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Walnüsse: US-Ernte nach unten korrigiert

9. September 2022 um 08:29 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO/SANTIAGO. Die US-Walnussprognose hat im Anfang September veröffentlichten Erntebericht einen heftigen Dämpfer erlitten. Frost und Trockenheit sollen den Erträgen in diesem Jahr mehr zugesetzt haben als zunächst erwartet.

Erträge deutlich geringer als erwartet

Wie der National Agricultural Statistics Service des US-Agrarministeriums mitteilte, konnten die kalifornischen Anbauregionen zunächst zwar von der hohen Niederschlagsrate und den Schneereserven aus Ende 2021 profitieren, seitdem war es allerdings überwiegend trocken. In vielen Teilen des US-Bundesstaates musste die Wasserverteilung für landwirtschaftliche Nutzung rationiert werden. Hinzu kommen Frostschäden im Sacramento Valley Ende Februar dieses Jahres.

Infolgedessen wurde die Ernteprognose für die Saison 2022/2023 trotz größerer Anbauflächen reduziert. Während die Fläche tragender Bäume gegenüber dem Vorjahr um 10.000 ac auf 400.000 ac angewachsen ist, soll der Ertrag auf 1,63 mt/ac zurückgegangen sein. Dies führt dazu, dass die Prognose für die US-Walnussproduktion in der Schale auf 653.000 mt reduziert wurde, ein Rückgang um etwa 1% gegenüber dem Vorjahr. Im Frühsommer 2022 hatten die Erwartungen noch weit über 700.000 mt gelegen.

Medienberichten zufolge sind Nuss-Exporteure derweil auf der Suche nach alternativen Exportmöglichkeiten, da es im Hafen von Oakland immer wieder zu Verzögerungen kommt. Unter anderen haben Nord-Kalifornische Landwirtschaftsverbände Gespräche mit der BNSF Railway Co. geführt, ein auf Schienenverkehr spezialisierter Transportdienstleister. 

Walnussproduktion USA

Jahr

ac

mt

mt/ac

2022

400.000

653.173

1,63

2021

390.000

657.709

1,69

2020

380.000

716.676

1,89

2019

365.000

594.206

1,63

2018

350.000

615.978

1,76

Quelle: USDA NASS

Preise sind attraktiv

In China läuft derzeit ebenfalls die Walnussernte und Mitte September könnten die ersten Nüsse im Markt verfügbar sein. Mit Angeboten halten sich chinesische Exporteure derzeit allerdings noch zurück, es werden aber ähnliche Preise erwartet wie in der Vorsaison.

Derweil hat der Foreign Agricultural Service des US-Agrarministeriums Prognosen für die chilenische Walnussernte 2022/2023 veröffentlicht, diese wird hier auf 165.000 mt in der Schale geschätzt, was einem Anstieg gegenüber der letzten Ernte um 7,8% entsprechen würde.

Im europäischen Spotmarkt liegen werden Walnüsse sowohl aus den USA als auch aus Chile deutlich günstiger Angeboten als noch Anfang Juli. Chandler, LHP 20% aus den USA liegen derzeit bei 4,95 EUR/kg FCA Spanien, für chilenische Chandler, ELHP 80% liegen die Preise bei 6,55 EUR/kg FCA Spanien. 

Walnusspreise

Sorte, Ursprung

EUR/kg

in der Schale, Chandler, 30-32 mm, Chile

2,60

in der Schale, Chandler, 30-34 mm, Chile

2,70

Chandler, ELHP, 80%, Chile

6,55

in der Schale, Chandler, Jumbo/Large, USA

2,20

Chandler, LHP, 20%, USA

4,95

FCA Spanien

Deutschland steigert Walnussimporte

Deutschlands Walnussimporte* sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht gestiegen. Zwischen September 2021 und Juni 2022 wurden 39.024 mt geschälte Walnüsse eingeführt, rund 2% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Das Einfuhrvolumen aus den USA, dem mit Abstand wichtigsten Lieferanten, legte um 4% auf 25.083 mt zu, auch die Importe aus China (+33% auf 1.985 mt) und der Ukraine (+4% auf 1.731 mt) vielen im Jahresvergleich höher aus. Währenddessen gingen die Lieferungen aus Ländern wie Chile und Moldawien merklich zurück. 

Import Walnüsse* nach Deutschland in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

USA

24.064

25.083

4,2%

Chile

6.319

4.898

-22,5%

China

1.493

1.985

33,0%

Ukraine

1.658

1.731

4,4%

Moldawien

1.469

1.106

-24,7%

Andere

3.268

4.221

29,2%

Gesamt

38.271

39.024

2,0%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Jun

*08023200 Walnüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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