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Pistazien: Deutlich geringere US-Produktion

15. Februar 2023 um 15:36 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO. Nachdem in den vergangenen Jahren ein Rekorderntejahr auf das nächste folgte, unterbrach 2022 die Kette mit einer kleineren Ernte. Für 2023 sind die Aussichten allerdings schon wieder rosiger.

Gute Nachfrage und starke Exporte

Wie FreshPlaza in Bezugnahme auf die American Pistachio Growers (APG) berichtet, sind die Pistazienvorräte 2022 im Jahresvergleich um 20% gesunken. Es handelte sich dabei um das erste Erntejahr seit 2018, das kein Rekordjahr war. Richard Matoian, Vorsitzender der APG, gibt an, dass die Erwartungen für das Erntejahr 2022 deutlich über dem letztlichen Ergebnis lagen. Er vermutet, dass die Bäume nach den sehr guten Jahren 2020 und 2021 eine Pause brauchten. Auch die extreme Hitze im Sommer hat ihren Teil zum Produktionsrückgang beigetragen und den Erzeugern die Arbeit erschwert.

Insgesamt ist die Pistazienproduktion in Kalifornien, vor allem aufgrund der größeren Anbaufläche, in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. So wurden vor der Ernte 2022 massive Überhangbestände verzeichnet, die durch die geringe Produktion teilweise wieder abgebaut werden konnten. Die Nachfragesituation ist Matoian zufolge gut und steigt auf dem nordamerikanischen Markt langsam, aber stetig. Auch die Exporte konnten im Jahr 2022 einen Zuwachs von 24% verzeichnen, unter anderem stiegen die Lieferungen in die Länder des Nahen Ostens sowie in die Türkei und nach Indien. „Angesichts all der neuen Anbauflächen in Kalifornien konzentrieren wir uns jetzt darauf, neue oder bestehende Märkte zu finden, um unser Produkt zu vermarkten und die Nachfrage aufrechtzuerhalten“, erklärt Matoian.

Die Preise halten sich in Anbetracht der geringen Ernte stabil und der Marktexperte geht davon aus, dass dies für den Rest des Jahres so bleiben dürfte. Für die Ernte 2023 zeichnet sich ein neues Rekordjahr ab, und es sieht so aus, als wäre die Wasserversorgung besser gewährleistet als in den letzten Jahren.

Pistazien, in der Schale, USA

Sorte

EUR/kg

18/21, Ext.1

9,45

21/27, Ext. 1

8,50

30/35, Select

8,00

FCA Spanien

Deutsche Importe rückläufig

Betrachtet man die deutschen Pistazienimporte 2022, wird ein Rückgang von mehr als 16% im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Die USA bleiben der unangefochtene Spitzenlieferant mit Lieferungen in Höhe von 35.773 mt, auf Platz 2 und 3 folgen der Iran und Belgien – das Nachbarland konnte erstaunliche Exportsteigerungen nach Deutschland erzielen. Stark gesunken sind Deutschlands Einfuhren aus Brasilien und der Türkei. Noch deutlicher als im Jahresvergleich zeigt sich der deutsche Importrückgang seit Saisonbeginn: Im Zeitraum September-Dezember 2022 führte das Land 10.696 mt ungeschälte Pistazien ein, das sind 26,8% weniger als im Vorjahreszeitraum.

Import Pistazien* nach Deutschland in mt

Land

2021

2022

Diff.

USA

37.122

35.773

-3,6%

Iran

9.723

3.478

-64,2%

Belgien

11

626

5590,9%

Brasilien

391

171

-56,3%

Türkei

80

59

-26,3%

Andere

592

88

-85,1%

Gesamt

47.919

40.195

-16,1%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Jan-Dez

*08025100 Pistazien, frisch oder getrocknet, in der Schale

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