemaßnahmen ein adäquater Schutz kaum noch möglich ist. Das Augenmerk liegt nun größtenteils darauf, wie die Wirtschaft wieder angekurbelt werden kann, und hier müssen entscheidende Fehler vermieden werden. Statt auf fossile Brennstoffe und veraltete Strategien zurückzugreifen, darf der Klimaschutz bei diesem Neustart keinesfalls vergessen werden; im Gegenteil, er sollte einer der zentralen Punkte werden. Aus diesem Grund hat das Bundesumweltministerium (BMU) ein rund 68 Mio. EUR schweres Maßnahmenpaket zusammengestellt, das in 29 Projekte in 25 Ländern fließen soll. Die Mittel stammen aus der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und sind bestimmt für die Soforthilfe für Schutzgebiete und Biodiversitäthotspots. Das soll nicht nur den klimafreundlichen Neustart ermöglichen, sondern auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Pandemien erhöhen. Dazu Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: „Bei der Bewältigung der COVID-19-Pandemie setzen wir auf europäische und internationale Solidarität. Dabei ist es besonders wichtig, dass Länder ihre kurzfristigen Gesundheitsausgaben in der aktuellen Krise nicht gegen Klimaschutz und Artenvielfalt abwägen müssen, sondern dass Klimaschutz und Biodiversität einen ganz wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung weltweit leisten. Dabei wollen wir mit unseren Projekten helfen."

Individuelle Hilfe bei Projekten

Das BMU stockt dabei besondere Projekte auf und investiert unter anderem in ökonomische Beraterinnen und Berater, die die Finanz- und Planungsministerien bei der Ausgestaltung klima- und biodiversitätsfreundlicher Konjunkturprogramme unterstützen. Bewiesenermaßen treten Viruspandemien immer häufiger auf, weil der Lebensraum und damit die Biodiversität stark zurückgehen. Das erhöht die Gefahr der Übertragung von Tieren auf Menschen, der sogenannten Zoonose. Zum Schutz davor werden Projekte gefördert, die Arbeitsplätze in Schutzgebieten sichern, um Wilderei und Abholzung einen Riegel vorzuschieben. Die angesprochenen Projekte zielen auf die jeweiligen Bedürfnisse des entsprechenden Landes ab. Einige Beispiele sind dabei

- Soforthilfemaßnahmen für Naturschutzgebiete und Biodiversitätshotspots zum Erhalt ihrer Schutzleistungen

- Stabilisierung der Wirtschaft durch beschäftigungsfördernde Klimaschutzprojekte

- Finanzierung von Wirtschaftsberaterinnen und -beratern für eine klimafreundliche Ausrichtung der Konjunkturprogramme

- Pandemieprävention

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesumweltministeriums.

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