Weizen: Vorsichtiger Markt in Deutschland
2. August 2019 um 11:16 ,
Der AUDITOR
In Chicago notierte der Fronttermin heute Morgen 10 Cent niedriger bei knapp 4,80 US-Dollar je Bushel. In Paris gab dieser um 1,75 EUR auf 173 EUR je mt nach. Die gestern in den USA veröffentlichen Exportzahlen für Weizen in der Woche bis 25. Juli lagen mit 383.100 mt für 2018-19 um 42 % niedriger als zur Vorwoche. Das Ergebnis entsprach aber den Erwartungen. Die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins um einen viertel Prozentpunkt zu senken, ließ den US-Dollar steigen, wodurch sich die Wettbewerbsfähigkeit von US-Weizen verschlechterte. Südkorea dürfte heute 50.000 mt Futterweizen und 31.700 mt kanadischen Weizen kaufen, die Ausschreibung endet heute.
In Westeuropa gaben die Weizenpreise gestern weiter nach. Frankreichs Handel bewertete den Exportpreis FOB Rouen um 1 EUR schwächer als gestern. Die französische Weizenernte soll trotz der Hitze im Südwesten um 10-16 % höher ausfallen, Richtung Norden und noch mehr Richtung Osten nehmen die Erträge ab. Der Analyst Tallage veranschlagte Frankreichs Weizenernte auf 39 Mio. mt, was ein Plus von 5,2 Mio. mt zum Vorjahr bedeutet. Noch fehlt dem Markt die Exportnachfrage. Laut Handel stiegen Frankreichs Weizenexporte in der letzten Woche in die Maghreb-Staaten auf fast 200.000 mt gegenüber 31.500 mt in der Vorwoche.
In Deutschland entwickelt sich der Weizenmarkt aus der neuen Ernte nur zögerlich. Mühlen warten ab, weil ihnen die Preise zu hochliegen und das Mehlgeschäft fehlt, hieß es heute Morgen vom Handel. Dabei lagen französische Brotweizenofferten ex Ernte bei 172-173 EUT je mt FRANKO Niederrhein, für Oktober-Dezember bei 180 EUR je mt. Proteinwerte und Hektolitergewichte überzeugen, über die Kleberqualitäten gab es noch zu wenig Proben. Auch deutscher Mahlweizen hat am Markt spürbar nachgeben und wird um 168-169 EUR je mt ex Ernte FRANKO Oberrhein und 171-173 EUR je mt Niederrhein angeboten. Nach Meinung des Handels sind die Mühlen bisher nicht gut gedeckt, aber das inländische Weizenangebot ist derzeit überschaubar. Die Weizenerträge und Qualitäten scheinen in der Magdeburger Börde noch schlechter auszufallen als im trockenen Vorjahr. In der Leipziger Tieflandbucht bestätigen sich schwache Druschergebnisse, jedoch mit akzeptablen Proteinwerten, hieß es vom Handel. Deutlich preiswerter soll baltischer Futterweizen um 152 EUR ab Station Vilnius und polnische Ursprünge um 157 EUR je mt ab Station Slaski und Zachodni gehandelt werden.
In der Ukraine wird Futterweizen zu Preisen um 175 US-Dollar je mt CPT angeboten, was umgerechnet 157 EUR mt ab Hafenlager bedeuten würde. Die ukrainische Weizenernte wird laut Informationsdienst AKP-Inform auf 27,5 Mio. mt geschätzt, ein Plus von 11 % zum Vorjahr. Dabei sollen die Proteinwerte höher liegen als im Vorjahr. Gut lief das Exportgeschäft der Ukraine, die im Juli 3,7 Mio. mt Getreide exportierte, gut 1,3 Mio. t mehr als vor einem Jahr. Die Weizen- und Gerstenausfuhren stiegen um jeweils 400.000 mt auf 1,4 Mio. bzw. 1,0 Mio. mt, berichtete AKP-Inform unter Berufung auf Zollangaben.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP *12,5 RP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen |
168,00 |
-1,00 |
|
La Pallice |
166,00 |
-1,00 |
|
Creil |
164,00 |
0,00 |
|
Hamburg |
175,00 |
0,00 |
|
Westfalen |
173,00 |
0,00 |
|
Rheinland |
172,00 |
0,00 |
|
Oberrhein |
168,00 |
0,00 |
|
Dresden |
- |
- |
|
Russland* |
- |
- |
|
Ukraine |
157,00- |
0,00 |
|
Argentinien |
- |
- |
EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
|
EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
38.100 |
34.010 |
|
Deutschland |
24.704 |
20.264 |
|
VK |
15.436 |
14.086 |
|
Polen |
10.942 |
9.615 |
|
Rumänien |
7.800 |
8.404 |
|
EU-28 |
143.086 |
129.703 |
Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
|
Welt-Weizenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
51.800 |
51.300 |
|
Kanada |
33.900 |
31.800 |
|
Argentinien |
20.000 |
19.500 |
|
Australien |
21.200 |
17.300 |
|
China |
132.000 |
131.400 |
|
Indien |
101.200 |
99.900 |
|
Russland |
75.000 |
71.700 |
|
Ukraine |
28.000 |
25.100 |
|
Kasachstan |
13.800 |
13.900 |
|
EU-28 |
151.500 |
139.000 |
|
Welt |
780.800 |
731.700 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.