Bio-Rohstoffe

Bio-Chia: Wetterwidrigkeiten lassen Preise massiv steigen

7. Oktober 2021 08:55, Der AUDITOR
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ASUNCION/KAMPALA. Frost und Trockenheit haben den Chia-Ernten Südamerikas in diesem Jahr schwer zugesetzt. Ein massiver Preisanstieg war die Folge, begleitet von den im internationalen Markt ohnehin vorherrschenden höheren Beschaffungskosten aufgrund der logistischen Hürden und Einschränkungen.

Wachsende Nachfrage

Chia (lat. Salvia hispanica) ist der essbare Samen einer Blütenpflanze der Minzgewächse und gehört zu den sogenannten Pseudogetreiden. Ursprünglich in Zentralamerika beheimatet, wird Chia heutzutage neben Mexiko und Guatemala vorrangig in südamerikanischen Staaten wie Argentinien, Bolivien, Ecuador und Paraguay kommerziell angebaut. Der Ertrag liegt bei kommerziell bewirtschafteten Feldern in der Regel zwischen 1,0 und 1,5 mt/ha, in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft können die Erträge Berichten zufolge aber auch schon mal bei 2,3 mt/ha liegen.

Mit der weltweit zunehmenden Beliebtheit der im europäischen Markt noch als „Novelty Food“ geltenden Samen wurden auch vermehrt andere Anbauregionen, vor allem in afrikanischen Staaten, etabliert. Seit einigen Jahren wird beispielsweise der Anbau von Bio-Chia in Uganda besonders gefördert. Die wachsende Beliebtheit ist vor allem auf die positiven ernährungsphysiologischen Eigenschaften der Samen zurückzuführen, die unter anderem reich an Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren sind. In ihrer Zusammensetzung sind sie durchaus mit Leinsaat vergleichbar. 

Hohe Preise bis Sommer 2022?

In diesem Jahr haben frostige Temperaturen und fehlende Niederschläge die Chia-Anbauregionen in Südamerika hart getroffen. Besonders extrem sollen die Verluste in Bolivien, Argentinien und Paraguay sein. Marktteilnehmer schätzen, dass hier etwa die Hälfte der Produktion verloren gegangen ist, teilweise mussten Farmer ihre komplette Ernte abschreiben. Zudem verschärft die Trockenheit die ohnehin schon schwierige Transportsituation. In für den Transport genutzten Inlandsflüssen ist der Wasserstand zu niedrig, weshalb sie nicht befahren werden konnten.

In einem normalen Jahr liege die Preise für Bio-Chia etwa bei 2,00-2,50 EUR/kg CIF EMP, vereinzelt gibt auch mal Angebote unter 2,00 EUR/kg. In diesem Jahr sorgten die Ernteverluste und der Anstieg der Transportkosten allerdings dafür, dass sich die Preise für Bio-Chia verdoppelt haben, aktuell liegen sie etwa 4,50-5,50 EUR/kg CIF EMP. Marktteilnehmer rechnen noch bis November mit weiteren Preisanpassungen.

Viele Lieferanten können ihre Kontrakte unter diesen Umständen nicht bedienen und berufen sich auf höhere Gewalt. Im Zuge dessen wurde – auch von offizieller Seite wie der Regierung in Paraguay – diskutiert, wie wichtig die Förderung von künstlichen Bewässerungssystemen sei, um wichtige Agrarrohstoffe in Zukunft besser versorgen zu können. 

Afrikas Ernten bringen nicht den nötigen Ausgleich

Die hohen Verluste in Ländern wie Paraguay können durch die noch ausstehenden Ernten in Afrika nicht ausgeglichen werden. Zwar wird in Ländern wie Uganda, die ideale Voraussetzungen für den Chia-Anbau bieten, seit geraumer Zeit gefördert, die dort produzierten Mengen sind allerdings noch zu niedrig, um die entstandene Lücke zu füllen. Zudem kommen diese Ernten erst im zwischen März und Mai kommenden Jahres auf den Markt. Marktteilnehmern gehen daher davon aus, dass sich die Preise für Bio-Chia erst im Sommer 2022 etwas normalisieren werden, wenn die in Südamerika stattfindenden Ernten absehbar und in gutem Zustand sind. Wetterexperten zufolge war Frost schon immer eines der größten Wetterrisken für den Chia-Anbau.

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