Corona: „Die Überlebenden waren immun, die anderen tot."

9. Oktober 2020 um 12:23 , Der AUDITOR
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BERLIN. Solange das Virus existiert, kann es jede und jeden von uns treffen. Aus der Rede anlässlich der 75. Generalversammlung der Vereinigten Nationen vom Bundesminister des Auswärtigen, Heiko Maas.

„Die Überlebenden waren immun, die anderen tot." So lapidar beschreibt ein deutscher Medizinhistoriker das Ende der Spanischen Grippe vor einhundert Jahren. So lapidar, dass es einen erschrecken lässt beim Blick auf die Pandemie, die unsere heutige Welt fest im Griff hat. 30 Millionen Menschen haben sich bereits mit dem Covid-19-Virus infiziert, fast eine Million Menschen sind gestorben und die längerfristigen Folgen – Hunger, Armut, Flucht und Konflikte – beginnen gerade erst, uns zu erreichen. Und doch: 2020 ist nicht 1920. Geschichte wiederholt sich nicht – wenn wir es nicht zulassen.

Solange das Virus existiert, kann es jede und jeden von uns treffen
Wir haben die Wahl, und kaum etwas macht dies so deutlich wie die Erfahrungen, die wir in der Corona-Pandemie gesammelt haben. Sie zeigen einerseits: Mangelnde Transparenz, Desinformation und Verschwörungstheorien können töten, andererseits aber weisen sie auch einen Weg aus der Krise: Es ist der Weg der Vernunft, der sich auf wissenschaftliche Expertise stützt. Der Weg der Kooperation, der auf gemeinsame Regeln baut. Regeln, an die wir alle uns halten müssen. Solange das Virus existiert, kann es jede und jeden von uns treffen. Darum gilt: Nur wenn wir die Pandemie überall auf der Welt unter Kontrolle bringen, werden wir sie auf Dauer überwinden. Die Betroffenen gehören ins Zentrum all‘ unserer Anstrengungen. Und die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten darf kein Wettlauf sein, kein Schönheitswettbewerb.

Mögliche Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19 fair verteilen
Deshalb hat Deutschland in diesem Jahr bereits mehr als drei Milliarden Euro für die globale Krisenbewältigung bereitgestellt – mit einem besonderen Fokus auf den Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation, dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Und als größter Exporteur pharmazeutischer Produkte bekennen wir uns klar dazu, mögliche Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19 fair zu verteilen – als ein "global public good".

 

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