Nüsse

Walnüsse: Chilenische Ernte besser als erwartet

7. Juli 2022 um 08:59, Der AUDITOR
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SANTIAGO. Die chilenische Walnussernte fiel besser aus als erwartet. Mit den wachsenden Produktionsmengen wird die Erschließung neuer Exportmärkte zunehmen wichtiger. ChileNut setzt hier auf Indien und sieht hohes Potential.

Qualität kann überzeugen

In Chile konnte die Walnussernte inzwischen vollständig abgeschlossen werden und Marktteilnehmer zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden. Das Produktionsergebnis fiel sogar besser aus als zwischenzeitlich erwartet und entspricht mit 170.000 mt etwa den ursprünglichen Prognosen der Experten von ChileNut, dem chilenischen Handelsverband für Walnüsse. Auch qualitativ können die Nüsse überzeugen, bisherigen Auswertungen zufolge entsprechen 66% der Produktion den Kriterien für „extra light“ und weitere 27% jenen für „light“. Bei der Größenkategorisierung machen entfällt der Großteil auf 32/34er (34% der Ernte) und 34/36er (28% der Ernte).   

Laut dem aktuellen Bericht der International Nut and Dried Fruit Council hatten Niederschläge während der Erntesaison, anders als befürchtet, nur wenig Einfluss auf die diesjährige Walnussernte, lediglich 15% der Nüsse sollen nach der Niederschlagsphase geerntet worden sein, wovon auch nur etwa ein Viertel überhaupt durch den Regen beeinträchtigt wurde; in der Summe sollen daher weniger als 4% der Ernte bzw. 7.000 mt betroffen gewesen sein. 

Indien als wichtiger Partner

Die Verschiffung der neuen Ernte verläuft ebenfalls gut, sieht man einmal von den deutlich höheren Frachtkosten ab. Walnüsse sind, nach Kirschen, zu den größten und wichtigsten Fruchtplantagen für Chile geworden und die aktuellen Entwicklungen zeigen gutes Potential. Um die wachsende Produktionsmenge absetzen zu können, plädiert ChileNut dafür, neue Exportmärkte zu erschließen und Hürden zu beseitigen. „Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich Indien auf den ersten, zweiten und dritten Platz unserer bevorzugten Exportpartner setzen“, so der Vorsitzende von ChileNut, Edmundo Valderrama. Indien sei für Chile noch ein relativ junger Markt, hätte aber Potential. Im Jahr 2021 hätten sich die Exporte gegenüber dem Vorjahr auf 21.000 mt Walnüsse nahezu verdoppelt, obwohl der Importzoll für Nüsse von 30% auf 100% angehoben wurde. Eine Herabsetzung der Zölle könnte die Handelsbeziehungen weiter beflügeln. Wünschenswert sei laut Valderrama dennoch eine Erhöhung der Marktpreise, da die Produktionskosten deutlich gestiegen sind. Faktoren wie das Produktionsplus in China erschweren diese Entwicklung jedoch.

Im europäischen Spotmarkt haben die Preise in den letzten zwei Wochen sogar noch einmal nachgegeben. Chandler, LHP 80% aus den USA liegen derzeit bei 6,45 EUR/kg FCA Spanien, für chilenische Chandler, in der Schale, 30-34 mm liegen die Preise bei 3,00 EUR/kg FCA Spanien. 

Walnusspreise

Sorte

EUR/kg

Chandler, LHP 20%, USA

5,35

Chandler, LHP 80%, USA

6,45

Chandler, in der Schale, Jumbo, USA

2,35

Chandler, in der Schale, 30-34 mm, Chile

3,00

FCA Spanien

Deutschland erhöht Einfuhr aus der Ukraine

Deutschlands Walnussimporte* sind relativ stabil. Zwischen September 2021 und April 2022 wurden 28.498 mt geschälte Walnüsse eingeführt, rund 2% weniger als im Vorjahreszeitraum. Während es bei den Importen von US-Walnüssen wenig Veränderung gab, gingen die Lieferungen aus Chile und Moldawien in diesem Zeitraum deutlich zurück. Gleichzeitig steigerte Deutschland das Einfuhrvolumen aus Ländern wie der Ukraine und China merklich. 

Import Walnüsse* nach Deutschland in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

USA

16.892

16.875

-0,1%

Chile

6.016

4.674

-22,3%

Ukraine

1.276

1.581

23,9%

China

1.191

1.554

30,5%

Moldawien

1.164

805

-30,8%

Rumänien

593

558

-5,9%

Frankreich

325

335

3,1%

Andere

1.627

2.116

30,1%

Gesamt

29.084

28.498

-2,0%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Apr

*08023200 Walnüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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