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Branchen-Kurznotizen: Gute Entwicklungen bei Dr. Oetker und Größbäckerei Mestemacher

28. Mai 2021 11:45, Der AUDITOR
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FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Die weltweit agierenden Unternehmen von Dr. Oetker erzielten 2020 höhere Umsätze. Dabei hatte die Corona-Pandemie nicht nur positiven, sondern im Außer-Haus-Markt auch umsatzschmälernden Einfluss auf das Geschäftsjahr. Die Großbäckerei Mestemacher feiert 150-jähriges Bestehen.

Dr. Oetker steigert weltweiten Umsatz auf 3,7 Mrd.EUR
Die weltweit agierenden Unternehmen von Dr. Oetker erzielten 2020 Umsatzerlöse von 3,71 Mrd.EUR und konnten im Berichtsjahr um knapp 10% zum Vorjahr wachsen. Rund 66% seines Gesamtumsatzes erzielte Dr. Oetker außerhalb Deutschlands. Neben erfolgreichen Innovationen hatte die Corona-Pandemie nicht nur positiven, sondern im Außer-Haus-Markt auch umsatzschmälernden Einfluss auf das Geschäftsjahr. Im Saldo gelang es den Unternehmen, diese Einbußen trotz hoher Investitionen in die Aufrechterhaltung der Produktion auszugleichen. Im Bereich der Akquisitionen lag der Fokus auf der Integration erworbener Unternehmen. Zudem wurden kleinere Unternehmen akquiriert, die organisches Wachstum ergänzten: Zum 30. Juli 2020 erfolgte die Aufstockung der Anteile an der InterNestor GmbH, einem Online-Anbieter von selbstgebackenen individualisierten Torten, von 49 auf 100%. Zudem erwarb Dr. Oetker die NewCakes B.V., den europäischen Marktführer im Bereich Multi-Brand-Specialty-Stores Cakes in den Niederlanden. Bei regionaler Betrachtung spiegelten sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie wider: Die Retail-Sortimente legten zu, Out-of-Home-Konsum und Professional-Märkte brachen ein. Deutschland und Westeuropa profitierten trotz schwacher Professional-Umsätze von moderaten Absatzsteigerungen in den Retail-Sortimenten. Diese erfreuliche Entwicklung sei stark getrieben durch die beiden Kategorien Pizza sowie Kuchen und Dessert, wobei besonders die pulverbasierten Sortimente zur Umsatzsteigerung beigetragen haben. Dr. Oetker hat neben Europa inzwischen auch auf dem Kontinent Amerikas sowie in Middle East und Nordafrika starke Marktpositionen aufgebaut.

Conditorei Coppenrath & Wiese steigert Umsatz um fast 6%
Die Conditorei Coppenrath & Wiese konnte 2020 ihre Umsatzerlöse um knapp 6% steigern. Die Umsatzerhöhung resultierte vorrangig aus dem Verlauf im Markengeschäft Deutschlands, vor allem infolge der starken Entwicklung der Segmente Blechkuchen und Brötchen sowie der kleinen Kuchen, Rollen und Strudel. Das Tortengeschäft schwächelte aufgrund der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen. Im Geschäft mit Großbritannien konnten Belastungen aus dem ungünstigen Wechselkurs des britischen Pfunds zum EUR durch positive Abweichungen bei den Rohstoffkosten und eine aktive Sortimentspolitik teils kompensiert werden. Auch hat sich die Conditorei Coppenrath & Wiese auf die Optimierung ihrer Produktionsabläufe fokussiert. Dies umfasste die Fortsetzung von Projekten, die auf schnelleres Rüsten bei Produktionswechseln, Dosierungsoptimierungen und sogenannte Low-Cost-Automation abzielen. Mit zusammengefasst 156 Mio.EUR lagen die Investitionen aller Unternehmen von Dr. Oetker und der Conditorei Coppenrath & Wiese in 2020 um 7 Mio.EUR über dem Vorjahresniveau. Die Anzahl der Beschäftigten wuchs auf 17.576 Mitarbeiter an. In Deutschland waren 7.246 Mitarbeiter tätig, an den ausländischen Standorten wurden 10.330 Mitarbeiter beschäftigt. Die beiden Nahrungsmittel-Unternehmen der Oetker-Gruppe erwarten für 2021 einen Gesamtumsatz in etwa auf dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Mestemacher feiert 150-jähriges Bestehen
Die Großbäckerei Mestemacher mit Hauptsitz in Gütersloh feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gratulierte IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke den Eigentümerpaaren Albert und Prof. Dr. Ulrike Detmers sowie Fritz und Helma Detmers und übergab eine Ehrenurkunde. Vor 150 Jahren gründete Wilhelm Mestemacher die gleichnamige Bäckerei in Gütersloh. 1985 übernahmen die Brüder Fritz und Albert Detmers die Brotfabrik, da sich in der Gründerfamilie kein Unternehmensnachfolger fand. Die Brüder waren bis dato Besitzer der ebenfalls traditionsreichen Bäckerei „Detmers“ in Bielefeld-Jöllenbeck, die sie mit dem Kauf von Mestemacher an die damalige Liefergroßbäckerei Wendeln verkauft haben. Heute gehört die Mestemacher Brot- und Backwarengruppe zu jeweils 50 % den beiden Familienstämmen Albert und Prof. Dr. Ulrike Detmers sowie Fritz und Helma Detmers. „Wir freuen uns sehr über diese Ehrung“, sagt Prof. Dr. Ulrike Detmers, geschäftsführende Gesellschafterin und Sprecherin der Mestemacher-Gruppe. „Als wir Mestemacher gekauft haben, war das Unternehmen bereits 114 Jahre alt. Diese großartige unternehmerische Tradition und das nachhaltige Geschäftsmodell mit Roggenvollkornspezialitäten haben wir erfolgreich weiterentwickelt und möchten das auch zukünftig fortsetzen.“ Heute beschäftigt die Mestemacher-Gruppe mit Hauptsitz in Gütersloh und weiteren Standorten in Lippstadt, im niedersächsischen Aerzen und im polnischen Poznan rund 650 Mitarbeiter. 2020 erzielte die Gruppe einen Netto-Umsatz von 147,4 Mio.EUR.

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