Kostenfrei

Cashews: Mögliche Probleme bei der Rohwarenbeschaffung

26. November 2025 um 15:59 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HANOI/BRÜSSEL. Da vor allem afrikanische Ursprungsländer immer stärker daran interessiert sind, ihre rohen Cashewnüsse selbst zu verarbeiten, könnten vietnamesische Produzenten in Zukunft mit Problemen konfrontiert werden. Auch die EU steigert ihre Einfuhren aus der Elfenbeinküste deutlich.

Wird die Rohware knapp?

Am 21. November 2025 feierte die Vietnam Cashew Association (Vinacas) ihr 35-jähriges Bestehen. Im Zuge der Feierlichkeiten wies der Vorsitzende Pham Van Cong auf die positive Entwicklung der vietnamesischen Cashewindustrie in den letzten Jahrzehnten hin, in denen sich das Land zum weltweit führenden Exporteur von Cashewkernen entwickelt hat; der Marktanteil liegt hier bei satten 80%. Gleichzeitig ist Vietnam der größte Importeur von rohen Cashewnüssen. An diesem Punkt steht die Industrie allerdings auch vor großen Herausforderungen. Die eigene Ernte deckt nur einen Bruchteil des Verbrauchs, weil Cashewplantagen bisher nur in Gebieten kultiviert werden, in denen keine anderen Nutzpflanzen angebaut werden. Ein Großteil der Importe stammt aus afrikanischen Anbauländern, allem voran aus der Elfenbeinküste, dem größten Produzenten roher Cashewnüsse weltweit. Da die Ursprungsländer allerdings zunehmend daran interessiert sind, ihre Rohware im eigenen Land zu verarbeiten, um den Wert zu steigern, schränken sie die Exporte teilweise ein, was in Zukunft für die vietnamesischen Verarbeiter zu einem Problem werden könnte.

Deutschland steigert Cashewimporte deutlich

Die EU-Cashewimporte sind im Zeitraum 01.01.-16.11.2025 um moderate 2,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Insgesamt wurden 165.633 mt geschälte Cashews eingeführt, wobei Vietnam mit 117.860 mt der mit Abstand größte Lieferant war. Die Elfenbeinküste auf Platz 2 konnte ihre Ausfuhren in EU-Länder um stolze 32,9% auf 27.355 mt steigern, mit größerem Abstand folgt auf Platz 3 Indien, das einen Verlust von 14,5% einstecken muss.

Größter Abnehmer innerhalb der EU ist Deutschland, das seine Einfuhren im genannten Zeitraum gegenüber 2024 um mehr als ein Viertel steigern konnte. Es folgen die Niederlande (-11,4%) und Spanien (+1,2%). Der durchschnittliche Importpreis liegt mit 6,42 EUR/kg deutlich über den 5,46 EUR/kg des Vorjahres, sodass der Importwert um 20,2% auf gut 1 Mrd. EUR gestiegen ist.

EU-Import Cashews in mt

Partner

2024

2025

Diff.

Vietnam

115.675

117.860

1,9%

Elfenbeinküste

20.586

27.355

32,9%

Indien

8.870

7.582

-14,5%

Nigeria

2.353

2.739

16,4%

Brasilien

1.664

2.124

27,6%

Andere

12.922

7.973

-38,3%

Gesamt

162.070

165.633

2,2%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-16.11.

08013200 Kaschu-Nüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
Preischarts für Nüsse
allgemeine Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
03.12.2025
NEW FARM. Nach einem äußerst herausfordernden Jahr hat Australian Macadamias die endgültigen Ergebnisse für die Ernte 2025 veröffentlicht. Obwohl diese besser ausfallen als die im Juli veröffentlichte Schätzung zur Saisonmitte, mussten die Erzeuger in New South Wales und Queensland die schlechteste Ernte seit zehn Jahren hinnehmen. Für die Ernte im nächsten Jahr herrscht vorsichtiger Optimismus.
Nüsse
03.12.2025
ORDU. Da die ruhige Zeit des Jahres schnell näher rückt, richtet der Haselnussmarkt seine Aufmerksamkeit auf Januar. Die Maßnahmen von Ferrero werden entscheidend sein. Die Voraussetzungen für die Ernte 2026 sind derzeit nicht besonders vielversprechend.
Nüsse
01.12.2025
SANTIAGO. Die Nachfrage nach chilenischen Walnüssen ist in dieser Saison deutlich gestiegen. Dennoch sind die Exporte von Walnüssen in der Schale nach Indien zurückgegangen. Die Ausgaben der EU für geschälte Walnüsse sind so hoch wie nie zuvor.
Nüsse
01.12.2025
NEU-DELHI. Die jüngsten Preissteigerungen haben dazu geführt, dass die Nachfrage nach indischen Erdnüssen in Südostasien massiv zurückgegangen ist. Dazu kommen die mangelhafte Qualität der diesjährigen Ernte und die strengen Auflagen der APEDA.