Blaumohn: Importdefizit übersteigt 20%

26. März 2020 um 08:48 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHRUDIM. Tschechische Händler berichten von geringer Handelsaktivität. Gleichzeitig sind die Mohnimporte nach Deutschland im Vorjahresvergleich deutlich geschrumpft.

Preise 1,60 EUR/kg günstiger als 2019

Die Priese für tschechischen Blaumohn sind weitestgehend stabil mit leicht sinkender Tendenz. Laut den Anbietern sind jedoch sämtliche Preisschwankungen auf den volatilen Wechselkurs zurückzuführen. Sieht man von Abrufen aus Landzeitkontrakten ab, gibt es im tschechischen Mohnmarkt derzeit kaum Handelsaktivität. Größere Geschäfte kommen Händlern zufolge gar nicht zustanden.

Mit 2,76 EUR/kg DDP Deutschland liegen die aktuellen Preisindikationen rund 1,60 EUR/kg unter den Rekordpreisen, die letztes Jahr um diese Zeit verlangt wurden. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2018 bezahlen Käufer allerdings noch immer 0,50 EUR/kg mehr.

Bezüglich der Aussaat für die diesjährige Ernte gibt es noch keine neuen Daten und Marktteilnehmer sehen von Spekulationen ab. 

Blaumohnpreise

Sorte

Preis

Tschechien, <10 ppm Morphin, FCA CZ

2,720 EUR/kg

Türkei, <20 ppm Morphin, CFR Hamburg

3,335-3,400 USD/kg

Quelle: Handel

13% weniger Mohn aus Tschechien

Deutschland importierte zwischen August 2019 und Januar 2020 insgesamt 3.368 mt Mohn*, rund 21% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Während die Lieferungen aus Österreich und den Niederlanden merklich gestiegen sind, ging die Einfuhr aus Tschechien um 13% auf 1.214 mt zurück. Auch die Mohnexporte aus der Türkei, Polen, Frankreich und Spanien haben sich mindestens halbiert. 

Import Mohn* nach Deutschland in mt

Land

2018/19

2019/20

Diff.

Tschechien

1.397

1.214

-13,1%

Österreich

396

856

116,2%

Niederlande

512

786

53,5%

Türkei

604

299

-50,5%

Polen

311

141

-54,7%

Frankreich

100

36

-64,0%

Spanien

206

18

-91,3%

Dänemark

33

12

-63,6%

Ungarn

26

0

-100,0%

China

629

0

-100,0%

Andere

41

6

-85,4%

Gesamt

4.255

3.368

-20,8%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Aug-Jan

*12079190 Mohnsamen, auch geschrotet


Für mehr Informationen gehen Sie zu:
- Preischart für Mohn, <25 ppm, Tschechien
- Preischart für Mohn, <25 ppm, Türkei 
- weitere Preischarts

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Preischart Blaumohn Tschechien
Dateisymbol
Preischart Blaumohn Türkei

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
02.11.2026
DALIAN. Die Preise für Sojabohnen sind in China ungewöhnlich hoch. Exporte dienen mittlerweile als Ausgleich. Japan und Südkorea treiben die Nachfrage an. Russland prägt die heimische Produktion.
Nüsse
02.11.2026
NEU-DELHI. Die Anlieferungen in Indien nehmen zu, wobei die Landwirte dazu angehalten werden, nicht zu viele Erdnüsse zu verkaufen. Auf dem internationalen Markt gewinnt die Qualität zunehmend an Bedeutung.
Ölsaaten
02.11.2026
DALIAN. Chinas Kürbiskernernte 2026 ist deutlich kleiner ausgefallen. Insbesondere Bio-GWS-Kerne sind knapp. Die Preise unterscheiden sich teilweise deutlich.
Ölsaaten
29.10.2026
NEU-DELHI. Indiens Kharif-Ernte bringt eine deutlich kleinere Sesamernte hervor. Der Markt ist angespannt. Die Preise bewegen sich nach oben.