Branchen-Kurznotizen: Backindustrie und Bäckereien verschlanken Prozesse

12. Mai 2021 um 08:01 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Informationen aus Backbranche und Fachhandel. Der Kekshersteller Bahlsen will Prozesse zentralisieren und Strukturen verschlanken. Rewe testet Pick & Go. Polarbröd baut am neuen Standort. Auch die Folgen der Corona-Pandemie führen zu Anpassungsprozessen im Backhandwerk.

Bahlsen stellt sich neu auf
Mit einer „One Bahlsen“-Strategie will der Kekshersteller ein höheres Maß an internationaler Koordinierung erreichen. Prozesse sollen zentralisiert und Strukturen verschlankt werden, um im dynamischen Marktumfeld agiler operieren zu können. Bahlsen wird sich neben der Kernregion DACH auf die Wachstumsmärkte Großbritannien, USA und Metro Asia fokussieren. Bahlsen setzt mit der Justierung seines Organisationsmodells auf eine globale „One Bahlsen“-Strategie mit zentral gesteuerten Prozessen in Kernbereichen des Geschäftes wie Marketing, Innovation, Finanzen, Personal und IT. So werden die Rahmenbedingungen verbessert, um auf die Herausforderungen des internationalen Lebensmittelmarktes antworten zu können. Mit der Umorganisation werden über den Zeitraum von drei Jahren rund 100 Arbeitsplätze abgebaut, circa 60% davon noch in 2021, die Mehrzahl davon in Deutschland. Ausgenommen davon sind Produktion, Logistik und Bahlsen-Verkaufsstellen (Outlets).

Neuer Chef für Gebäckhersteller Griesson
Lars Engel wird zum 1. Juli 2021 Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb bei Griesson - de Beukelaer (GdB). Der 47-Jährige komplettiert damit die GdB-Geschäftsführung, der außerdem Bruno Kulmus für die Bereiche Produktion und Technik und seit 1. April 2021 Ralf Brinkhoff für den kaufmännischen Bereich angehören. Engel war zuvor sieben Jahre lang beim Konkurrenten Bahlsen tätig, zuletzt als General Manager für die Business Unit D-A-CH verantwortlich. Griesson gehört zu den führenden Unternehmen im europäischen Süß- und Salzgebäckmarkt. Der Umsatz 2020 stieg um 2% auf 507 Mio.EUR. Mit 2.000 Mitarbeitern produziert das Unternehmen Marken wie Griesson, DeBeukelaer, Prinzen Rolle und LEICHT&CROSS, außerdem viele Handelsmarken.

Rewe startet Pick & Go
Die Rewe Group testet Einkaufen mit autonomem Check out ohne aktiven Kassiervorgang. Von außen sieht das Geschäft mit Pick & Go-Technologie wie ein normaler Supermarkt aus. Wer einkaufen will, meldet sich per App an der Schranke an, nimmt die gewünschten Produkte, packt ein und geht. Kameras und Sensoren in den Regalböden erkennen, was mitgenommen wurde. Die Rechnung kommt per App. Im Mai startet ein Testlauf mit Mitarbeitern, ab Spätsommer sollen Kunden einkaufen können. REWE arbeitet mit Trigo Vision Ltd. zusammen. Die Lösung von Trigo erstellt ein 3D-Modell eines Supermarktes, um Umgebung und Bewegungen darin digital abzubilden.

Bimbo QSR investiert in neues Werk für Buns
Die mexikanische Grupo Bimbo baut im US-amerikanischen Valdosta/Georgia eine neue Produktion für Burger-Buns. Die Investition von rund 25 Mio. US-Dollar wird von der Konzerntochter Bimbo QSR getätigt, die Quick-Service-Restaurants (QSR) mit Hamburger-, Hot-Dog- und Sandwich-Buns beliefert. Vom neuen Standort aus sollen die Märkte im Südosten der USA erreicht werden. Bimbo QSR beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter und betreibt 37 Bäckereien in 21 Ländern. Das Unternehmen gehört zur Grupo Bimbo, die mit 203 Werken in 33 Ländern laut US-Fachzeitschrift Commercial Baking einen Umsatz von 15,4 Mrd.US-Dollar erzielt.

Manner: Corona dämpft die Umsatzentwicklung
Das Corona-Jahr hat bei der österreichischen Josef Manner & Comp.AG Spuren hinterlassen. So ist der Umsatz 2020 gegenüber Vorjahr um -2,2% von 222,056 auf 217,222 Mio.EUR zurückgegangen. Die Zuwächse im EU-Ausland konnten die Rückgänge am Heimatmarkt und in Drittländern nicht kompensieren. Die Folge ist eine von 58,1 auf 62,5% gesteigerte Exportquote.

Baufortschritt bei schwedischer Polarbröd
Im nordschwedischen Älvsbyn wurde Ende Januar der Spatenstich für Polarbröd`s neue Bäckerei gesetzt. Ende Oktober soll das Werk an den Start gehen. Für den Neubau hatte Polarbröd zunächst 359 Mio.SEK (etwa 35 Mio.EUR) veranschlagt, später weitere 55 Mio.SEK (rund 5 Mio.EUR) eingeplant, um mehr Kühlkapazität und zusätzliche Brandschutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Der Hauptsitz Älvsbyn von Schweden`s drittgrößtem Brothersteller war in einem verheerenden Großfeuer im August 2020 komplett zerstört worden. Polarbröd stellt die traditionellen nordschwedischen Flachbrote her, in kleineren Mengen auch fertige Sandwiches.

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