Mais: Frankreichs Markt bricht heftig ein

1. August 2019 um 10:54 , Der AUDITOR
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PARIS. Die Maismärkte in den USA, Frankreich und besonders in der Ukraine brachen gestern heftig ein.

Dabei gab der Fronttermin in Chicago um 10 US-Dollar auf 401 US-Dollar je Bushel und in Paris erneut um 4 EUR auf 170 EUR je mt nach. Dies hatte mehrere Gründe. Die Handelsgespräche mit China in Shanghai gingen ergebnislos zu Ende und sollen im September in Washington fortgeführt werden. Die US-Notenbank FED senkte den US-Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Der US-Dollar stieg, der Eurokurs verlor um 1 Cent auf 1,104 US-Dollar je Euro. Beides verschlechterte die Exportchancen für US-Mais.  Die US-Ethanolverarbeitung schwächelt wegen mieser Verarbeitungsmargen. Laut wöchentlichen UVP-Daten bis 26. Juli ging die tägliche US-Ethanolverarbeitung um 8000 Barrel auf 1,031 Mrd. Bushel zurück. Zudem stiegen die US-Ethanolvorräte in den USA um 779.000 Barrel auf 24,468 Mrd. Barrel an, mit größten Zuwächsen im US-Golf.  Die wöchentlichen Exportumsätze bis 25. Juli werden vom US-Handel auf 300.000 bis 850.000 mt geschätzt. Letzten Donnerstag erreichten diese 507.800 mt. Auch der US-Wetterbericht sendete bearishe Signale. Gestern hat es im westlichen Corn Belt gerechnet, in der Woche soll es Regen im zu trocknen östlichen Maisgürtel geben. Bis zum 12. August, wenn der WASDE-Report endlich Klarheit über Anbauentwicklungen bei Mais und Soja hoffentlich geben wird, ist mit weiter fallenden Maiskursen zu rechnen, meinten US-Broker. Je nach Ergebnis dreht sich der Markt dann nach oben oder unten. Die kommenden Maisernten Südamerikas 2019/20 sprechen mit 56 Mio. mt in Argentinien und 103 Mio. mt in Brasilien weiterhin für sinkende Kurse.

Die ukrainische Maisernte soll mit 34 Mio. mt zwar den Vorjahresrekord um 1,8 Mio. mt verfehlen. Doch gaben die Exportpreise für ukrainischen Mais von 174 US-Dollar Mittel Juli auf zuletzt 164 US-Dollar je mt CPT nach. Dies wären nur 147,12 EUR je mt ab Exporthafen Ukraine. Der Handel schließt weitere Preisrückgänge nicht aus, wenn sich gute Ertragserwartungen bestätigen.

In Frankreich verlor Mais am Kassamarkt gestern gut 4 EUR je mt. An der Rheinschiene bröckelten die Maispreise um 2 EUR je mt. Der gestiegene Erntedruck bei Frankreichs hohen Weizenernte zog auch Mais mit nach unten. Durch das höhere Weizenangebot dürfte der Maisimport zumindest für den Futterbedarf zurückgehen. Doch zeigen die Maisimportzahlen Brüssels genau das Gegenteil, führte die EU in den ersten vier Wochen der neuen Saison mit 1,6 Mio. mt gut 67 % mehr Drittlandmais ein. Spanien kaufte 476.555 mt, die Niederlande 407.013 mt und Deutschland 99.606 mt. Das Gros kam aus der Ukraine. Laut Zollbehörden exportierte die Ukraine vom 1. bis 24. Juli bereits 1,4 Mio. mt Mais, gut 865.000 mt mehr als im Vorjahr. Der Handel rechnet vorerst mit weiterem Abwärtstrend.

Am französischen Kassamarkt gaben die Maispreise stark nach, am niederländischen und deutschen Markt blieb der Preis noch überwiegend stabil.


Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Mais (handelsüblich) FOB, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux

160,00

-4,00

La Pallice

161,00

-4,00

Holland

188,00

-2,00

Oldenburg

191,00

-2,00

Niederrhein

184,00

-2,00

Oberrhein

182,00

-2,00

Ukraine

147,12

147,52

Russland

-

-

Argentinien

-

-

Brasilien

-

-

 

EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

12.680,0

14.4916,0

Deutschland

4.270,0

4.541,0

Italien

5.826

6.110

Spanien

3.360

3.800

Polen

4.020

3.840

Ungarn

8.370

8.665

Rumänien

11.450

12.000

Bulgarien

2.550

3.077

EU-28

62.370

62.754

 

Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

347.500

366.300

Argentinien

56.000

49.000

Brasilien

101.000

101.000

China

254.000

257.300

Südafrika

14.000

11.500

Ukraine

33.000

35.800

EU-28

62.370

62.754

Welt

1.009.200

1.120.500


Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.

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