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Branchen-Kurznotizen: Trend geht mehr zu „Bio und vegan“

30. Juli 2021 10:49, Der AUDITOR
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FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Die Corona-Pandemie verändert das Verbraucherverhalten, das zeigen Supermärkte und Discounter. Orkla expandiert weiter. BRüSLi entpuppt sich als praktische Idee. Backwarenumsätze gehen ins Plus.

Supermärkte wachsen schneller als Discounter
Laut Studie des Marktforschers Gfk haben Deutschlands Discounter in den ersten sechs Monaten des Jahres Marktanteile an Supermärkte verloren. Discounter hätten zwischen Januar und Juni Umsatzeinbußen von 1,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen müssen, berichtete die GfK. Supermärkte konnten demgegenüber ihre Umsätze um 6,3% steigern. SB-Warenhäuser legten um 0,2% und Drogeriemärkte um 2,6% zu. Supermärkte profitierten davon, dass viele Verbraucher in Corona-Zeiten ihre Einkäufe möglichst an einem Ort erledigen wollten. Auch das Einkaufsverhalten änderte sich. Während der Pandemie gönnten sich Verbraucher als Ausgleich für die Einschränkungen hochwertigere und teurere Produkte. Dabei gewann das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung. Davon profitierten zwischen Juli 2020 und Juni 2021 besonders vegane Angebote und Bioprodukte. So stiegen die Umsätze mit veganem Fleisch- und Käseersatz um 44%, bei veganen Süßwaren um 41,9%, bei nachhaltigen Hygieneartikeln bei 20,7% und bei Bioprodukten, die über vergleichsweise hohen Marktanteil verfügen, immerhin um 14,2%.

Zentralverband verabschiedet Prof. Dr. Meinolf G. Lindhauer aus wissenschaftlichem Beirat
Das langjährige Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Bäckerhandwerks, Prof. Dr. Meinolf G. Lindhauer, wurde am 21. Juli aus dem Gremium verabschiedet. Als langjähriger Leiter des Max Rubner-Instituts (zuvor Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung) in Detmold, hat sich Prof. Lindhauer durch seine große Expertise ausgezeichnet, u.a. im früheren Forschungsschwerpunkt Mykotoxine und Acrylamid. Im Oktober 2015 wurde Prof. Lindhauer für seine Leistungen die Goldene Ehrennadel des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks verliehen.

Orkla kauft zu
Die BaKo AS, ein Unternehmen von Orkla Food Ingredients, übernimmt die Sigurd Ecklund AS. Sigurd Ecklund ist Lieferant von Verpackungen, Dekoren und Backzutaten an norwegische Konditoreien, Bäckereien, Restaurants und Hotels. Das Unternehmen erzielte 2020 einen Umsatz von 25 Mio.NOK (2,45 Mio.EUR). Parallel dazu übernimmt Orkla die Hans Kaspar AG in der Schweiz, die Halbfabrikate für die Eis- und Schokoladenherstellung produziert. Kaspar setzte zuletzt 13,3 Mio. SFR um. In UK kaufte Orkla zwei Firmen, die Dekor und Zutaten für Kuchenbäcker verkaufen. 2020 lag der Gesamtumsatz der Gruppe bei 47,1 Mrd.NOK (4,5 Mrd.EUR). Orkla ist auf vier Business-Feldern aktiv. Orkla Foods stellt vorwiegend Saucen, Fertiggerichte und Suppen her und erzielte einen Umsatz von rund 1,7 Mrd.EUR. Rund 1 Mrd.EUR lieferte die Sparte Rohstoffe mit Hefe, Margarine, Bäckereirohstoffe von Sonneveld in den Niederlanden sowie Odense Marcipan aus Dänemark. Beim dritten Feld, Orkla Care, geht es um Sportlernahrung, Spezialernährung und Wundversorgung. Aus diesem Sektor kommen rund 665 Mio. EUR Umsatz, 690 Mio. EUR bringt der Sektor Süßwaren und Knabbergebäck.

Backwarenumsätze im Plus
Laut Consumer-Index der GfK stieg der Wert der im Juni 2021 von Konsumenten eingekauften Backwaren um 4,2%. Im gesamten ersten Halbjahr waren es 4,7%. Was davon echte Mehrkäufe waren und was Preissteigerungen zuzuschreiben ist, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen.

BRüSLi – eine praktische Idee
BRüSLi heißt die Marke eines Start-ups aus Österreich. Dahinter steckt die Idee, aus nicht verkauftem Brot, gemischt mit Früchten und Nüssen, ein Müsli herzustellen. Zur Idee gesellte sich ein Praktiker. Die Wiener Bäckerei Der Mann liefert wöchentlich rund 400 kg Brot an das Start-up. Kooperationspartner von BRüSLi ist auch die Handelskette Billa, hieß es.

Deutschland ist zweitgrößter Kaffeeimporteur
Deutschland ist mit 1,1 Mio.mt Rohkaffee das Land mit dem zweithöchsten Kaffeeimport weltweit, nur die USA importieren mehr Kaffeebohnen. Beim Pro-Kopf-Importmengen der Länder steht Belgien mit 22,03 kg pro Kopf und Jahr an der Spitze, gefolgt von der Schweiz mit 19,64 kg und Deutschland mit 13,22 kg. Das hat der Kaffeehändler Coffee Friend in einer aktuellen Analyse herausgefunden. Angebaut wird der meiste Kaffee in Brasilien mit gut 3 Mio.mt, gefolgt von Vietnam mit 1,7 Mio.mt. Beide Länder führen auch die Liste der größten Exporteure an, Brasilien mit 2,2 Mio.mt, Vietnam mit 1,4 Mio.mt Rohkaffee.

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