Mais: Bearishe Signale rund um den Globus

2. August 2019 um 12:21 , Der AUDITOR
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PARIS. Die Lage am Maismarkt wird selbst für Analysten komplizierter.

Je nachdem wie das USDA am 12. August im WASDE-Report die Anbaudaten verarbeitet, kann es zu Überraschungen nach oben oder unten kommen. Noch ist der Maismarkt extrem bearish gestimmt. Dabei gab der Fronttermin in Chicago heute Vormittag um 6 US-Dollar auf 396 US-Dollar je Bushel und in Paris sogar um 6 EUR auf 164 EUR je mt nach. Erschütternd niedrig fielen die wöchentlichen Exportzahlen für US-Mais bis einschließlich 25. Juli mit 143.100 mt für 2018-19 und 129.600 mt für 2019-20 aus. Auch die Verarbeitungszahlen von Mais zur US-Ethanolerzeugung blieben im Juli um 1,3 % hinter dem Vormonat zurück.  Die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins um einen viertel Prozentpunkt zu senken, ließ den US-Dollar steigen, wodurch sich die Wettbewerbsfähigkeit von US-Mais verschlechterte. US-Präsident Donald Trump erklärte gestern Nachmittag, die USA würden 10 % US Zoll für die verbleibenden 300 Milliarden Dollar chinesischer Waren hinzufügen, die zuvor nicht besteuert wurden. Die Handelsgespräche mit China werden im September in Washington fortgesetzt.

Im Gegensatz hierzu stiegen Brasiliens Maisexporte nach Angaben des Handelsministerium mit 6,317 Mio. mt auf den Höchststand seit Dezember 2015, teilte Brugler Marketing & Management mit. Südamerikanischer Mais wird laut US-Handel bis in den Oktober hinein immer noch einen halben Dollar pro Bushel billiger als US-Mais angeboten. Datagro Consultoria schätzt die brasilianische Maisproduktion für 2019-20 auf fast 104,3 Mio. mt, was einer Steigerung von mehr als 4,25 Mio. entspricht. Das Unternehmen bezifferte die Exporte des Landes auf 40 Mio. mt, was einer Steigerung von 15 Mio. mt entspricht. Die ukrainische Maisernte soll mit 34 Mio. mt den Vorjahresrekord um 1,8 Mio. mt verfehlen. Trotzdem gaben die Exportpreise für ukrainischen Mais von 174 US-Dollar Mittel Juli auf zuletzt 164 US-Dollar je mt CPT nach. Dies wären nur 148,32 EUR je mt ab Exporthafen Ukraine.

In Frankreich verlor Mais am Kassamarkt gestern erneut 2 bis 3 EUR je mt. An der Rheinschiene bröckelte der Maispreis dagegen nur schwach. Für Preisdruck sorgen zudem hohe Maisimportzahlen Brüssels, führte die EU in den ersten vier Wochen der Saison mit 1,6 Mio. mt gut 67 % mehr Drittlandmais ein. Spanien kaufte 476.555 mt, die Niederlande 407.013 mt und Deutschland 99.606 mt. Die höchste Menge kam aus der Ukraine. Laut Zollbehörden exportierte die Ukraine vom 1. bis 24. Juli bereits 1,4 Mio. mt Mais, gut 865.000 mt mehr als im Vorjahr.  


Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Mais (handelsüblich) FOB, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux

158,00

-2,00

La Pallice

158,00

-3,00

Holland

188,00

0,00

Oldenburg

190,00

-1,00

Niederrhein

184,00

0,00

Oberrhein

182,00

0,00

Ukraine

148,32

1,20

Russland

-

-

Argentinien

-

-

Brasilien

-

-

 

EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

12.680,0

14.4916,0

Deutschland

4.270,0

4.541,0

Italien

5.826

6.110

Spanien

3.360

3.800

Polen

4.020

3.840

Ungarn

8.370

8.665

Rumänien

11.450

12.000

Bulgarien

2.550

3.077

EU-28

62.370

62.754

 

Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

347.500

366.300

Argentinien

56.000

49.000

Brasilien

101.000

101.000

China

254.000

257.300

Südafrika

14.000

11.500

Ukraine

33.000

35.800

EU-28

62.370

62.754

Welt

1.009.200

1.120.500

 

Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.

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