Mais: Prognose-Poker in den USA
7. August 2019 um 10:03 ,
Der AUDITOR
Dabei legte in Chicago der Fronttermin heute Morgen um weitere 3 US-Dollar auf 406,50 US-Dollar je Bushel zu. Zwar setzten Regenmeldungen für den Corn Belt, besonders für den trocknen Ostteil, die Kurse etwas unter Druck. Aber die Unsicherheit über die Prognose zur US-Maisernte im WASDE-Report am kommenden Montag zog die Kurse in Chicago dann doch nach oben. Die Umfrage vom Nachrichtendienst Reuters ergab eine geschätzte Maisfläche von 87,998 Mio. Acres, was einen Rückgang um 3,7 Mio. Acres gegenüber Juli bedeuten würde. Der US-Handel rechnet mit einem US-Maisertrag von 164,9 Bushel je Acre, was zu einer US-Maisernte von 13,193 Mrd. Bushel führen würde, gut 682 Mio. Bushel unter der Juliprognose. Die Befragung von Farm-Futures ergab dagegen eine Maisfläche von 83,5 Mio. Acres, einen geschätzten Ertrag von 167,2 Bushel je Acre und eine US-Maisernte von 12,723 Mrd. Bushel. IEG Vantage (ehemals Informa) veranschlagte den Ertrag auf 167,8 Bushel je Acre und die US-Maisernte auf 13,857 Mrd. Bushel. Die gravierenden Unterschiede zeigen, wie schwer sich die Analysten tun, den Maisanbau in den USA nach Überschwemmungen im Frühjahr richtig einzuschätzen. Letzte Prognosen deuten auf doch höhere Flächenverluste hin.
Laut US-Handel stockt der Maisexport, Bestellungen werden häufig nach hinten geschoben. Die Exportinspektion lieferte bekanntlich in der Woche bis 1. August mit 631.289 mt US-Mais ein nur moderates Ergebnis, gut 5,4 % niedriger als in der Vorwoche und 50 % kleiner als im Vorjahr. Nachdem Pekings Handelsministerium mitteilte, dass chinesische Handelsunternehmen den Kauf von US-Agrarprodukten eingestellt haben, ging auch der US-Ethanolexport dorthin stark zurück. Davon profitieren natürlich Südamerikas Exporteure. Brasiliens Maisexporte stiegen nach Angaben des Handelsministerium im Juli mit 6,32 Mio. mt auf den Höchststand seit Dezember 2015. Südamerikanischer Mais wird laut US-Handel bis in den Oktober hinein um zumindest einen halben Dollar pro Bushel billiger als US-Mais angeboten
In Paris gab Mais am Vormittag beim Fronttermin auf 170 EUR/mt nach. Hohe EU-Maisimporte und eine deutliche höhere Maisernte Frankreichs waren Gründe. Agreste schätzte diese auf 13,1 Mio. mt, ein Plus von 4,9 % zum Vorjahr. Das höhere Ergebnis ist dort auf eine Zunahme der Fläche auf 1,47 Mio. Hektar und höheren Durchschnittsertrag von 8,93 mt je Hektar zurückzuführen. Der EU-Import von Drittlandmais wuchs bis 4. August auf 2.056.777 mt gegenüber 1.072.348 mt im Vorjahr, was ein Plus von 91,8 % bedeutet. Spanien kaufte 655.863 mt, die Niederlande 463.780 mt und Deutschland 100.177 mt. Die höchste Menge kam aus der Ukraine. Auch niederschlagsreicheres Wetter in Nordwestfrankreich und weiten Teilen Deutschlands und Polens verbesserte die Wachstumsbedingungen für Mais.
Am Schwarzmeer erhöhte UkrAgroConsult seine Schätzung zur ukrainischen Maisernte auf 34,2 Mio. mt, ein Plus von 1,2 Mio. mt. Laut Zollbehörden exportierte die Ukraine vom 1. bis 24. Juli bereits 1,4 Mio. mt Mais, gut 865.000 mt mehr als im Vorjahr. Dabei lagen die Exportpreise für ukrainischen Mais zuletzt bei 146,37 EUR je mt CPT Ukraine. Deutscher Mais blieb im Preis nahezu stehen.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Mais (handelsüblich) FOB, DAP |
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|
Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Bordeaux |
158,00 |
-8,00 |
|
La Pallice |
158,00 |
-7,00 |
|
Holland |
188,00 |
0,00 |
|
Oldenburg |
193,00 |
0,00 |
|
Niederrhein |
185,00 |
0,00 |
|
Oberrhein |
182,00 |
0,00 |
|
Ukraine |
146,37 |
-1,33 |
|
Russland |
- |
- |
|
Argentinien |
- |
- |
|
Brasilien |
- |
- |
EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)
|
EU-Maisernte (1.000 mt) |
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|
Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
13.100,0 |
14.4916,0 |
|
Deutschland |
4.190,0 |
4.541,0 |
|
Italien |
5.826 |
6.110 |
|
Spanien |
3.360 |
3.800 |
|
Polen |
3.750 |
3.840 |
|
Ungarn |
8.370 |
8.665 |
|
Rumänien |
11.450 |
12.000 |
|
Bulgarien |
2.900 |
3.077 |
|
EU-28 |
62.160 |
62.754 |
Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)
|
EU-Maisernte (1.000 mt) |
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|
Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
352.400 |
366.300 |
|
Argentinien |
56.000 |
49.000 |
|
Brasilien |
103.000 |
101.000 |
|
China |
254.000 |
257.300 |
|
Südafrika |
14.000 |
11.500 |
|
Ukraine |
34.000 |
35.800 |
|
EU-28 |
62.160 |
62.754 |
|
Welt |
1.005.100 |
1.120.500 |
Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.