Asiens Monsunregen eskalieren

18. August 2020 um 16:01 , Der AUDITOR
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FRANKFURT/PEKING. In diesem Jahr sind Asiens Monsunregen besonders heftig. Bangladesch, Indien und China melden katastrophale Niederschäge und in der Folge Überschwemmungen. China trifft nach Ausbruch der Afrikanischer Schweinepest vor zwei Jahren und der Corona-Pandemie im Dezember 2019 nun eine der schlimmsten Überschwemmungen seit 2016 und 1998. Nicht nur Chinas Reisernte ist in Gefahr.

China hat sich kaum von den Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und Corona-Pandemie erholt, da schlittert das Land schon in die nächste Katastrophe. Weite Gebiete des Jangtse-Beckens stehen unter Hochwasser. Dort liegt eines der wichtigsten Reisanbaugebiete Chinas. Laut chinesischem Ministerium für Wasserressourcen sind 443 Flüsse über die Ufer getreten, 33 davon erreichten jemals höchste Pegelstände. Im Juli waren laut Ministeriums für Nothilfe 38 Mio. Menschen von den Folgen der Überschwemmungen betroffen. Etwa 3 Mio. Menschen mussten evakuiert werden. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben. Die unmittelbaren wirtschaftlichen Schäden bezifferte das Ministerium auf umgerechnet 13 Mrd. Euro. Das Schlimmste stehe laut chinesischer Behörden jedoch noch bevor. Das war auch im Jahr der großen Flutkatastrophe 1998 der Fall, als fünf der acht Hochwasserwellen im August-Monat gegen die Deiche peitschten. Damals kamen mehr als 3000 Menschen um. Li Yao, Dozent an der National University of Singapore, schätzt, dass die Fluten mehr als 20.000 Quadratkilometer chinesisches Ackerland überschwemmt haben und doe Lage der letzten Hochwasserkatastrophe 2016 ähnelte. 1998 waren es sogar 80.000 Quadratkilometer. Nun drohen Dammbrüche, wie der Drei-Schluchten-Staudamm, der Flutkatastrophen eigentlich verhindern sollte. So waren in Yichang unterhalb des Drei-Schluchten-Staudamms in dieser Woche 59.700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen worden, obwohl die Deiche nur für 57.000 ausgelegt sind. Noch kritischer wären die Deiche im Mittellauf des Jangtse.

Chinas Reisernte in Gefahr
Die Niederschlagsmenge war seit Anfang Juli stark gestiegen und lag für diese Jahreszeit im südlichen Jangtse-Tal, einem Kerngebiet Chinas Reisproduktion, mehr als 200 mm/qm über dem Normalwert. Satellitendaten deuten auf schwere Überschwemmungen in den südlichen Provinzen des Jangtse-Tals hin, darunter Jiangsu, Anhui und Hubei. Diese drei Provinzen produzieren rund 56,0 Mio. mt Reis, gut 39 % der Reisernte Chinas. Die Weizenernte konnte noch rechtzeitig geborgen werden. Der Gemüseanbau ist dagegen von Überschwemmungsschäden betroffen. Aber es kommt noch schlimmer: Starke Regenfälle und Überschwemmungen im Süden Chinas scheinen neue ASP-Fälle auszulösen, meldete der Nachrichtendienst Reuters. Wenn es so stark weiter regnet, könnten die Schweinebestände in einigen Provinzen wie Sichuan, Guangdong, Guangxi und Jiangxi um bis zu 20 % schrumpfen. Laut Chefanalyst Ping Chew bei der Rabobank Research in Asien könnten in den letzten Wochen bis zu 20 Mio. Schweine ertrunken sein, das wären 5 % der derzeitigen chinesischen Schweinepopulation von 340 Mio. Tieren. Die Lieferketten für Chinas Agrarprodukte sind seit Corona blockiert, sodass die Mais- und Getreideimporte spürbar zunehmen werden. Bereits in den letzten Wochen sind die Weizen- und Maispreise Chinas kräftig gestiegen.

 

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