Weizen: Frankreich erhält Algeriens Weizentender
1. August 2019 um 10:43 ,
Der AUDITOR
In Chicago notierte der Fronttermin heute Morgen unter 4,90 US-Dollar je Bushel, in Paris unter 175 EUR je mt, gut 2 EUR niedriger als am Vortag. In den USA zog die Preisschwäche bei Mais auch Weizen mit nach unten, meinten Experten von Brugler Marketing & Management. Der Wettermarkt lieferte keine neuen Preissignale für Weizen. Die wöchentlichen Exportumsätze bis 25. Juli werden vom US-Handel auf 300.000 bis 600.000 mt geschätzt. Letzten Donnerstag erreichte dieser 669.720 mt Die Handelsgespräche mit China in Shanghai lieferten keine neuen Erkenntnisse und sollen im September in Washington fortgesetzt werden. Exportseitig kauften die Philippinen 65.000 Tonnen Weizen aus den USA.
In Paris tendierte Weizen deutlich schwächer. Um 4 bis 5 Mio. mt höhere Ernteerwartungen bei Frankreichs Weizenernte, die über 39 Mio. mt erreichen soll, drückten die Kurse. Tallage erhöhte seine Schätzung für die französische Weizenernte um 2 Mio. mt auf jetzt 38,98 Mio. mt. In diesem Zusammenhang erwartet Frankreichs Handel auch in der Ukraine eine 4 Mio. mt und in Russland um 2,5 Mio. mt höhere Weizenernte. In der Summe ergäbe dies ein um 11 Mio. mt höheres Weizenangebot in Europa. Das Anfang der Woche kursierende Gerücht über einen Weizentender Algeriens bestätigte sich. Den Zuschlag über 570.000 mt Weichweizen erhielt größtenteils Frankreich. Jedoch war der Handel enttäuscht über den niedrigen Preis von durchschnittlich 215 US-Dollar Cost & Freight. Dies führte zu einem Rückgang der Weizenpreise in Frankreich.
In Deutschland veranschlagte der Deutsche Bauernverband seine Weizenprognose auf 22 Mio. mt, gut 3,3 Mio. mt niedriger als im fünfjährigen Mittel. Dabei unterstellte der Verband einen Durchschnittsertrag von nur 7,4 mt je Hektar gegenüber 8,0 mt je mt im Mittel. Weizenerträge und Qualitäten scheinen in der Magdeburger Börde noch schlechter auszufallen als im trockenen Vorjahr. In der Leipziger Tieflandbucht bestätigen sich schwache Druschergebnisse, jedoch mit akzeptablen Proteinwerten, hieß es vom Handel. Daher richtet sich die Nachfrage vermehrt auf französischen Mahlweizen, wo Offerten mit 168-170 EUR je mt FRANKO Niederrhein und darunter angeboten werden. Futterweizen wird zu Preisen um 166-168 EUR je mt ex Ernte FRANKO Niederrhein und 175 EUR je mt FRANKO Südoldenburg und Süd-Holland gehandelt. Deutlich preiswerter soll baltischer Futterweizen gehandelt werden.
In der Ukraine wird Futterweizen zu Preisen um 175 US-Dollar je mt CPT angeboten, was umgerechnet 157 EUR mt ab Hafenlager bedeuten würde. Die ukrainische Weizenernte wird laut Informationsdienst AKP-Inform auf 27,5 Mio. mt geschätzt, ein Plus von 11 % zum Vorjahr. Dabei sollen die Proteinwerte höher liegen als im Vorjahr.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP *12,5 RP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen |
169,00 |
-2,00 |
|
La Pallice |
167,00 |
-3,00 |
|
Creil |
164,00 |
-1,00 |
|
Hamburg |
175,00 |
0,00 |
|
Westfalen |
173,00 |
-2,00 |
|
Rheinland |
172,00 |
-1,00 |
|
Oberrhein |
168,00 |
0,00 |
|
Dresden |
- |
- |
|
Russland* |
- |
- |
|
Ukraine |
- |
- |
|
Argentinien |
- |
- |
EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
38.100 |
34.010 |
|
Deutschland |
24.704 |
20.264 |
|
VK |
15.436 |
14.086 |
|
Polen |
10.942 |
9.615 |
|
Rumänien |
7.800 |
8.404 |
|
EU-28 |
143.086 |
129.703 |
Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
|
Welt-Weizenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
51.800 |
51.300 |
|
Kanada |
33.900 |
31.800 |
|
Argentinien |
20.000 |
19.500 |
|
Australien |
21.200 |
17.300 |
|
China |
132.000 |
131.400 |
|
Indien |
101.200 |
99.900 |
|
Russland |
75.000 |
71.700 |
|
Ukraine |
28.000 |
25.100 |
|
Kasachstan |
13.800 |
13.900 |
|
EU-28 |
151.500 |
139.000 |
|
Welt |
780.800 |
731.700 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.