Weizen: Frankreich fit für den Export
30. Juli 2019 um 10:39 ,
Der AUDITOR
Die US-Winterweizenernte war zu 75 % abgeschlossen, nur im pazifischen Nordwesten und nördlichen Plains stand noch Weizen auf dem Feld. Die Ernte hat 11 % Rückstand zum Vorjahr. Die US-Sommerweizenernte startet in den nächsten 30 Tagen. Deren Zustandsnote sank um 3 % auf 73 % gut-exzellenter Pflanzen im Vergleich 78 % im Vorjahr. Die Exportinspektion für US-Weizen bis 25. Juli verfehlte mit 390.730 mt das Vorwochenergebnis um 12,6 %. Die Exportinspektion über die gesamte Saison übertraf mit knapp 3,8 Mio. mt den Vorjahreswert um 24,5 %, teilte Brugler Marketing & Management mit. Im Vergleich dazu stieg Kanadas Weizenexport laut CGC-Daten auf 17,76 Mio. mt gegenüber 15,84 Mio. mt zur vorjährigen Saison.
In Frankreich erwarten die Experten der Soufflet-Gruppe eine Weizenernte von 38-39 Mio. mt gegenüber 34,01 Mio. mt im Vorjahr. Die Qualität erfüllt mit durchschnittlich 11,5 % Rohprotein und guten Hektolitergewichten die Exportnorm. Mit 4 bis 5 Mio. mt Produktionsplus über dem Vorjahr sei Frankreich gut gerüstet für umfangreiche Weizenexport nach Übersee, hieß es vom Handel. Dieser erwartet noch diese Woche eine Ausschreibung für einen Weizentender nach Algerien.
In Deutschland ist die Weizenernte in der Mitte bald abgeschlossen, im Norden und Nordosten erst am Anfang. Die Hektolitergewichte bei B-Weizen scheinen überwiegend ausreichend auszufallen, die Rohproteinwerte variieren stark. Am Oberrhein werden Preise für B-Weizen von 168 EUR je mt FRANKO Mühle mitgeteilt, für A-Weizen 2-3 EUR mehr bewilligt. Futterweizen wird zu Preisen um 166-168 EUR ex Ernte FRANKO Niederrhein und 175 EUR je mt FRANKO Südoldenburg und Süd-Holland gehandelt. Französische Offerten liegen für Mahlweizen um 168-171 EUR je mt FRANKO Niederrhein. Dies könnte für niederrheinische Handelsmühlen durchaus lohnen, wenn auch höherer Mengendruck Frankreichs nach der Ernte nicht ausgeschlossen werden kann. Der Bedarf an Aufmischweizen dürfte dieses Jahr in Frankreich vergleichsweise gering ausfallen.
Russland exportierte laut Zolldaten bis zum 25. Juli mit rund 2,59 Mio. mt Weizen gut 21 % weniger als im Vorjahr. Die Exportpreise lagen laut SovEcon für Weizen mit 12,5 Rohprotein bei 173,35 EUR je mt FOB Novorossiysk.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP *12,5 RP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen |
170,00 |
0,00 |
|
La Pallice |
169,00 |
0,00 |
|
Creil |
164,00 |
0,00 |
|
Hamburg |
173,00 |
0,00 |
|
Westfalen |
175,00 |
0,00 |
|
Rheinland |
173,00 |
0,00 |
|
Oberrhein |
168,00 |
0,00 |
|
Dresden |
- |
- |
|
Russland* |
- |
- |
|
Ukraine |
- |
- |
|
Argentinien |
- |
- |
EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
38.100 |
34.010 |
|
Deutschland |
24.704 |
20.264 |
|
VK |
15.436 |
14.086 |
|
Polen |
10.942 |
9.615 |
|
Rumänien |
7.800 |
8.404 |
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EU-28 |
143.086 |
129.703 |
Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
|
Welt-Weizenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
51.800 |
51.300 |
|
Kanada |
33.900 |
31.800 |
|
Argentinien |
20.000 |
19.500 |
|
Australien |
21.200 |
17.300 |
|
China |
132.000 |
131.400 |
|
Indien |
101.200 |
99.900 |
|
Russland |
75.000 |
71.700 |
|
Ukraine |
28.000 |
25.100 |
|
Kasachstan |
13.800 |
13.900 |
|
EU-28 |
151.500 |
139.000 |
|
Welt |
780.800 |
731.700 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.