BIS-Handels GmbH will mit ukrainischen Sonnenblumenkernen den deutschen Markt erobern

20. März 2019 um 08:34 , Der AUDITOR
Fabrikgelände der Agroinvest Kherson
Fabrikhalle der Agroinvest Kherson von innen
Anbaufläche in Bulgarien
Fabrikgelände der Agroinvest Kherson
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BOBINGEN/KHERSON. Die BIS-Handels GmbH wurde 2015 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Bobingen, südlich von Augsburg. Das Handelsunternehmen ist ISO zertifiziert und hat eine Mitgliedschaft bei der Ethical Trading Initiative beantragt.

Seit ihrer Gründung betreibt die BIS-Handels GmbH moderne, ISO 22000 und FSSC 22000 zertifizierte Verarbeitungs- und Reinigungsanlagen in der Ukraine und Bulgarien. Weitere Zertifizierungen sind in Planung (ISO 14000). Die verarbeiteten Produkte kommen direkt aus dem jeweiligen Ursprungsland.

Frau Sengül Turan ist seit 2015 bei der BIS-Handels GmbH als Geschäftsführerin tätig und teilt sich diese Position mit Herrn Dimitar Ivanov. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe an ihren Standorten in Deutschland, der Ukraine und Bulgarien rund 60 Mitarbeiter. 

AUDITOR: Sie haben Ihren Sitz in Bobingen. Weshalb haben sie sich bei der Platzierung Ihrer Werke gerade für die Ukraine und Bulgarien entschieden?
Turan: In der Ukraine sitzt unsere Muttergesellschaft, Agroinvest Kherson. Die hat Herr Ivanov bereits vor zehn Jahren gegründet. Wir kaufen die Rohware direkt vor Ort ein und verarbeiten sie. Über Anbauverträge mit den örtlichen Bauern stellen wir sicher, dass die Sonnenblumenkerne unseren Qualitätsanfordergerungen entsprechen. In unserem Produktionsbetrieb in der Ukraine (Kherson) werden vor allem Sonnenblumenkerne, confection verarbeitet. Seit kurzem auch Bakery-Kerne. Über unsere Filiale in Bulgarien (Plovdiv) importieren und exportieren wir Hülsenfrüchte, Gewürze und Ölsamen. 

AUDITOR: Wie garantieren Sie die Qualität Ihrer Produktion im Ausland?
Turan: Wir von BIS Handels GmbH gewährleisten die höchstmögliche Qualität unserer Produkte durch die fortwährende Optimierung der Zusammenarbeit mit unseren Partnern. Dazu gehört vor allem die Aufrechterhaltung und Fortentwicklung eines Lebensmittelmanagement-Systems nach den Anforderungen der ISO-Normen und die konsequente Weiterbildung unserer Mitarbeiter. 

AUDITOR: Seit wann sind Ihre Verarbeitungsanlagen in Betrieb? Reichen Ihre Maschinen aus, um alle Anfragen bewältigen zu können?
Turan: Unsere Verarbeitungsanlagen kommen von Akyurek Technology und sind etwa fünf bis sechs Jahre alt. Wir haben individuelle Entwicklungspläne für unsere Verarbeitungsanlagen. Aktuell sind unsere Kapazitäten vollkommen ausreichend, um den Bedarf unserer Kunden zu decken. 

AUDITOR: Sie haben bereits ein ISO 22000 und ein FSSC 22000 Zertifikat. Sind weitere geplant?
Turan: Ja, im Moment durchlaufen wir den Zertifizierungsprozess für die ISO 14000: Grundlagen des Umweltmanagements. 

AUDITOR: Welche Agrarprodukte stehen bei der BIS-Handels GmbH im Fokus?
Turan: Unser Hauptgeschäft ist der Importhandel von schwarzen Sonnenblumenkernen sowie geschälten Sonnenblumenkernen. Diese beziehen wir aus der Ukraine, wo unsere größte Verarbeitungsanlage eingerichtet ist. 

AUDITOR: Sie verarbeiten erst seit kurzem in ihrem ukrainischen Werk auch Sonnenblumenkerne, bakery. Wie kam es dazu?
Turan: Traditionell haben wir überwiegend Sonnenblumenkern, confection verarbeitet. Wir mussten aber schnell feststellen, dass wir mit Confection-Kernen nur wenig Chance im deutschen Markt haben. So fiel recht schnell die Entscheidung, uns an der Nachfrage zu orientieren und auch Sonnenblumenkerne, bakery anzubieten. 

AUDITOR: Können Sie uns einen kurzen Überblick über die Angebotssituation im ukrainischen Sonnenblumenkernmarkt verschaffen?
Turan: Natürlich. Im vergangenen Jahr hat die Ukraine eine große Menge Sonnenblumenkerne produziert. Das Angebot ist entsprechend gut. Bei Abnahme eines vollen LKW können wir Sonnenblumenkerne, bakery ab 620 EUR/mt DDP Deutschland liefern. Confection-Kerne bekommt man bei uns aktuell für rund 890 EUR/mt DDP Deutschland. Da wir unsere eigenen Verarbeitungsanlagen haben und die Ware direkt von den Produzenten beziehen, können wir bei größeren Abnahmemengen in der Regel den Preisvorstellungen unserer Kunden entgegenkommen.  

AUDITOR: Wohin exportiert die BIS-Handels GmbH die Ware in erster Linie und wer gehört zu Ihrer Zielgruppe?
Turan: Derzeit fokussieren wir uns auf den deutschen Markt. Unsere Kollegen in der Ukraine und Bulgarien arbeiten zudem mit Kunden aus Rumänien, der Ukraine, Litauen und Spanien zusammen. Wir beliefern vor allem die Lebensmittelindustrie und den Großhandel. 

AUDITOR: Sie profitieren von Ihren Bezugsquellen direkt im Ursprung. Haben Sie Pläne für die Zukunft?
Turan: Genau, unsere Partner vor Ort sind eine unserer Stärken. Wie haben optimale Voraussetzungen, um große Mengen verarbeiten und exportieren zu können. Langfristig wollen wir unser Netzwerk ausbauen, um weltweit als Sonnenblumenkernlieferant im Markt agieren zu können. 

Weitere Informationen zur BIS-Handels GmbH finden Sie hier: www.bis-handelsgmbh.de

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