Kokosraspel: El Niño und Taifunsaison
4. August 2026 um 16:12 ,
Der AUDITOR
Rohwarenpreise und Kokosöl erholen sich
Nach dem Preisrückgang im Mai und Juni haben sich die philippinischen Kokosrohwarenpreise im Juli deutlich erholt. Die Ankaufspreise für Kopra fielen von Ende April bis Mitte Juni, stiegen anschließend bis Mitte Juli kräftig an und gaben dann erneut nach. Dieses Muster deutet darauf hin, dass der lokale Markt weiterhin empfindlich auf Veränderungen im Rohwarenangebot reagiert und anfällig für starke Preisschwankungen bleibt.
Auch Kokosöl folgte diesem Verlauf. Nach hohen und volatilen Preisen Ende April gaben die Notierungen im Mai und Juni nach, bevor sie sich im Juli deutlich erholten. Palmöl zeigte sich vergleichsweise stabil. Laut dem aktuellen Bericht von JCP International wurde der Markt durch die Nachfrage aus dem Biodieselsektor sowie politische Maßnahmen gestützt, während Produktions-, Lager- und Exportdaten zeitweise für Preisrückgänge sorgten.
Bereits im vorherigen Bericht wurde darauf hingewiesen, dass Verarbeiter begonnen haben, die gestiegenen Ersatzbeschaffungskosten für Kokosnüsse und Kopra weiterzugeben. Da sich die Rohwarenpreise seit dem Tief im Juni deutlich erholt haben und Fracht-, Erdöl- sowie Wetterrisiken weiterhin erhöht sind, dürften Angebote für spätere Liefertermine stabil bis fest bleiben. Verarbeiter könnten ihre Margen zudem durch kürzere Preisgültigkeiten, geringere Flexibilität oder eine eingeschränkte Verfügbarkeit schützen.
El Niño und Taifunsaison erhöhen die Unsicherheit
Nach Angaben der philippinischen Wetterbehörde PAGASA war El Niño im Juli bereits deutlich vorhanden und dürfte sich weiter verstärken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Wetterphänomen bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 anhalten. Die unmittelbaren Auswirkungen auf den Markt seien häufig psychologischer Natur und von Vorsicht geprägt, während sich die Auswirkungen auf die Ernte verzögert zeigen könnten, da Kokospalmen erst mit der Zeit auf Trockenstress reagieren, so die Marktexperten von JCP International. Längere Trockenperioden können die Blüte, den Fruchtansatz, künftige Erträge sowie die Wasserverfügbarkeit und die Produktivität der Betriebe beeinträchtigen. Auch die Palmölproduktion in Südostasien reagiert auf Niederschlagsdefizite, wobei Zeitpunkt und regionale Auswirkungen unterschiedlich ausfallen können.
Zwischen Juli und Oktober liegt laut PAGASA die Hauptsaison tropischer Wirbelstürme, in der rund 70% aller Taifune auf den Philippinen entstehen. Tropische Wirbelstürme können Trockenperioden durch Niederschläge vorübergehend abschwächen, zugleich aber Palmen beschädigen sowie Ernte, Straßentransport, Stromversorgung, Hafenbetrieb, Verarbeitung und Verschiffung beeinträchtigen. Die Marktexperten bezeichnen die Kombination aus zunehmendem El Niño und einer aktiven Taifunsaison daher als Wetterrisiko mit möglichem Einfluss sowohl auf das künftige Angebot als auch auf die Logistik.
Kurzfristig wird für Kokosöl ein fester und dennoch volatiler Markt erwartet. Ein nachhaltiger Rückgang auf das Preisniveau vom Juni würde laut Bericht eine deutliche Verbesserung der Kopraverfügbarkeit, niedrigere Preise konkurrierender Pflanzenöle sowie geringere geopolitische und frachtbedingte Risiken voraussetzen. Für Kokosraspel geht JCP International kurzfristig von einem stabilen bis festen Markt aus. Steigende Kosten für Kokosnüsse und Kopra sowie Fracht- und Wetterrisiken erhöhen demnach die Wahrscheinlichkeit festerer Angebote, insbesondere für spätere Liefertermine.
Kokosraspelexporte legen zu
Die internationalen Exportpreise für Kokosraspel blieben bereits die 24. Woche in Folge unverändert. Gleichzeitig stiegen die Produktionskosten auf den Philippinen leicht an. Auch die Inlandspreise für Kokosraspel erhöhten sich gegenüber der Vorwoche geringfügig, so die Experten von T.M. Duché.
Nach Schätzungen der United Coconut Associations of the Philippines (UCAP) gingen die philippinischen Kokosexporte im Juni gegenüber dem Vorjahr um 3,4% zurück und lagen zudem mehr als 30% unter dem Niveau des Vormonats. Während die Ausfuhren von Kokosöl im Juni um rund 6% sanken und auch im ersten Halbjahr 2026 unter dem Vorjahresniveau lagen, stiegen die Exporte von Kokosraspeln um 5% auf 14.124 mt. Auch im ersten Halbjahr 2026 lagen die Exportmengen von Kokosraspeln über dem Vorjahresniveau.
Darüber hinaus hat das Philippine Trade and Investment Centre in Dubai das Programm Project CocoBridge gestartet. Ziel ist es, den Export philippinischer Kokosprodukte in die Golfstaaten (GCC) durch einen besseren Zugang zum Markt, den Ausbau der Vertriebswege und Unterstützung bei regulatorischen Anforderungen zu fördern, so T.M. Duché.
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Kokosraspel |
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Qualität, Ursprung |
EUR/mt |
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High fat, fine, Indonesien |
2.500 |
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High fat, medium, Vietnam |
2.550 |
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High fat, fine, Philippinen |
2.750 |
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Quelle: Handel; FCA EMP |
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