Blaumohn: Europaweite Knappheit

5. September 2017 um 16:00 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PRAG. Nicht nur in Tschechien haben die Bauern in diesem Jahr weniger Blaumohn produziert als erwartet, auch Ursprünge wie Spanien sind betroffen. Attraktive Angebote sucht man vergeblich.

Spanien ist ausverkauft
In Tschechien schätzen Marktteilnehmer die Mohnproduktion 2017 auf ein 4-Jahrestief. Mit knapp 21.000 mt führen die tschechischen Bauern das Feld problemlos an.

Spanische Mohnbauern produzieren in der Regel etwa 9.000 mt Mohn pro Jahr. Ein Großteil der Ernte 2017 fiel allerdings der Hitze zum Opfer, weshalb sich Käufer aus Abnehmerländern wie Polen nach Alternativen umschauen müssen. Die wenigen verfügbaren Mengen spanischer Händler sind bereits in Kontrakten gebunden.

In Ländern wie Spanien, China und Australien wird Mohn in erster Linie zur Morphingewinnung angebaut, der Mohnsamen ist dabei eigentlich ein Abfallprodukt. Aus diesem Grund haben diese Mohnsorten oft einen sehr hohen Morphingehalt, welcher aber durch Erhitzen der Ware schnell reduziert werden kann.  

Blaumohnproduktion, Tschechien

Jahr

ha

mt/ha

mt

2013

20.250

0,69

13.973

2014

27.020

0,91

24.588

2015

32.650

0,82

26.891

2016

35.543

0,80

28.574

2017

32.586

0,64*

20.855

Quelle: Czech Statistical Office

Stand 05.09.2017

Hohes Preisniveau
Aufgrund von Produktionsrückgängen befinden sich die europäischen Mohnpreise auf einem deutlich höheren Niveau als im letzten Jahr, wenn überhaupt Ware angeboten werden kann. Für einzelne LKW-Ladungen gibt es allerdings immer wieder Angebote für tschechischen Blaumohn, diese liegen aktuell bei 1,95 EUR/kg DDP Deutschland. 

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
- Preischart für Mohn, <25 ppm, Tschechien
- Preischart für Mohn, <25 ppm, Türkei

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
01.10.2026
DALIAN. In China ist die Produktionsprognose für Sojabohnen nicht ganz so relevant wie andere Faktoren. Es wird erwartet, dass sich die Trends in der neuen Saison gegensätzlich werden.
Ölsaaten
01.10.2026
ABUJA/NEU-DELHI. In Nigeria trifft die neue Ernte in den Handelsmärkten ein. In Indien ist die Kharif-Aussaat so quasi abgeschlossen. Chinas Sesamimporte liegen etwa auf dem Vorjahresniveau.
Ölsaaten
30.09.2026
SOFIA/KYJIW. Das Eintreffen der neuen Ernte setzt die Sonnenblumenkernpreise im bulgarischen Markt unter Druck. In der Ukraine ist die Ernte zu rund einem Drittel eingefahren. EU-Länder haben ihre Importe seit Anfang Juli um fast 80% gesteigert.
Ölsaaten
30.09.2026
OTTAWA/ASTANA. Kanadische Bauern konnten auch in diesem Jahr gute Erträge erzielen. Hohe Überhangbestände aus dem Vorjahr bilden ein zusätzliches Versorgungspolster. Die Preise für kanadische Leinsaat bleiben so günstig wie seit Jahren nicht mehr.