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Walnüsse: Starke Exportsaison und Sorge um Bestände

15. September 2026 um 15:45 , Der AUDITOR
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FOLSOM. In der Saison 2025/2026 kauften der Nahe Osten und Afrika mehr US-Walnüsse in der Schale als Europa. Bei Walnusskernen blieb Europa das wichtigste Exportziel. Die US-Walnussbestände geben 2026/2027 Anlass zur Sorge.

Interessante Entwicklungen

Mit dem August-Bericht, dem letzten einer jeweiligen Saison, stellte die California Walnuts (CWB) die notierte Gewichtseinheit von lbs auf Short Tons (US-Tonnen) um. Des Weiteren werden die Ernteerträge nicht mehr in dem Bericht aufgeführt. Interessant ist derweil, dass der Nahe Osten und Afrika in der Saison 2025/2026 Europa als wichtigsten Absatzmarkt für US-Walnüsse in der Schale abgelöst haben und dass die Exporte von Walnüssen in der Schale einen deutlich stärkeren Aufwärtstrend aufweisen als die von geschälten Walnüssen. Zudem war der August ein recht starker Monat für die Walnusskernexporte. 

Naher Osten/Afrika als Top-Abnehmer Walnüssen in der Schale

Die monatlichen Inlandslieferungen von Walnüssen in der Schale haben sich im August auf 355 US-Tonnen mehr als verdreifacht, verglichen mit den 74 US-Tonnen im August des Vorjahres. Auch die Monatsexporte stiegen im Jahresvergleich um 40% auf 1.839 US-Tonnen. Insgesamt stiegen die monatlichen Lieferungen um 51% auf 2.095 US-Tonnen.

Die Gesamtliefermenge der Saison 2025/2026 haben sich gegenüber dem Vorjahr zudem fast verdoppelt. Die Inlandslieferungen sind dabei um 44% gestiegen, und die Exporte haben sich mehr als verdoppelt. Die Lieferungen in die Türkei als führendes Ziel für US-Walnüsse in der Schale haben sich mehr als verdreifacht. Die Vereinigten Arabischen Emirate, der Libanon und Marokko verzeichnen ähnliche Zuwächse. Die Exporte nach Algerien und in den Irak haben sich sogar verzehn- bzw. verzwanzigfacht. Die Gesamtlieferungen in den Nahen Osten und nach Afrika sind um 316% auf 95.782 US-Tonnen gestiegen und hat damit Europa eindeutig als wichtigstes Ziel abgelöst.

Mit einem eher moderaten Anstieg von 14% hat Italien seine Position als zweitwichtigsten Absatzmarkt beibehalten. Im Gegensatz dazu sind die Lieferungen nach Spanien und Deutschland um 13% bzw. 39% zurückgegangen. Mit 28.227 US-Tonnen liegen die Lieferungen nach Europa insgesamt um 3% unter den 29.120 US-Tonnen aus dem Jahr 2024/2025.

Indien verzeichnet ebenfalls einen Rückgang um 13%. Es ist das einzige Land aus Asien, das unter den Top 10 vertreten ist. Mit 19.819 US-Tonnen liegen die Lieferungen nach Asien insgesamt um 3% höher als im Vorjahreszeitraum. 

US-Walnusslieferungen, ungeschält (US-Tonnen)

Destination

2024/25

2025/26

Diff.

Türkei

17.351

64.767

273,3%

Italien

16.709

19.089

14,2%

Indien

16.326

14.272

-12,6%

VAE

2.091

9.356

247,4%

USA

5.386

7.735

43,6%

Algerien

556

6.349

1041,1%

Spanien

5.040

4.367

-13,4%

Libanon

1.132

4.112

263,4%

Deutschland

6.080

3.683

-39,4%

Irak

175

3.546

1929,4%

Marokko

705

3.350

374,9%

Andere

6.208

13.995

125,4%

Exporte gesamt

72.374

146.886

103,0%

Gesamt

77.759

154.621

98,8%

Quelle: California Walnut Board, 01.09.-31.08.

Europa weiterhin führender Abnehmer für Walnusskerne

Auch die Lieferungen von Walnusskernen sind gestiegen. Die monatlichen Inlandslieferungen stiegen im August um 45% auf 9.982 US-Tonnen. Mit 7.882 US-Tonnen liegen die monatlichen Exporte zudem mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresmonat. Insgesamt sind die Monatslieferungen folglich um 69% auf 17.864 US-Tonnen gestiegen.

