Weizen: So startet der Markt ins Neue Jahr 2019

7. Januar 2019 um 09:57 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

FRANKFURT. Der Weizenmarkt startete fester ins Neue Jahr 2019, besonders in der EU-28 erhielt der Markt Auftrieb, dazu gleich mehr. In den USA sprach der Handel zuletzt von einer Nachfragebelebung, bedingt...

durch gestiegene Weizenpreise in Russland, Australien und Argentinien. Exportzahlen standen wegen des Shutdowns in den USA nicht zur Verfügung, auch dürfte der kommende WASDE-Report am 11. Januar verschoben werden, weil es in den USA weiterhin keine Anzeichen für eine Einigung im Haushaltsstreit gab. Analysten gingen davon aus, dass der US-Winterweizenanbau weiter auf 31,513 Mio. Acres zurückgegangen ist gegenüber 32,535 Mio. Acres im Vorjahr. Zwischen USA und China werden diese Woche die Schlichtungsverhandlungen im Zollkonflikt in Peking fortgesetzt. Argentiniens Weizenernte war zuletzt zu 90 % abgeschlossen, die Inlandsproduktion wurde auf 19 Mio. mt geschätzt.

In der EU-28 zogen die Weizenpreise weiter an. Dabei kostete Mahlweizen an Frankreichs Atlantikküste zuletzt 203,00 EUR/mt CPT Rouen und La Pallice, an der Mosel 196 EUR/mt, während an der nördlichen Rheinschiene für B-Weizen per Liefertermin Januar 2019 um 222 EUR/mt und per Januar/März 2019 um 222 EUR/mt DAP offeriert werden. A-Weizen lag in Hamburg bei 210 EUR/mt DAP. In Westeuropa sorgte die Ablehnung eines argentinischen Weizentenders nach Algerien für Aufsehen, bestätigte sich die schlechte Qualität der argentinischen Ware, was Frankreich bessere Exportchancen  ermöglicht. Beim Import und Export änderte sich in der  EU wenig, importierte die EU-28 seit Kampagnebeginn 2.393.111 mt gegenüber 1.517.416 mt im Vorjahr, was einen Zugang von 58 % bedeutete, lag der Wochenimport mit 875.696 mt gegenüber der Vorwoche von 815.053 mt weiterhin hoch. Gering blieb der Export von EU-Weizen in Drittländer, führte die EU-28 nur 113.028 mt gegenüber 129.228 mt in der Vorwoche aus und erreichten die Gesamtexporte in der Kampagne mit 8.257.795 mt gegenüber 11.356.945 mt ein um 27 % geringeres Ergebnis als im Vorjahr.

Am Schwarzmeer werden erste stärkere Nachfröste über -10 bis -15 °C erwartet, jedoch schützt eine Schneedecke die Weizenbestände vor Frostschäden, wobei jedoch die Schiffsverladungen sich etwas verzögern könnten. Im Dezember sorgte Russland jedoch noch einmal für hohes Exporttempo, erwartete Moskau nach Weizenausfuhren von 23,82 Mio. mt bis Weihnachten noch eine verfügbare Exportmenge von 13,2 Mio. mt für das zweite Halbjahr 2018/19, lagen im Dezember Russlands Weizenexport bei 4,05 Mio. mt Weizen.

Wir wünschen allen Marktteilnehmern ein gutes Neues Jahr 2019!

 

Weizen-Terminkurse

MATIF  (Vortag)

Termin

EUR/mt

Veränd.

Front

207,00

1,00

Mai

208,00

0,75

Sep

150,50

0,25

 

CBoT US (Vortag)

Termin

EUR/mt

Veränd.

Front

166,67

0,19

Mai

168,53

0,20

Juli

170,62

-0,04

 

Black Sea US (Vortag)

Termin

EUR/mt

Veränd.

Front

212,87

-0,08

Feb

215,94

-0,52

Mrz

219,45

-0,08

 

Weizen-Kassamarkt (Basis Januar)

B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP  *12,5 RP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

203,00

1,00

La Pallice

203,00

1,00

Ostsee

202,00

0,00

Hamburg

208,00

1,00

Westfalen

222,00

1,00

Rheinland

217,00

1,00

Oberrhein

206,00

0,00

Dresden

192,00

0,00

Creil

193,00

0,00

Mosel

196,00

0,00

Ukraine

207,32

4,20

Russland*

209,32

5,22

Argentinien

201,75

-0,63

 

A-Weizen (13/250/76,) DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Ostsee, FOB

210,00

1,00

Benelux

215,00

1,00

Hamburg

210,00

1,00

MLK, FOB

208,00

1,00

Rheinland

217,00

1,00

Stuttgart

209,00

1,00

München

207,00

1,00

Dresden

207,00

1,00

 

Futterweizen (72/73), DAP/FOB

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland

215,00

1,00

Hamburg

208,00

0,00

S-Oldenburg

219,00

0,00

Niederrhein

213,00

1,00

Oberrhein

206,00

0,00

Creil

193,00

0,00

Mosel

196,00

0,00

Ukraine

181,34

3,10

 

Hartweizen, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

La Pallice

210,00

0,00

P. la Nouvelle

215,00

0,00

Loir-Loiret

215,00

0,00

 

Aktueller Weizenexport (inkl. Mehl)

Nation

Ziel  (Mio. mt)

Woche (mt)

Stand (Mio. mt)

Vorjahr (mt)

 

EU-28

20,0

113.028

8.257.795

11.356.945

 

 

EU-Weizenernte 2018/19 (Prognose)

EU-Weizenernte (1.000 mt) 

Länder

2018/19

2017/18

Frankreich

34.180,0

36.560,0

Deutschland

19.791,0

24.311,0

VK

13.635,0

15.165,0

Polen

9.615,0

11.580,0

Rumänien

8.400,0

8.611,0

Bulgarien

5.677,0

5.827,0

EU-28

129.220,0

141.978,0

*ohne Durum

Welt-Weizenernte 2018/19 (Prognose)

Welt-Weizenernte (Mio. mt) 

Länder

2018/19

2017/18

USA

51,30

47,41

Kanada

31,00

32,50

Australien

19,50

21,20

EU-28*

138,50

150,90

Russland

70,00

85,00

Ukraine

25,50

26,90

EU-28

730,82

757,85

*inkl. Durum

 

 

 

 

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Geringe Verfügbarkeit sorgt im chinesischen Markt für eingeschränkte Handelsaktivität. In der Ukraine ist Anbaufläche deutlich kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Die EU-Importe sind 2025/2026 um 20% zurückgegangen.
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Während der Sommermonate verläuft der Handel im chinesischen Markt üblicherweise etwas zäher. Die neue Ernte soll die Marktlage entspannen. Ukrainische Bauern haben ihr Aussaatziel übertroffen.
Bio-Rohstoffe
11.06.2026
ASUNCIÓN/SUCRE. In Paraguay steht der neuen Ernte die kritischste Zeit des Jahres bevor. Noch erlauben die Wetteraussichten einen zuversichtlichen Ausblick. Boliviens Handel wird durch Straßenblockaden beeinträchtigt.
Getreide
27.05.2026
KYJIW/DALIAN. Die Hirseaussaat in der Ukraine liegt weit hinter den Erwartungen zurück. In China gleichen sich Angebot und Nachfrage aus. Die EU-Importe sind um 16% zurückgegangen.