Neues Schweinegrippe-Virus hat menschliches Pandemie-Potenzial
1. Juli 2020 um 15:29 ,
Der AUDITOR
Ein Team chinesischer Forscher untersuchte Influenzaviren, die von 2011 bis 2018 bei Schweinen gefunden wurden, fand einen „G4“ -Stamm von H1N1, der laut dem in der US-Zeitschrift Proceedings veröffentlichten Artikel „alle wesentlichen Merkmale eines Kandidaten für ein Pandemievirus“ aufweist. Der neue Erreger 4 EA H1N1 komme vor allem bei Schweinen vor, könne aber auch Menschen infizieren. Es handelt sich damit um eine Zoonose. Das H1N1-Virus, bekannt als Schweinegrippe, löste 2009 eine weltweite Pandemie mit 18.500 Sterbefällen aus. Untersuchungen in Schweinebetrieben verschiedener chinesischer Provinzen zeigten auch erhöhte Viruskonzentrationen in ihrem Blut, weshalb eine genaue Überwachung der menschlichen Bevölkerung, insbesondere der Beschäftigten in der Schweineindustrie, dringend durchgeführt werden sollte, mahnte Chinas Forschergruppe. Die Studie hebt das Risiko hervor, dass Viren die Artenbarriere beim Menschen überschreiten, insbesondere in dicht besiedelten Regionen Chinas, in denen Millionen in unmittelbarer Nähe von Farmen, Zuchtanlagen, Schlachthöfen und Jahrmärkten leben. Die Wissenschaftler befürchten Parallelen zum Corona-Virus, dass von Hufeisenfledermäusen im Südwesten Chinas stammen soll und sich über einen Fischmarkt in Wuhan, auf dem das Virus erstmals identifiziert wurde, auf den Menschen ausgebreitet haben könnte. Durch den Erreger 4 EA H1N1 können Menschen grundsätzlich infiziert werden, als Wirt gelten lebende Schweine.
Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht gesichert
Ob auch eine Übertragung direkt von Mensch zu Mensch möglich ist, dafür gibt es jedoch bisher keine Beweise. Aber das Virus könne sich an den Menschen anpassen und sich dann vermehrt ausbreiten, sodass sich das Pandemie-Risiko erhöht. Auch biete eine Immunität gegen andere Grippe-Erreger keinen Schutz gegen diese Genotypen. Obwohl es in der Lage ist, Menschen zu infizieren, besteht kein unmittelbares Risiko einer neuen Pandemie, sagte Carl Bergstrom, Biologe an der University of Washington. Jedoch James Wood, Leiter der Abteilung für Veterinärmedizin an der Universität Cambridge, warnte davor, dass Menschen ständig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger, wie auch dem Coronavirus, ausgesetzt sind und Nutztiere als wichtige Quelle dienen könnten.