Sultaninen: Es bleibt nichts übrig. Oder ganz viel.

10. Mai 2017 um 15:19 , Der AUDITOR
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MANISA. In Ermangelung offizieller Prognosen kursieren im türkischen Sultaninenmarkt unterschiedliche Einschätzungen zur neuen Ernte. Diese soll zwar insgesamt „gut“ ausfallen, aber gemessen an was?

Uneinigkeit im Markt
Die Rebstöcke können nicht jedes Jahr volle Leistung bringen und nach der guten Ernte im letzten Jahr ist 2017 etwas Erholung angesagt. Qualitativ ist weiterhin von einer guten Traubenernte auszugehen, dafür wird ein kleinerer Hektarertrag erwartet. Rund 280.000 mt Sultaninen könnte dies diesjährige Produktion Händlern zufolge einbringen, letztes Jahr waren es immerhin 300.000 mt.

Stark abweichende Meinungen vertreten die Marktteilnehmer jedoch, was die Überhangbestände aus der Saison 2016/17 betreffen. Die Erwartungen gehen von „keine Überhänge“ bis 50.000 mt Überhang.  

Export Sultaninen in mt

Saison

mt

Ø USD

Ø EUR

2016/17

193.470

1.577

1.448

2015/16

138.563

2.125

1.951

seit Saisonbeginn

Wunschpreisniveau
Noch sind die Preise stabil, ab der kommenden Woche ist allerdings ein leichter Anstieg möglich. Die endgültige Sultaninenproduktion hängt auch von den Exporten von Tafeltrauben ab, hier erhoffen sich türkische Lieferanten starke Nachfrage aus Russland.

Gerade einmal 1.250 mt Sultaninen hat der Staat in dieser Saison für die Schulen gekauft. In der Saison 2017/18 sollen es 5.000 mt werden. In den letzten Jahren wurde das Projekt immer deutlich umfangreicher angekündigt, als es dann tatsächlich wurde. Händler gehen davon aus, dass so ein höheres Exportpreisniveau erreicht werden soll, da die Sultaninen ja auch im einheimischen Markt gefragt sind.   

Sultaninen, Türkei

Sorte

USD/mt

EUR/mt

Grade A, Type 8, STD  

1.245

1.143

Grade A, Type 9, STD  

1.275

1.171

Grade A, Type 10, STD  

1.425

1.309

Bio, Grade A, Type 9  

1.800

1.653

FOB Izmir

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Preischart Sultaninen, Type 10, Türkei
Dateisymbol
Preischart Sultaninen, Type 9, Türkei

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