Branchen-Kurznotizen: Lehren aus der Pandemie

10. Juni 2021 um 11:35 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Gewinner und Verlierer nach der ersten und zweiten Pandemiewelle sind eindeutig auszumachen. Aber auch der Absatz wird sich aufgrund veränderter Verbrauchernachfrage ändern.

GoodMills produziert in Mannheim Bulgur und Couscous
Die GoodMills Deutschland investiert 15 Mio.EUR in eine neue Produktionsanlage im Mannheimer Werk, der Hildebrandmühle, um Hartweizen zu Bulgur und Couscous zu verarbeiten. Dazu wurde eine neue Produktionsanlage samt Abfüllung und Lager errichtet und nach zweijähriger Planungs- und Bauphase in Betrieb genommen. Damit wäre GoodMills der erste industrielle Hersteller hierzulande, der die Produkte „made in Germany“ herstellt, hieß es. Ein Teil der Produktion wird unter der Marke „Müller´s Mühle“ beim LEH vertrieben. Auch Lebensmittelhersteller, Kantinen, Mensen, Cateringunternehmen sowie Gastronomie und Hotellerie zählen zu den Kunden. Laut GoodMills steigere der Trend zur fleischlosen Ernährung und das wachsende Verbraucherinteresse an verschiedenen Länderküchen die Nachfrage nach Bulgur und Couscous.

Supermärkte profitieren von Corona-Pandemie stärker als Discounter
Im Corona-Jahr 2020 ist beim LEH die Kundenfrequenz zurückgegangen, der durchschnittliche Einkaufsbetrag jedoch gestiegen. Davon profitierten besonders Anbieter von großen Sortimenten. Supermärkte und große Supermärkte steigerten ihren Umsatz um 13,1 bzw. 11,8%. Lebensmittel-Discounter legten im Durchschnitt aber nur um 5,6% zum Vorjahrswert zu. Laut EHI Retail Institut erwirtschafteten die Lebensmittel-Discounter 2020 insgesamt 78,7 Mrd.EUR netto und betrieben Ende 2020 bundesweit rund 15.910 Filialen. Lidl setzte danach 21,60 Mrd.EUR netto in rund 3.200 Filialen um. Aldi Süd und Aldi Nord erwirtschafteten mit rund 2.000 bzw. 2.200 Verkaufsstellen 16,4 bzw. 12,2 Mrd.EUR. Die Discount-Vertriebslinien der Handelszentralen von Edeka, Netto-Marken-Discount erzielten mit 4.200 Filialen auf einen Umsatz von 14,55 Mrd.EUR, Rewe und Penny respektive mit 2.200 Filialen gut 8,05 Mrd. EUR.

Bäckerei Härdtner verlegt Hauptsitz nach Erlenbach
Die Bäckerei Härdtner plant, mit ihrem Hauptstandort von Neckarsulm ins benachbarte Erlenbach umzuziehen. Ein Produktionsgebäude mit Café und Verwaltung ist geplant. In der Konzeptstudie wird großen Wert auf Nachhaltigkeit und Ökologie gelegt. Die Suche nach einer Standortalternative war notwendig geworden, da die Platzverhältnisse im Neckarsulmer Wohngebiet „Viktorshöhe“ zu beengt geworden waren. Das Gewerbegebiet „Binswanger Straße“, in dem das neue Gebäude entstehen soll, soll als interkommunales Gewerbegebiet von Erlenbach und Neckarsulm entwickelt werden. Die Bäckerei Härdtner betreibt mit rund 200 Mitarbeitern 58 Filialen.

ARYZTA Nordamerika firmiert um zu Aspire Bakeries
Nach dem Verkauf an die Private-Equity-Firma Lindsay Goldberg Anfang des Jahres, firmiert ARYZTA Nordamerika jetzt unter Aspire Bakeries. Dabei will man sich weiterhin auf die drei Kernmarken konzentrieren: La Brea Bakery, Otis Spunkmeyer und Oakrun Farm Bakery. Aspire Bakeries beschäftigt rund 4.500 Mitarbeiter und produziert Brot, Buns, Kekse, Donuts, Muffins sowie Waffeln.

Mondelēz will Chipita übernehmen
Mondelēz International mit Sitz in Chicago gab eine Vereinbarung zur Übernahme der Chipita S.A. bekannt. Der Kaufpreis soll rund 2 Mrd. US-Dollar betragen. Chipita gehört zu den führenden Herstellern von salzigen und süßen Snacks in Mittel- und Osteuropa mit rund 580 Mio.USD Umsatz in 2020. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte, darunter verpackte Croissants und gebackene Snacks, unter Marken wie 7Days, Chipicao und Fineti in mehr als 50 Ländern. Mit 5.100 Mitarbeitern produziert die in Griechenland gegründete Chipita S.A. in 13 Werken.

Leichtes Umsatzminus für Schäfers`s
Laut Geschäftsbericht der EDEKA Minden-Hannover hat die Backwarentochter Schäfer's in 2020 mit 151 Mio.EUR einen Umsatzrückgang von 1,9 % hinnehmen müssen. Zu Pandemie-Beginn stellten schwankende Absatzmengen die Backwarenproduktion vor neue Herausforderungen. Die Kundenfrequenz an Backwaren-Bedientheken und in SB-Marktbäckereien ging zurück. Tagesfrische Backwaren wurden weniger nachgefragt. Verpackte Backwaren aus SB-Regalen und tiefgekühlte Produkte verkauften sich besser. Das Sortiment verpackter Brötchen und Kuchen sei deshalb ausgeweitet worden. Durch die eigene Produktion der Brotmengen für die SB-Marktbäckereien, die zuvor durch den Wettbewerb geliefert wurden, sowie durch konsequentes Kostenmanagement in der Backwaren-Produktion und -Logistik, habe man Umsatzverluste größtenteils kompensieren können. Das Angebot an vorverpackten, halbgebackenen Brötchen sowie der neu zu erschließende Vertriebskanal Tiefkühltruhe wird ausgebaut. Hinzu kommt verpackter frischer Kuchen, dessen Verfügbarkeit erweitert, die Verpackungen und Frischhaltung optimiert werden sollen.

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