Die Gesamtliefermengen an Walnusskernen verzeichneten in der vergangenen Saison einen moderateren Zuwachs von 17%, wobei die Inlandslieferungen um 10% und die Exporte um 22% zulegten. Mit einem Anstieg der Liefermengen um 34% ist Deutschland weiterhin der wichtigste Absatzmarkt für US-Walnusskerne. Auch Spanien, die Niederlande, Großbritannien und Italien verzeichnen Zuwächse. Da die Liefermengen nach Europa insgesamt 96.060 US-Tonnen erreichten – ein Plus von 27% gegenüber dem Vorjahr –, ist Europa nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt für US-Walnusskerne.

Die Exporte nach Japan liegen um 7% höher. Nach Südkorea sind sie hingegen um 4% zurückgegangen. Im Gegensatz dazu verzeichnet Australien ein Wachstum von 33%. Die Lieferungen nach Asien und in den pazifischen Raum sind insgesamt um 8% auf 46.048 US-Tonnen gestiegen.

Die Exporte nach Kanada legten zudem um 10% zu. Ebenso stiegen die Lieferungen innerhalb Nordamerikas um 10% auf 111.833 US-Tonnen, wobei der Großteil auf den Inlandsverkehr entfiel.

Israel ist das einzige Land aus dem Nahen Osten und Afrika, das unter den Top 10 vertreten ist. Die Exporte dorthin haben sich um 13% erhöht. Mit 11.150 US-Tonnen sind die Lieferungen in diese Region im Jahresvergleich um 75% gestiegen. 

US-Walnusslieferungen, geschält (US-Tonnen)

Destination

2024/25

2025/26

Diff.

USA

93.585

102.726

9,8%

Deutschland

34.897

46.771

34,0%

Japan

17.602

18.850

7,1%

Spanien

15.143

18.057

19,2%

Korea

15.451

14.784

-4,3%

Niederlande

8.413

10.142

20,6%

Großbritannien

9.274

9.837

6,1%

Kanada

7.309

8.033

9,9%

Italien

3.688

5.253

42,4%

Israel

3.890

4.401

13,2%

Australien

3.498

4.645

32,8%

Andere

16.706

25.183

50,7%

Exporte gesamt

135.871

165.956

22,1%

Gesamt

229.456

268.682

17,1%

Quelle: California Walnut Board, 01.09.-31.08.

Kernbestände überverkauft

Wie The National Nut Grower berichtet, gab das USDA am 24. August eine Erklärung ab, in der es seine Absicht bekundete, kalifornische Walnüsse im Wert von 30 Mio. USD zu kaufen. Dies geschieht auf der Grundlage von Abschnitt 32 des Landwirtschaftsgesetzes von 1935, der es der Regierungsbehörde erlaubt, Agrarrohstoffe für Ernährungshilfeprogramme zu erwerben. Zuvor hatte das USDA bereits einen weiteren Walnusskauf im Wert von über 15 Mio. USD angekündigt, was bedeutet, dass die Behörde im Jahr 2026 Walnüsse im Gesamtwert von 45 Mio. USD erwerben wird.

Hintergrund hierfür ist der Beginn der Ernte. Gleichzeitig ist der Abbau der Überhangbestände aus der Ernte 2025 eine Priorität für die neue Saison. Die Ernte des letzten Jahres war die zweitgrößte in der Geschichte und die diesjährige Ernte wird voraussichtlich nur geringfügig kleiner ausfallen. Nach Schätzungen des International Nut and Dried Fruit Council (INC) vom Juli belief sich die US-Ernte 2025 auf 734.300 mt, während die Ernte 2026 mit 689.500 mt nur um 6% niedriger ausfallen wird.

Wie der Bestandsbericht zum 31. März sowie die Versandberichte für April bis August zeigen, sind die Bestände an Walnüssen in der Schale recht hoch. Die Kerne scheinen jedoch überverkauft zu sein. Mit 173.152 US-Tonnen lagen die Bestände an ungeschälten Nüssen um 72 % höher als die zum 31. März 2025 verzeichneten 100.691 US-Tonnen. Die Kernvorräte lagen hingegen mit 79.985 US-Tonnen nur um 5% höher als die am 31. März 2025 verzeichneten 76.350 US-Tonnen. Zieht man von diesen Mengen die kumulierten Lieferungen für April bis August ab, verbleiben geschätzte Bestände an ungeschälten Walnüssen von 144.680 US-Tonnen und ein negativer Bestand an Walnusskernen von -24.648 US-Tonnen. 

Schätzung Überhangbestände US-Walnüsse

Zeitraum

ungeschält (US-Tonnen)

geschält (US-Tonnen)

Stand 31.03.2026

173.152

79.985

Lieferungen Apr-Aug

28.472

104.633

Stand 31.08.2026

144.680

-24.648

Quelle: California Walnut Board Inventory Report 31. März 2026, Shipment Reports

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