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Cashews: Verarbeiter kämpfen mit Rohwarenknappheit

18. Juni 2024 um 12:03 , Der AUDITOR
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HANOI/NEU-DELHI. Das knappe Angebot an rohen Cashewnüssen stellt die vietnamesischen Verarbeiter und Exporteure vor große Herausforderungen. Deutschlands Importe halten sich währenddessen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Rekordpreise für Rohware

Wie die Vietnam Cashew Association (Vinacas) berichtet, haben die Rohwarenpreise im Land ein neues Rekordhoch erreicht. Rohe Cashewnüsse, die an Fabriken und Verarbeitungsbetriebe verkauft werden, kosten zwischen 41.000 und 43.000 VND/kg, das entspricht etwa 1,50-1,58 EUR/kg. Der Grund dafür ist das knappe Angebot; zum einen ist die Anbaufläche in Vietnam geschrumpft, zum anderen hat das heiße und trockene Wetter sich sowohl auf die Erntemenge als auch auf die Qualität der Nüsse ausgewirkt.

Auch Preise in Afrika steigen

Die Verarbeiter in Vietnam sind nicht erst seit diesem Jahr auf hohe Importe angewiesen, um die globale Nachfrage zu decken und dafür zu sorgen, dass Vietnam weiterhin auf Platz 1 der Exporteure für Cashewkerne bleibt. So werden jedes Jahr mehr als 3 Mio. mt rohe Cashewnüsse in das Land eingeführt, davon etwa 2,2 Mio. mt aus afrikanischen Ursprüngen. Der eigene Anbau in Vietnam kann nur etwa 10% des Bedarfs decken. Das Problem für die vietnamesischen Käufer ist nun, dass auch die Anbieter aus Westafrika ihre Preise deutlich angehoben haben. Während diese im Februar noch bei rund 1.000 USD/mt lagen, sind sie jetzt bereits auf 1.500 USD/mt geklettert. Der Grund sind auch hier Ernteverluste sowie Regierungsentscheidungen, nach denen einige Anbauländer Westafrikas den Export roher Cashewnüsse verboten oder eingeschränkt haben, um die Verarbeitung im Inland zu fördern. Einige vietnamesische Anbieter sind nun gezwungen, die hohen Preise zu zahlen, um ihre Verträge erfüllen zu können – das birgt hohe finanzielle Risiken. Darüber hinaus treffen viele Rohwarenlieferungen verspätet oder mit einem kleineren Volumen als vereinbart ein, sodass die Verarbeitungsbetriebe mit einem erheblichen Rohwarenmangel konfrontiert sind.

In Indien halten die Preise ihr Niveau zurzeit relativ stabil und im Vergleich zu letzter Woche kam es lediglich zu einer moderaten Erhöhung von 10 USD/mt. Cashewkerne, W320 kosten aktuell 7.915 USD/mt FOB Indien.

Cashews, Indien

Sorte

USD/mt

W240

8.565

W320

7.915

W450

7.200

LWP

6.570

SWP

5.905

FOB India

Deutschland reduziert Einfuhren aus Indien

Die deutschen Cashewimporte halten sich indes fast auf dem Vorjahresniveau und sind im Zeitraum September-April nur um moderate 0,1% gestiegen. Wichtigster Lieferant bleibt dabei mit großem Abstand Vietnam, gefolgt von der Elfenbeinküste und den Niederlanden. Auffallend sind die starken Rückgänge der Einfuhren aus Indien (-35%) und Indonesien (-48,1%), während die Importe aus Nigeria und Mosambik deutlich gestiegen sind.

Import Cashews* nach Deutschland in mt

Land

2022/23

2023/24

Diff.

Vietnam

26.432

27.304

3,3%

Elfenbeinküste

5.879

5.670

-3,6%

Niederlande

5.650

5.637

-0,2%

Burkina Faso

548

590

7,7%

Nigeria

469

571

21,7%

Indien

721

469

-35,0%

Brasilien

436

459

5,3%

Mosambik

194

241

24,2%

Indonesien

457

237

-48,1%

Österreich

113

143

26,5%

Andere

1.030

666

-35,3%

Gesamt

41.929

41.987

0,1%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Apr

*08013200 Kaschu-Nüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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