Mais: US-Ethanol-Export in Gefahr

3. April 2018 um 09:00 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Mais legte in Paris schwach, in Chicago dagegen vehement zu. Ausschlaggebend war die Prognose des USDA über einen Rückgang des US-Maisanbaus auf 88,03 Mio. Acres gegenüber 90,17 Mio. Acres im Vorjahr, wobei auch bisherige Erwartungen deutlich unterschritten wurden.

Kursbelastend waren dagegen auf 8,89 Mrd. Bushel angestiegene US-Maisbestände, im Vergleich zu 8,622 Mrd. Bushel im Vorjahr. Weitaus mehr dürfte jedoch Chinas Entscheidung wiegen, US-Ethanol künftig mit 45 % Importzoll gegenüber bisher 30 % bisher zu belegen, beschloss China weiterhin Importzölle zwischen 15 % und 25 % für insgesamt 128 US-Produkte, als Vergeltungsschlag auf die US-Importzölle von Aluminium und Stahl Chinas, wobei auch US-Schweinefleisch und Früchte betroffen sind. Der US-Ethanolmarkt reagierte darauf bereits mit Kurseinbrüchen. Auch brachte der zugespitzte Konflikt zwischen den USA und China den Rohölmarkt mächtig unter Druck, notierte der Fronttermin für die Erdölsorte Brent mit 67,84 USD/Barrel um 2,03 USD und WTI mit 63,16 USD/Barrel um 1,54 USD niedriger als vor Ostern.

Das Wetterkarussell in Südamerika geriet heftig in Schwung. Sintflutartige Regenfälle erreichten über Ostern den Süden Argentiniens, im Süden besonders die Provinz Santa Fe und im Nordwesten Buenos Aires, wovon spät gepflanzte Maisbestände im Süden Argentiniens noch profitieren, im Norden und Westen dagegen nicht. Brasiliens erste Maisernte war zuletzt zu 43 % gegenüber 59 % im fünfjährigen Durchschnitt geerntet.

In der EU-28 legte Mais in Frankreich leicht zu, bedingt durch höhere Importpreise für Mais aus der Ukraine, wo laut Zollbehörde 400.000 mt für Exportlieferungen in die EU-28 und 80.000 mt nach Israel verzollt wurden. Russland exportierte dagegen letzte Woche nur 50.000 mt Mais. In Frankreich treiben immer noch Streiks bei französischen Speditionen die Frachtkosten in die Höhe.

 

Mais-Terminkurse

MATIF EU

Termin

EUR/mt

Veränd.

Front

164,50

0,75

Aug

169,25

1,00

Nov

168,00

0,75

 

CBoT US

Termin

EUR/mt

Veränd.

Front

123,82

4,68

Mai

126,62

4,94

Jul

128,86

5,03

 

CBoT Ethanol

Termin

USD/b

Veränd.

Front

1,410

0,015

Mai

1,427

-0,018

Jun

1,434

-0,019

 

Mais-Kassakurse

Mais (handelsüblich) FOB, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux

158,00

4,00

La Pallice

156,00

2,00

Holland

183,00

1,00

Oldenburg

184,00

0,00

Niederrhein

180,00

-2,00

Oberrhein

178,00

0,00

Ukraine

150,34

0,57

Russland

153,31

0,58

Argentinien

143,05

0,54

 

 

EU-Maisernte (Mio. mt)

Länder

2017/18

2016/17

Deutschland

4,4

4,0

Frankreich

13,9

11,9

Spanien

3,8

3,9

Spanien

3,8

6,9

Polen

4,1

4,0

Ungarn

6,8

8,9

Rumänien

9,7

9,3

Bulgarien

2,5

2,2

EU-28

62,2

61,1

 

 

Aktueller Maisimport 

Nation

Ziel  (Mio. mt)

Woche (mt)

Stand (Mio. mt)

Vorjahr (mt)

EU-28

16,0

250.649

12.333.948

8.110.688

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Bio-Rohstoffe
05.05.2026
VANCOUVER/ASUNCIÓN. In Indien ist Chiasaat zu wettbewerbsfähigen Preisen erhältlich. In Paraguay ist die Aussaat in vollem Gange. Dennoch sind die Aussichten etwas gemischt.
Getreide
04.05.2026
DALIAN/KYJIW. Chinesische Anbieter sind nicht bereit ihre Preise zu senken. Experten rechnen mit einem Produktionsanstieg in der Ukraine. Die EU hat ihre Buchweizenimporte in dieser Saison um 126% gesteigert.
Getreide
04.05.2026
DALIAN/KYJIW. Der chinesische Hirsemarkt zeigt sich ruhig. In der Ukraine soll in diesem Jahr eine deutlich größere Fläche besät werden. Die EU-Importe sind in dieser Saison deutlich zurückgegangen.
Bio-Rohstoffe
29.04.2026
ASUNCIÓN. Die Chiaaussaat für die Ernte 2026 ist abgeschlossen. Die Pflanzen entwickeln sich gut. Die Nachfrage bleibt hoch.