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DBV: Sinkende Erzeugerpreise für Rohmilch sind nicht gerechtfertigt

3. Februar 2021 11:04, Der AUDITOR
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BERLIN. Deutsche Molkereien haben angekündigt, die Erzeugerpreise für Rohmilch im Februar zu senken. DBV-Vizepräsident Karsten Schmal erklärt, warum das der aktuellen Marktlage komplett widerspricht.

Notierungen für die meisten Milchprodukte sind gestiegen

Einige größere Molkereien in Deutschland haben für Februar angekündigt, die Rohmilchpreise für deren Erzeuger zu senken. Der Vizepräsident des Deutschen Bauerverbandes (DBV) und Milchbauernpräsident Karsten Schmal reagiert hierauf mit deutlicher Kritik: „Im Dezember lagen die Auszahlungspreise für uns Milchbauern deutschlandweit durchschnittlich bei 33 Cent je Kilogramm Rohmilch. Im Vergleich zum Dezember sind die Notierungen für fast alle Milchprodukte bis heute national und international zum Teil deutlich gestiegen – die Molkereien sind im Moment also grundsätzlich in der Lage, ein Mehr an Wertschöpfung zu generieren. Aktuelle Ankündigungen von größeren Molkereiunternehmen, die Auszahlungspreise im Februar zu senken, sind deshalb angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Milchviehhalter nicht nur ein fatales Signal, sondern auch nicht nachvollziehbar. Ich erwarte eine zeitnahe Korrektur dieser Preisrücknahmen!“

Kaum finanzielle Unterstützung für mehr Tierwohl

Schmal kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels: „Auch die abgeschlossenen Butterkontrakte zum Jahreswechsel zwischen Molkereien und den Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels entsprechen nicht dem aktuellen Marktverlauf: Abgepackte Butter ist das einzige Milchprodukt, dessen Preisnotierung seit Dezember auf Grund des desolaten Kontraktabschlusses nachgegeben hat. Gleichzeitig sehen wir von Seiten des Lebensmitteleinzelhandels kaum Bereitschaft, für ein Mehr an Tierwohl und Tiergesundheit den Milchbauern auch eine längerfristig verlässliche finanzielle Vergütung des Mehraufwands zu gewährleisten. Aussagen von Verbänden und Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels, ein Interesse an einer zukunftsfesten deutschen Landwirtschaft zu haben, dürfen nicht mehr als ein – im wahrsten Sinne des Wortes – billiges Lippenbekenntnis sein.“

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