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Branchen-Kurznotizen: Bäckerhandwerk kommt bei Corona mit blauem Auge davon

9. Juli 2021 13:47, Der AUDITOR
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FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks haben besonders die Betriebe mit geschlossenen Café-Bereichen und mit Filialen an frequenzstarken Orten wie Bahnhöfen und Flughäfen erhebliche Einbußen erlitten. Weitere News zur Branche.

Die Corona-Pandemie 2020 zog auch am deutschen Bäckerhandwerk nicht spurlos vorbei. Laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks brach der Umsatz von 15,22 auf nunmehr 14,45 Mrd. EUR ein. Das entspricht einem Verlust von 770 Mio. EUR. Der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb ging ebenfalls leicht von 1.451.000 auf 1.419.000 EUR zurück. „Dabei haben vor allem die Betriebe mit geschlossenen Café-Bereichen und mit Filialen an üblicherweise frequenzstarken Orten wie Bahnhöfen und Flughäfen erhebliche Einbußen erlitten“, so der Verbands-Präsident Michael Wippler. „Allerdings kommt das Bäckerhandwerk im Vergleich zu anderen Branchen dank der Wirtschaftshilfen der Bundesregierung und seiner Systemrelevanz insgesamt mit einem blauen Auge davon. Vor allem der große Zuspruch der Verbraucher, gerade in Krisenzeiten ihrem lokalen Innungsbäcker die Treue zu halten, hat vielen Betrieben geholfen“, erklärt Wippler. In den kommenden Monaten werde sich zeigen, ob die Branche sich wieder erholen und auf Wachstumskurs gehen kann. Gelingen könne dies nur, wenn die Öffnungsperspektiven der Gastro-Betriebe von Dauer sind und das Konsumklima stabil bleibe. Die Zahl der Betriebe im Bäckerhandwerk ging 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 10.181 Betriebe zurück. Nach wie vor bleibt die Nachwuchsgewinnung ein wichtiges Thema im Bäckerhandwerk, das 2020 insgesamt 13.411 meist jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bot.

TK-Pizzahersteller Franco Fresco baut in Artern
In Artern beginnen die Bauarbeiten für den zweiten Standort des TK-Pizzaherstellers Franco Fresco. „Mit einem Investitionsvolumen von über 30 Mio. EUR bauen wir ein modernes, energieeffizientes und digitalisiertes Werk und schaffen auch neue Arbeitsplätze in der Region“, erklärt Firmengründer und Geschäftsführer Christoph Schramm. Gebaut wird auf dem ehemaligen Aryzta-Gelände. Die ersten Pizzen sollen im 2. Quartal 2022 in Artern hergestellt werden. Das Unternehmen, das unter der Marke Gustavo Gusto produziert und rund 350 Mitarbeiter beschäftigt, beliefert den LEH mit Premiumpizzen.

Papa John's expandiert nach Deutschland
Die US-amerikanische Pizzarestaurantkette Papa John's drängt auf den deutschen Markt. Zusammen mit der PJ Western Group will das Unternehmen in den nächsten sieben Jahren 250 Restaurants hierzulande eröffnen. Die ersten sieben Stores gingen in Magdeburg und Leipzig an den Start. Bis zum Ende des Sommers sollen sechs weitere Standorte in Halle und Merseburg hinzukommen. Zu Papa John's mit Hauptsitz in Louisville, Kentucky (USA), gehören mehr als 5.400 Restaurants in 50 Ländern. PJ Western ist Papa John's größte Franchisenehmer und führt mehr als 250 Restaurants in Zentral- und Osteuropa, Russland und Polen. Für den deutschen Markt wurde die Tochter PJ Germany gegründet. Neben den Restaurants betreibt PJ Western zehn Werke für die Teigproduktion in Europa und Asien.

Großbäcker: Selbstverpflichtung bei Zucker, Fett und Salz
Die Mitglieder des Verbandes Deutscher Großbäckereien haben gegenüber dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Selbstverpflichtung abgegeben, die „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten“ zu unterstützen. „Damit leisten die Großbäckereien freiwillig einen bedeutenden Beitrag zur Bekämpfung von Fehlernährung und daraus resultierender Krankheiten“, erklärt die Verbands-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Detmers. Bereits in den vergangenen Jahren sei es gelungen, den Salzgehalt über verbesserte Rezepturen und Verfahrenstechniken ohne geschmackliche Einbußen zu reduzieren. In der Selbstverpflichtung werde jetzt zugesichert, bis Ende 2025 über das gesamte verpackte Backwarensortiment einen durchschnittlichen Gehalt von 1,1 g Salz/100g Fertigprodukt zu erreichen, hieß es. Laugengebäck und andere Spezialprodukte seien durch die Verpflichtung allerdings nicht erfasst. In knapp zehn Jahren würden die Großbäckereien damit den Salzgehalt um nahezu ein Viertel reduzieren. Auch bei der Verwendung von Transfettsäuren habe es dem Verband zu Folge eine erfreuliche Entwicklung gegeben. Entweder seien die Transfettsäuren komplett ersetzt worden oder ihr Anteil liege deutlich unterhalb der EU-rechtlichen Vorgaben.

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