Ölsaaten

Ölsaaten: Festerer Trend bei Soja und Raps

26. Oktober 2023 um 14:30 , Der AUDITOR
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CHICAGO/HAMBURG. China unterzeichnet US-Sojaexportverträge. Argentiniens Sojavorräte fallen zurück. Kanada steigert Canola-Crush. Bulgarien arbeitet an Lizensierung ukrainischen Einfuhren. Mit EU-Import- und Exportdaten.

Soja: China unterzeichnet US-Sojaexportverträge  
Der Sojamarkt stützen drei Faktoren. Erstens gehen Argentiniens Sojabohnenvorräte erheblich zurück, weil die Ernte schlecht ausfiel. China unterzeichnete ein Rahmenabkommen mit US-Exporteuren, das zu Exporten von Sojabohnen, Mais, Sorghum und Weizen im Wert von wenigstens 1 Mrd.US-Dollar führen könnte. Brasilien steigert im Oktober den Sojaexport und Regenprognosen unterstützen eine wieder zügigere Sojaaussaat. Anfang September rechnete Argentiniens Agrarministerium vor, dass nur 7 Mio.mt Bohnen dem Handel bis Saisonende zur Verfügung stehen. Seit 5.September beliefen sich die Sojabohnenverkäufe auf 5,1 Mio.mt. Flankiert wurde der Export über den Soja-Dollar, der es Exporteuren ermöglicht, 30% ihrer Erlöse zu verbesserten Konditionen in CC-US-Dollar umzutauschen. Damit sollen Deviseneinnahmen angeschoben werden. In den USA warten Händler mit Spannung darauf, dass das USDA die Exportverkäufe von US-Sojabohnen bestätigt, nachdem eine chinesische Delegation von Rohstoffimporteuren Vereinbarungen zum Kauf landwirtschaftlicher Güter im Wert von mehreren Mrd. USD unterzeichnet habe. Dies war der erste umfangreichere Vertrag zwischen USA und China seit 2017. Gleichzeitig erwartetet Brasiliens Exportverband ANEC, dass die Sojabohnenexporte im Oktober 6,88 Mio.mt erreichen könnten, was 16% mehr wäre als im September und 79% mehr als im Oktober 2022.

Terminkurse-Soja (Fronttermine)

Sojabohnen (USD/bu)

1292

0,3 %

Sojaschrot (USD/bu)

424

-1,2 %

Sojaöl (USD/bu)

53

1,5 %

Sojaschrot LP (44/7) FOB (Kassamarkt)

Parität/EUR/t

11

12/01

02/04

05/07

Rotterdam

-

510

478

439

Hamburg

521

508

476

437

Mainz

532

520

487

447

Quelle: Handel
Tendenz: Rotterdam -9 Hamburg -9  Mainz  -8

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Saldo

Sojaöl FOB Hamburg (EUR/mt)

1080

0,0 %

Rapsöl FOB Hamburg (EUR/mt)

960

1,0 %

Palmöl CIF Rotterdam (USD/mt)

880

-1,2 %

Palmkern-Öl CIF Rott. (USD/mt)

915

0,0 %

Sonnenblumenöl FOB (USD/mt)

780

-4,0 %

Kokosöl CIF Rotterdam (USD/mt)

995

0,0 %

Quelle: Handel (Fronttermine)


Ölsaaten: Raps geht es gestärkter in den Markt
Ein zuletzt festerer Pflanzenölmarkt stütze den Rapshandel an der Euronext. Nach Angaben von AmSpec Agri Malaysia und Intertek Testing Services sind die Exporte malaysischer Palmölprodukte jedoch zwischen 1.-25. Oktober zum Vormonat um 1,1-3,1% zurückgegangen.  In Kanada sind im September 922.108 mt Canola verarbeitet worden. Im September 2022 lag der Crush bei 793.876 mt. Im aktuellen Wirtschaftsjahr wurden laut StatsCan 1,752 Mio.mt Canola verarbeitet, im Vergleich zu 1,427 Mio.mt im Vorjahr. Die Canolaexporte sind im September auf 2,09 Mio.mt gestiegen, gegenüber 1,91 Mio.mt im September 2022. Die EU-Importe für Rapssaat fielen bis 22.Oktober auf 1,343 Mio.mt, was 39% unter Vorjahr blieb. Davon kamen 58% aus der Ukraine und 21% aus Australien. Die EU-Einfuhren von Sonnenblumenkernen gingen um 89% auf 97.799 mt zurück, davon stammten 65% aus Moldawien. Bulgariens Regierung bereitet Vorschläge für die Lizenzierung von Sonnenblumenlieferungen aus der Ukraine vor, haben extreme Warteschlangen und wenig praktikable Verfahren für großen Unmut beim Handel gesorgt. Laut Branchenverband Fediol hat die EU-27 die Verarbeitung der drei Ölsaaten Sojabohnen, Raps und Sonnenblumenkerne im Zeitraum Januar-September von im Vorjahr 27,663 Mio.mt auf 28,977 Mio.mt um 4,7% gesteigert. Die Verarbeitung von Sojabohnen sank um 6,4% auf 10,392 Mio.mt, stieg bei Raps um 10,7% auf 14,242 Mio.mt und bei Sonnenblumenkernen um 18,2% auf 4,343 Mio.mt.

Terminkurse Canola/Raps (Fronttermine)

Canola (CAD/mt)

683

0,7 %

Raps (EUR/mt)

416

0,9 %

Terminkurse Palmöl (Fronttermine)

Palmöl (Ringgit/mt)

3679

0,3 %

                                                                                                      

Rapssaat 00 (40/9/2) – Kassamarkt*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

423

10

Mosel FOB

423

10

Hamburg CIF

409

0

Hamm DDP

426

8

Neuss DDP

422

8

Mannheim DDP

419

7

Ukr. Raps CIF-EU

395

1

                    

Rapsextraktionsschrot 00 (34/7)*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg FOB

281

0

Niederrhein FOB

279

0

Sonnenblumenkerne (44/9/2) – Öl-Ware -Kassamarkt*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

410

0

St. Nazaire FOB

410

0

Riesa DDP

-

-

Ukraine CIF-EU

387

0

Quelle: Handel   * Fronttermin

Angehängte Dateien

Dateisymbol
EU-Ölsaatenimport- und Exportdaten___

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