Sonstige Themen - Unternehmensnachrichten

Branchen-Kurznotizen: Coffee-Shops im Fokus

23. April 2021 07:45, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Coffeshop-Märkte schrumpfen in 2020, sehen aber 2021 bereits gute Entwicklungsperspektiven. Ankerbrot ändert seinen ursprünglichen Plan, Firmensitz und Produktion nach Wien-Simmering zu verlegen. Auch bei der Cérélia Group und Amazon gibt es interessante Veränderungen.

Fast die Hälfte der Marken-Coffeeshop-Märkte in Europa verzeichnete 2020 einen Rückgang der Verkaufsstellen. Trotz starker Umsatzeinbrüche durch COVID-19 wuchs das Segment um 0,9% auf 39.308 Standorte in 2020, hieß es beim „Project Café Europe 2021“ des World Coffee Portals. Von 703 Coffeeshop-Betreibern in Europa machen die 20 größten Ketten in Europa fast die Hälfte des Gesamtmarktes aus. Der Anteil der Branchenführer, die von positiven Handelsbedingungen berichten, sank auf 33%, im Vergleich zu 74% im Vorjahr. Großbritannien, Europas größter Markt für Coffeeshops, schrumpfte um 1,9% auf 9.159 Outlets. Deutschland musste einen Rückgang um 3,1% auf 5.490 Outlets hinnehmen. Den größten Rückgang in Europa verzeichnete Spanien mit 133 Geschäftsschließungen, welche den Markt um 8,8% schrumpfen ließen. Die drei größten Coffeeshop-Ketten in Europa - Costa Coffee, Starbucks und McCafé – kommen auf 8.756 Filialen und halten 22% Marktanteil. Zusammen sind sie im letzten Jahr um 250 Filialen gewachsen. Es wird erwartet, dass der europäische Markt für Marken-Coffeeshops bis 2025 gut 45.400 Outlets erreichen wird. Russlands Coffee Like, McCafé und Rumäniens 5 To Go sind Europas am schnellsten wachsende Kaffeehausketten. Die Coffeeshop-Kultur gewinnt in Osteuropa an Zugkraft, denn Russland hat Frankreich als drittgrößten Markt für Marken-Coffeeshops in Europa überholt und wächst um 16,5% auf 3.934 Verkaufsstellen. Auch in Rumänien wächst das Segment um 29,8% auf 601 Geschäfte. Litauens kleiner, aber aufstrebender Markt wuchs um 34,8% auf 178 Outlets.

Planänderungen bei Ankerbrot
Die Wiener Großbäckerei Ankerbrot leidet unter den Auswirkungen der Coronakrise und trennt sich vom ursprünglichen Plan, Firmensitz und Produktion nach Wien-Simmering zu verlegen. Stattdessen soll der Hauptteil der Produktion, die Herstellung für den LEH, beim Tochterunternehmen Linauer im niederösterreichischen Lichtenwörth angesiedelt werden. Dabei soll die Bäckerei mit derzeit 6.000 qm verbauter Fläche mehr als verdoppelt werden. Aller Voraussicht nach könne 2022 mit dem Bau begonnen werden, sagte Ankerbrot-Geschäftsführer Walter Karger. Ein erstes Grobkonzept sehe eine Investition von 30 Mio. EUR in Lichtenwörth vor. Der Ankerbrot-Firmensitz und das Filialgeschäft sollen aber in Wien bleiben. Dafür wird nun ein neuer Standort gesucht.

Cérélia Group will in den USA weiter wachsen
Die französische Cérélia Group, im Besitz des französischen Investmenthouse Ardian, hat den US-amerikanischen Waffel- und Pancake-Hersteller US Waffle mit Sitz in South Carolina übernommen. „US Waffle bietet einen Einstieg in die attraktive Frühstückskategorie, wo wir Cérélias europäische Expertise und Technologien in der Pfannkuchen- und Waffelproduktion nutzen werden“, sagt Christopher Sand, Managing Director bei Ardian. Neben US Waffle hat Cérélia gerade erst das Pizzateiggeschäft in Nordamerika von Wewalka übernommen und ein neues Werk in Ohio errichtet, um das schnelle Wachstum bestehender Produkte zu bewältigen. Darüber hinaus berichtet Cérélia von einer strategische Kapitalinvestition durch die Continental Grain Company (CGC ). CGC und Cérélia planen eine Reihe von Initiativen, um das Wachstum zu beschleunigen. Cérélia gehört zu den führenden Herstellern von backfertigen Teigen für Kuchen, Pizzen, Keksen und Pfannkuchen sowie fertigen Keksen und Pfannkuchen. Dazu gehören Marken wie English Bay Bakery, Pop Bakery, Jan oder Croustipate. Mit mehr als 1.600 Mitarbeitern erwirtschaftet Cérélia einen Jahresumsatz von 500 Mio.EUR.

Amazon lanciert Lebensmittel-Eigenmarke Aplenty
Amazon hat die Lebensmittel-Eigenmarke Aplenty eingeführt. Sie umfasst Artikel wie Parmesan-, Knoblauch- und Kräuter-Pita-Chips, Maisbrot-Cracker und gesalzene Karamell-Chip-Mini-Kekse. Aplenty wird im Laufe des nächsten Jahres Hunderte von neuen Markenprodukten umfassen, die von Süßigkeiten und salzigen Snacks bis hin zu Tiefkühlkost, Gewürzen, Soßen, Würzmitteln und Backmischungen reichen, hieß es. Die Produkte unter der Marke Aplenty werden keine künstlichen Aromen, synthetische Farbstoffe oder Maissirup mit hohem Fructosegehalt enthalten, berichtet GroceryDive. Zu den in Deutschland lieferbaren Produkten gehören u.a. White Cheddar Pita Mini Cracker und Cheese Pita Mini Cracker. Die neue Marke reiht sich in die anderen Eigenmarken von Amazon ein, zu denen auch Backwaren unter Amazon Fresh gehören.

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Unternehmensnachrichten
15.10.2021
FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Der Lebensmittelhandel-Umsatz legte deutlich zu. EG Group kauft zweitgrößte Bäckerei. Aryzta kündigte Rückzug aus brasilianischem Geschäft an. Castellmühle eingeweiht. Verbraucher wollen weniger Zucker in Lebensmitteln.
Unternehmensnachrichten
01.10.2021
FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. In der Backbranche gab es eine Reihe von Veränderungen. Lantmännen kauft zu, Dutch Bakery wechselt Besitzer. Für Rischart´s Backhaus haben Bauarbeiten begonnen und vieles mehr.
Unternehmensnachrichten
24.09.2021
FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Das Fraunhofer-Institut koordiniert ein neues Projekt, wonach Kunststoffverpackungen besser recycelt werden können. Valora will Back-Factory von Harry-Brot übernehmen. Nielson-Studie verrät, wie Deutsche einkaufen. Neue Branchentreffs präsentieren sich online.
Unternehmensnachrichten
16.09.2021
FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Rückrufe von Backherstellern, Hygiene-Konzepte, Jubiläen, Betriebserweiterungen und Elektromobilität beschäftigen die Branche.