Zitronen: Europa führend bei der Weltproduktion 2020

1. März 2021 um 11:50 , Der AUDITOR
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BERLIN/BRÜSSEL. Für die europäische Zitronenproduktion könnte es zurzeit kaum besser laufen. Die Türkei und Argentinien haben dagegen mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Spanien steigert Exporte um 33%

Der weltweite Zitronenanbau konnte im vergangenen Jahr deutliche Steigerungen verzeichnen; das ergeben Daten der World Citrus Organisation, eine globale Plattform für Dialog und Aktion, die Herstellerländer von Zitrusfrüchten zusammenbringt. 2018 lag die Produktionsmenge noch bei 5,7 Mio. mt, 2020 wurden bereits 6,5 Mio. mt registriert. Auch die Exporte konnten merklich gesteigert werden, was nicht zuletzt an der Covid-19-Pandemie liegt: Zitronen gelten als eine der besten Vitamin-C-Quellen und stärken das Immunsystem. Spanien konnte seine Zitronenexporte im März 2020 im Vergleich zu März 2019 um ganze 33% steigern. "In den Monaten März und April 2020 wurde ein neuer Verbraucherrekord in den europäischen Haushalten aufgestellt", heißt es in einer Erklärung des Verbands der Zitronen- und Pampelmusenproduzenten in Spanien (Asociación Interprofesional de Limón y Pomelo, kurz AILIMPO). Deutschland legte dabei bei den Importen ordentlich zu. In der Saison 2019-2020 stiegen die Zitroneneinfuhren aus dem Mittelmeerraum um 16% und belaufen sich auf 220.000 mt.

Pestizide und Schädlinge verhindern Einfuhr in die EU

Weniger gut läuft es für die Zitronenproduzenten in der Türkei. Nachdem es wiederholt zu Meldungen durch das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (Rapid Alert System for Food and Feed, RASFF) aufgrund zu hoher Pestizidrückstände kam, hat die Europäische Kommission den Import und die Vermarktung von türkischen Zitronen in der EU untersagt. Zudem wurde im August 2020 die Einfuhr von Zitronen aus Argentinien verboten, um die Einführung und Ausbreitung von Phyllosticta citricarpa zu verhindern, einem schädlichen Organismus, der die Schwarzfleckenkrankheit (Citrus Black Spot) verursacht. Das europäische Modell hingegen erfüllt die anspruchsvollen Standards, sodass europäische Zitronen sich in der Regel durch eine sehr gute Qualität auszeichnen. Zudem verfügen die Bauern über ein Handbuch für die Behandlung und den Anbau von Zitronen, um ein gesundes und hochwertiges Produkt zu erhalten und Probleme wie in anderen Anbaugebieten zu vermeiden. "Lebensmittelsicherheit und Pflanzengesundheit sind die Schlüsselpunkte. Das Handbuch ist ein grundlegendes und unerlässliches Werkzeug, um Garantien für höchste Qualität und Lebensmittelsicherheit anbieten zu können", versichert Antonio Moreno, Präsident von AILIMPO.

Europa etabliert sich

Durch den hohen Anspruch bei der Produktion und den qualitativ hochwertigen Ergebnissen schafft es Europa, seine Position als Weltmarktführer zu halten. Mit über 9 Mio. Zitronenbäumen ist der europäische Mittelmeerraum das Hauptanbaugebiet, Tendenz wachsend. 2020 konnte hier eine Ernte von 1,9 Mio. mt erzielt werden. Damit etabliert sich die EU als weltweit führender Anbieter für Zitronen, noch vor Argentinien (1,5 Millionen Tonnen), den USA (798.000 Tonnen) und der Türkei (700.000 Tonnen). Mit 1,2 Millionen Tonnen angebauter Zitronen in 2020 ist Spanien der wichtigste europäische Zitronenproduzent.

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