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Macadamias: Rohwarenexporte nach China im Fokus

10. November 2025 um 11:08 , Der AUDITOR
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NAIROBI/KAPSTADT. Während die Erzeuger in Kenia dafür plädieren, das Exportverbot für rohe Macadamias zu lockern, müssen südafrikanische Farmer aufpassen, sich nicht zu abhängig von den Ausfuhren nach China zu machen. Die EU-Macadamiaimporte sind 2025 deutlich gestiegen.

Nachteil für kenianische Anbieter

Wie The Standard berichtet, fordern die kenianischen Macadamiafarmer die Regierung mittlerweile vehement auf, das Exportverbot für rohe Macadamianüsse zu lockern. Sie verweisen dabei auf die niedrigen Erzeugerpreise und die unverkauften Lagerbestände in den Anbauregionen. Ihr Vorschlag ist es, 30% der Jahresproduktion für den Export nach China freizugeben. In Kenia werden jährlich etwa 61.000 mt Macadamias im Wert von 30 Mio. USD produziert, was das Land zum weltweit viertgrößten Produzenten macht.

Muriithi Gichabi von Macadamia Growers of Kenya gibt an, dass die Verarbeitungsbetriebe bei dieser Menge nicht hinterherkommen, was auch die Möglichkeiten der Händler einschränkt und Druck auf die Preise ausübt. Senator Kamau Murango aus Kirinyaga ergänzt, dass andere Anbauländer wie Simbabwe und Australien mit einer gesunden Mischung der Rohwarenexporte und der Ausfuhr verarbeiteter Ware einen Vorteil gegenüber den Marktteilnehmern in Kenia hätten. Bisher scheint die Agriculture and Food Authority (AFA) allerdings keine konkreten Pläne bezüglich einer Lockerung des Exportverbots für rohe Macadamias zu haben mit der Begründung, dass Rohwarenlieferungen nach China Kenias Marktanteil in Europa untergraben würden.

Vorsicht ist geboten

Die Rohwarenexporte nach China spielen auch für den südafrikanischen Macadamiamarkt eine wichtige Rolle. Shane Hartman, CEO von Global Macadamias, warnte gegenüber Farmers Review Africa, dass die Abhängigkeit von ebendiesen Exporten ein großes Risiko darstellt. Auf dem kürzlich von Macadamias South Africa (SAMAC) veranstalteten MacDay gaben chinesische Teilnehmer an, dass die Produktion im eigenen Land steigt und China deshalb weniger auf südafrikanische Lieferungen angewiesen ist. Südafrika sollte deshalb die lokale Verarbeitung steigern und die Märkte für geschälte Macadamias ausbauen; damit könnten auch höhere Preise erzielt werden.

EU-Importe knapp 29% höher

Ein wichtiger Abnehmer für südafrikanische Macadamias ist die EU. Südafrika ist hier der größte Lieferant – im Zeitraum 01.01.-02.11. 2025 importierten EU-Länder insgesamt 4.589 mt geschälte und ungeschälte Macadamianüsse aus Südafrika, das sind gut 32% mehr als im Vorjahreszeitraum. Kenia folgt mit Lieferungen von 2.199 mt und einer Steigerung von knapp 28% auf Platz 2, gefolgt von Australien, Malawi und Guatemala. Insgesamt beliefen sich die gesamten EU-Importe auf 8.782 mt.

Der größte Käufer innerhalb der EU sind die Niederlande, die ihre Einfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 32,3% auf 3.400 mt gesteigert haben. Auf Platz 2 und 3 folgen Deutschland (+26,7% auf 2.750 mt) und Spanien (+17,6% auf 991 mt). Der durchschnittliche Importpreis lag im genannten Zeitraum bei 11,29 EUR/kg und damit um stolze 35% über dem des Vorjahres. Das bringt den gesamten Importwert auf mehr als 99 Mio. EUR – er liegt damit um stattliche 73,9% über dem von 2024.

EU-Import Macadamias in mt

Partner

2024

2025

Diff.

Südafrika

3.468

4.589

32,3%

Kenia

1.721

2.199

27,8%

Australien

574

729

27,0%

Malawi

549

508

-7,5%

Guatemala

285

326

14,4%

Andere

227

431

89,9%

Gesamt

6.824

8.782

28,7%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-02.11.

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