Kostenfrei

Pistazien: Starke Frostschäden

21. April 2020 um 12:22 , Der AUDITOR
Pistachio orchard, Baluchestan, Iran @Iran Pistachio Association
Pistachio orchard, Baluchestan, Iran @Iran Pistachio Association
Bericht als Audio abspielen

TEHERAN/SACRAMENTO. Frost, Regen und Hagelstürme haben die Pistazienplantagen im Iran Mitte April schwer getroffen. In den letzten Tagen kam es zudem zu Überschwemmungen. Erste Schätzungen zeigen, dass die Schäden in den Hauptanbauprovinzen beträchtlich sind, das genaue Ausmaß muss noch abgeschätzt werden.

Gesamtschaden in einigen Obstplantagen erfasst

Ein plötzlicher Temperaturrückgang führte Anfang März in den Pistazienplantagen in der Provinz Kerman, in denen die Sorten Ahmad Aghaei und Kale Ghucci angebaut werden, zu Schäden an 20-90% der Bestände. Überschwemmungen haben in den letzten Tagen zusätzliche Beschädigungen verursacht. Frost, Kälte und Hagel sollen in den Plantagen in Kooshab City in der Provinz Razavi-Chorasan Schäden von 10% bis zu 100% verursacht haben. Starke Regenfälle haben dazu die Bestäubung von Fandhogi-Pistazien in Bardeskan City in Razavi-Chorasan behindert, wodurch Schätzungen zufolge etwa 10% der Ernte verloren gehen werden. Laut Berichten hat der Frost zusätzlich 40%-80% in Bardeskan und 20% der Bestände in der Provinz Yazd beschädigt. Das Landwirtschaftsministerium versucht, moderne Technologie einzusetzen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.

Preise liegen höher

Die Schäden in Verbindung mit Wechselkursschwankungen haben die Preise in den letzten zwei Wochen in die Höhe getrieben. Fandoghi-Pistazien werden rund 4,6% höher gehandelt. Im Gegensatz dazu haben die Ausbreitung des Coronavirus und Transportprobleme die Exportnachfrage verringert.

Pistazien, Iran

Type

EUR/kg

Ahmad Aghaei, 22-24

7,04

Ahmad Aghaei, 24-26

6,74

Akbari, 20-22

7,18

Akbari, 22-24

6,91

Kale Ghuchi, 22-24

6,98

Kale Ghucci, 24-26

6,77

Fandoghi, 30-32

6,17

Fandoghi, 32-34

5,97

FOB Iran

Der Preisanstieg im Iran hat sich bisher nicht auf den EU-Spotmarkt ausgewirkt. Akbari-Pistazien, 22-24, werden beispielsweise zu 7,70 EUR/kg FCA Valencia gehandelt. Pistazien der Sorte US Extra N1 sind für 8,97 EUR/kg FCA Valencia zu kaufen. In der Zwischenzeit sind die US-Exporte eingebrochen.

Pistazien, EU

Type

EUR/kg

Extra N1, 21-25, US, 25kg-Säcke

8,97

Grade 1, ganze Kerne, Iran

14,11

Ahmad Aghaie, 28-30, Iran

6,37

Akbari, 22-24, Iran

7,70

FCA Valencia

Drastischer Rückgang der US-Exporte

Die USA exportierten im März nur 13.463 mt Pistazien, was einem Rückgang von 27% gegenüber März 2019 entspricht. Die Gesamtexporte der USA belaufen sich in dieser Saison bisher auf 110.430 mt, das ist ein Rückgang von fast 28% gegenüber dem Vorjahr. Die Inlandslieferungen sind dagegen nominell um 3,5% auf 56.581 mt gestiegen. Da in dieser Saison bisher insgesamt 167.011 mt verschifft wurden, schätzt der Administrative Council for Pistachios, dass sich der verbleibende Bestand auf 156.498,77 mt beläuft.

Die Exporte sind vor allem in Afrika und im Nahen Osten sowie in Asien zurückgegangen. Mit 17,4% ist der Rückgang der Lieferungen nach Europa moderater. Obwohl China das führende Exportziel bleibt, sind die Lieferungen um 26,7% auf 30.424 mt zurückgegangen. Die US-Exporte nach Hongkong sind sogar um 45,6% auf 15.583 mt gesunken. Demgegenüber sind die Lieferungen nach Deutschland um 10% auf 16.127,65 mt gestiegen, was bedeutet, dass das Land jetzt das zweitwichtigste Exportziel für die USA ist.

US-Pistazienexporte in mt

Destination

2018/2019*

2019/2020*

Diff.

Nord-/Mittelamerika

6.584,53

6.755,80

2,6%

Südamerika

644,84

615,16

-4,6%

Europa

43.936,92

36.311,05

-17,4%

Asien

80.902,70

53.066,52

-34,4%

Naher Osten/Afrika

18.963,63

12.177,95

-36,1%

Australien/Ozeanien

1.674,84

1.563,74

-6,6%

Gesamt

152.689,32

110.430,22

-27,7%

Administrative Committee for Pistachios Inventory Shipment Reports, *Sept-März

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
- Preischart Pistazien in der Schale, Ahmad Aghaei, 22/24, NO, Iran
- weitere Preischarts

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
20.10.2026
MANILA. Die Exportpreise für philippinische Kokosraspel trotzen seit Monaten den Schwankungen am Rohwarenmarkt. Die Koprapreise sind dagegen erneut deutlich gesunken. Während sich die internationalen Kokosölpreise stabil zeigen, geben die Notierungen auf den Philippinen nach.
Nüsse
19.10.2026
NEU-DELHI/HO-CHI-MINH-STADT. Der Referenzpreis für Rohware liegt in Mosambik 7% über dem Vorjahresniveau. In Vietnam beginnt sich das Kaufverhalten zu verschieben. Es wird erwartet, dass Last-Minute-Bestellungen in Indien die Lage retten werden.
Nüsse
19.10.2026
CANBERRA. Das erste Halbjahr der australischen Mandelsaison zeigte sich durchwachsen. Heftige Niederschläge zu Beginn des Jahres beeinträchtigen die Ernte. Gleichzeitig erzielen Mandelexporte im August 2026 einen neuen Rekord.
Nüsse
19.10.2026
NEU-DELHI. Die Preise für indische Erdnüsse sind zuletzt deutlich gestiegen; Marktexperten sehen den Anstieg jedoch kritisch und rechnen mit weiteren Schwankungen. Auch die Entwicklung bei Speiseölen spielt dabei eine Rolle.