Türkische Trockenfrüchte: „Unternehmen können nichts tun, um die Situation zu verbessern“

23. Dezember 2021 um 10:00 , Der AUDITOR
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SEEHEIM/ANKARA. Der heutige Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Trockenfruchthändlern und Exporteuren aus der Türkei entstanden. Sie wurden von der AUDITOR-Redaktion gefragt, mit welchen Widrigkeiten und Hürden der türkische Trockenfruchtmarkt in diesem Jahr konfrontiert war, welche positiven Erfahrungen gegebenenfalls gemacht wurden und welche Erwartungen es an das kommende Jahr 2022 gibt.

Aufgrund höherer Preise, die von Mitbewerbern unterboten wurden, war 2021 für türkische Sultaninen ein schlechtes Jahr, was auch in geringeren Exporten resultierte. Auch für die neue Ernte sieht es kaum besser aus; die Exportzahlen haben den Stand von vor der Pandemie erreicht, aber es ist nicht möglich, die Preise weiter zu senken, weil die Anbaukosten gestiegen sind. Die Verkäufe von Aprikosen und Feigen dagegen sind in diesem Jahr gestiegen, obwohl die Preisen auch hier erhöht wurden. 

Türkische Marktteilnehmer sind der Ansicht, dass die Preiserhöhungen gerade bei den Aprikosen zu drastisch sind; mittlerweile sieht es bei den Feigen bereits ähnlich aus. Sie sind der Meinung, dass die Aprikosenpreise nachgeben werden, weil sie zuvor ohne triftigen Grund zu weit gestiegen waren. Bereits im November ist es hier zu deutlichen Senkungen gekommen. Bei den Sultaninen hat sich der Verkaufspreis trotz der Kostenerhöhung nicht wesentlich verändert. Die Händler rechnen damit, dass sich die Käufer vor allem bei den Feigen langfristig auf höhere Preise einstellen müssen.

Die Nachfragesituation hat sich bei den Sultaninen im Vergleich zu 2020 und 2019 etwas verschlechtert, während das Kaufinteresse für Aprikosen und Feigen gestiegen ist. Vor allem die Verarbeiter werden ihren Bedarf hier neu anpassen müssen.

Bezüglich logistischer Probleme wie die hohen Frachtkosten, den anhaltenden Mangel an Containern und Lkw-Fahrern und Hafenschließungen sind die türkischen Marktteilnehmer wenig optimistisch. Ihrer Meinung nach kann aus den bisherigen Maßnahmen keine Lehre für das Jahr 2022 gezogen werden, weil die Verarbeiter keine wirklichen Lösungen erarbeitet haben. Die Hoffnungen sind zwar groß, dass die Frachtkosten so schnell wie möglich wieder ein angemessenes Niveau erreichen, an den entsprechenden Konzepten und Lösungen mangelt es allerdings. Ähnlich düster sind die Aussichten bezüglich des Klimawandels und der Auswirkungen auf die Trockenfruchtmärkte. Bereits jetzt führen die Veränderungen zu geringeren Erträgen, weshalb die Anbaukosten in der Türkei massiv gestiegen sind. „Unternehmen in dieser Branche können aber nichts tun, um diese Situation zu verbessern“, so eine Marktteilnehmerin.

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