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Branchen-Kurznotizen: Immer mehr Unternehmen verlassen Russland

11. März 2022 12:52, Der AUDITOR
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FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Immer mehr Unternehmen ziehen sich aus Russland zurück, dabei gehen Investitionen in Milliardenhöhe verloren. Wegen extrem gestiegener Spritpreise schlägt die Logistikbranche Alarm. Das Gastgewerbe schrumpft beträchtlich.

Fazer stoppt Exporte nach Russland
Der finnische Fazer-Konzern stellt sämtliche Exporte seiner Produkte aus Finnland nach Russland ein. Das Unternehmen exportiert nach eigenen Angaben Süßwaren und Mühlenprodukte im Wert von jährlich rund 12,5 Mio. EUR (Nettoumsatz) nach Russland. „Fazer verurteilt den Krieg in der Ukraine aufs Schärfste und setzt alle Exporte nach Russland aus", teilte Christoph Vitzthum, Präsident und CEO der Fazer Group, mit. Man werde die Situation und die Entwicklung der Sanktionen und Gegensanktionen weiterhin aktiv beobachten und alle geltenden Gesetze, Vorschriften und Sanktionen einhalten, heißt es aus dem Unternehmen.

Viele Konzerne und Unternehmen verlassen Russland
Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine erlebt die Wirtschaft ein außergewöhnliches Phänomen: Weltweit ziehen sich Unternehmen in kurzer Zeit komplett aus einem Land zurück und gehen dabei über staatliche Sanktionen hinaus. Ölkonzerne, wie BP und Shell, verlassen Russland. Autohersteller wie Mercedes und Volkswagen stellen ihr Geschäft dort komplett ein, ähnlich wie Coca-Cola. McDonald’s, Starbucks, Ikea oder Obi schließen ihre Filialen. Apple oder Samsung, Mastercard und Netflix, verlassen das Land. Konzerne schreiben dafür teilweise Investitionen in Milliardenhöhe ab. 

Logistikbranche schlägt Alarm
Aufgrund der stark gestiegenen Spritpreise warnt die Logistikbranche vor Insolvenzen. „Die finanzielle Belastungsgrenze vieler Transportunternehmen ist erreicht“, teilte Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung mit. Für Diesel stiegen die Preise schon seit Wochen. Jedoch seien auch die Kosten für Personal und das Abgasreinigungsmittel AdBlue gestiegen. Auch Gleitklauseln in Verträgen für Diesel könnten den extrem steigenden Preis nicht mehr abfedern. Deshalb warnt Engelhardt, es drohe schlicht und ergreifend eine Insolvenzwelle im deutschen Transportlogistikgewerbe. Damit wäre auch eine Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft in Gefahr. Die höheren Spritpreise würden sich auch auf die Versorgung von Alltagsprodukten in Supermärkten früher oder später auswirken. Engelhardt verwies darauf, dass in Spanien, Frankreich und Italien die Energiesteuer für gewerblich genutzten Diesel erstattet würde. In einem Hilferuf an die Politik fordern die Verbände eine unverzügliche staatliche Intervention. Hinzu käme der eklatante Mangel an LKW-Fernfahrern.

Gastgewerbeumsatz schrumpft um 40 % gegenüber 2019
Die Gastronomie- und Beherbergungsunternehmen in Deutschland konnten sich im Jahr 2021 nicht von den Umsatzeinbrüchen im ersten Corona-Krisenjahr 2020 erholen: Das Gastgewerbe erzielte 2021 real (preisbereinigt) 2,2 % weniger Umsatz als im Vorjahr. Nominal (nicht preisbereinigt) stieg der Umsatz um 0,1 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren die von den coronabedingten Einschränkungen geprägten Jahre 2020 und 2021 damit die umsatzschwächsten im Gastgewerbe seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 hat das Gastgewerbe 2021 real 40,3 % und nominal 36,4 % weniger umgesetzt.

Griesson-Chef verlässt Unternehmen
Griesson de Beukelaer trennt sich nach nur acht Monaten von seinem Chef Lars Engel. Der Manager verlasse das Unternehmen, teilte der Prinzenrolle-Hersteller mit. Als Grund werden unterschiedliche Auffassungen zur strategischen Ausrichtung des Familienunternehmens genannt. Engel hatte den Posten als Geschäftsführer Vertrieb und Marketing und Vorsitzender der Geschäftsführung erst im Juli 2021 übernommen. Er war zuvor beim Kekshersteller Bahlsen General Manager für die Business Unit DACH gewesen. Über einen möglichen Nachfolger wurde bisher nichts bekannt.

Lorenz bekommt neuen Marktstratege
Der Marktstratege Michael Hoppe hat zum 1. März die neu geschaffene Rolle des Leiters Category Management & Shopper Insights bei Lorenz Snack-World Deutschland übernommen. Michael Hoppe kommt von Pepsico, wo er 2007 im Vertrieb gestartet und in verschiedenen Vertriebspositionen tätig war, bevor er den Bereich Category Management in Deutschland aufgebaut und über viele Jahre geleitet hat. Zuletzt war er als Leiter Market Strategy & Activation für die Entwicklung der Go-2-Market Strategien und POS-Maßnahmen der Getränkesparte bei PepsiCo Deutschland verantwortlich. Mit der Stärkung der Bereiche Shopper Insights und Category Management will Lorenz Shopper Trends schneller aufgreifen und Impulse zur Entwicklung der Snacks-Kategorien entwickeln, hieß es.

 

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