BMEL: Förderprogramm für biologischen Pflanzenschutz

21. April 2021 um 10:21 , Der AUDITOR
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BERLIN. Um Umwelt- und Pflanzenschutz zusammenzubringen, investiert die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, mit ihrem Ministerium massiv in die Erforschung und Entwicklung nicht-chemischer Pflanzenschutzmittel.

Allein im Bereich des Gartenbaus werden nun 27 innovative Vorhaben mit insgesamt 18,4 Millionen Euro gefördert. Die Projekte starten passend im diesjährigen Internationalen Jahr für Obst und Gemüse. Für zwei Verbundvorhaben gab es dabei am Dienstag (20.4.) bereits Förderbescheide:

  • Verbundvorhaben ParaDrosu– "Anwendung von Pupalparasitoiden zur biologischen Regulierung der Kirschessigfliege in der Praxis". Förderung mit rund 730.000 Euro.
  • Verbundvorhaben HOPE– "Entwicklung holistischer Formulierungsverfahren für den biologischen Pflanzenschutz von Beerenobst". Förderung mit rund 843.000 Euro.

Bundesministerin Julia Klöckner: "Unser Ziel ist, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer weiter zu reduzieren und gleichzeitig Ernten zu sichern. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Forschung im Bereich biologischer Alternativen. Diese bringen wir mit dem aktuellen Förderprogramm weiter intensiv voran. So wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich, so viel wie nötig – darum geht es mir. Mit Augenmaß und auf Basis von Fakten und wissenschaftlicher Erkenntnisse."

Darum geht es bei ParaDrosu

Das Forschungsvorhaben ParaDrosu setzt auf ein "mitdenkendes" Pflanzenschutzverfahren. Durch den gezielten Einsatz spezifischer Schlupfwespen, die die Tönnchenpuppen der Kirschessigfliege effizient lokalisieren, befallen und abtöten, sollen bei ausreichender Anwendung der Nützlinge die Populationen des Schädlings langanhaltend über die Saison hinweg niedrig gehalten werden. Bisher existiert in Deutschland noch kein vergleichbares Verfahren zur Regulierung der Kirschessigfliege, das auf dem Einsatz heimischer Nützlinge basiert. Ziel ist es, ein gleichermaßen für den integrierten und den ökologischen Beerenobstanbau geeignetes und vor allem schnell verfügbares Produkt zu entwickeln.

Projektnehmer sind:

  • Julius-Kühn-Institut (JKI) als Koordinator mit seinen Instituten für Biologischen Pflanzenschutz und Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau
  • Hochschule Geisenheim University, Hessen
  • Katz Biotech AG, Baruth/Mark
  • sowie einer Reihe von Praxisbetrieben in Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz


Und das macht HOPE

Gegenstand des Vorhabens HOPE ist die Entwicklung von Formulierungen für den biologischen Pflanzenschutz von Heidelbeeren. Ziel ist die Entwicklung eines "Attract & Kill" Verfahrens für die Bekämpfung von Käferlarven, die die Pflanzenwurzel schädigen. Die Käferlarven sollen durch eine attraktiv wirkende Formulierung auf der Basis eines Granulates oder einer Kapsel gezielt angelockt und durch einen darin formulierten spezifischen insektenpathogenen Pilz abgetötet werden. Innovativ ist auch der Anspruch, eine effektive Sprühapplikation auf der Basis einer neuartigen Virusformulierung gegen die Kirschessigfliege zu entwickeln.

Projektnehmer sind:

  • Fachhochschule Bielefeld als Koordinator, Bielefelder Institut für Angewandte Materialwissenschaften (BIfAM)
  • BIOCARE Gesellschaft für biologische Schutzmittel mit beschränkter Haftung, Dassel
  • Firma Geohumus GmbH, Frankfurt am Main
  • Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, Gießen
  • Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen
  • Spargel und Beerenanbau Winkelmann GmbH & Co. KG, Rahden

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