Kostenfrei

Macadamias: China treibt den Markt

22. November 2023 um 16:27 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

KAPSTADT/PEKING. Nach Südafrika wird China in dieser Saison mit 56.000 mt die zweitgrößte Ernte einfahren und sich als wichtiger Exporteur behaupten. In Australien sind die Marktteilnehmer mit Schwierigkeiten konfrontiert.

Ertragsrückgänge in Afrika

Wie die Experten von OLAM berichten, fällt die Macadamiaernte in Südafrika in dieser Saison kleiner aus, als die ursprüngliche Prognose von 81.000 mt besagte. Grund dafür ist ein starker Befall mit Stinkwanzen, die sich auf die Qualität und die verfügbare Menge der Nüsse auswirken. Auch einige Lieferfristen konnten deshalb nicht eingehalten werden. Einige Landwirte hatten aufgrund der für sie unhaltbaren Preise zunächst mit der Ernte gezögert, dennoch zeigt sich die Branche recht optimistisch. Auch in Kenia ist die 2023er Ernte im Vergleich zum Vorjahr um 3% auf 41.000 mt zurückgegangen. Noch immer gilt ein Ausfuhrverbot für Macadamias in der Schale, und der günstige Preis für Macadamiakerne zwingt die Schälbetriebe dazu, weniger Rohware zu kaufen und den Schälprozess zu verlangsamen, da sie sonst mit noch höheren Verlusten rechnen müssen. OLAM betont zudem, dass die Qualität ein wichtiger Faktor ist, der auf dem kenianischen Markt genau beobachtet wird.

Auch Australiens Ernte fällt kleiner aus

In Australien rechnen die Marktteilnehmer indes mit einer Ernte von 45.000 mt, die damit leicht unter den 50.000 mt des Vorjahres läge. Die Qualität kann hier überzeugen, allerdings sind sowohl die Erträge als auch die Kerngrößen gesunken, was die Branche den Marktexperten zufolge vor diverse Herausforderungen stellt. Einige australische Verarbeiter hatten im Vorfeld und in der Hoffnung auf eine größere Ernte mehr Ware verkauft, als sie nun durch den Produktionsrückgang liefern können. Den Erzeugern machen indes die günstigen Ab-Hof-Preise zu schaffen.

China ist von enormer Bedeutung

In China steht die Ernte kurz vor dem Abschluss, und mit einer geschätzten Produktion von 56.000 mt Macadamias in der Schale dürfte das Land sich als zweitwichtigster Lieferant hinter Südafrika behaupten. Die Preise können sich trotz der großen Menge stabil halten, was vor allem an den geringeren Ernten in Australien und Südafrika liegt. OLAM bezeichnet China gar als den wichtigsten aktiven Markt, der den Preis für Macadamias treibt, und zum chinesischen Neujahrsfest dürfte auch die Inlandsnachfrage noch einmal merklich steigen. Insgesamt ist der globale Verbrauch aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation in vielen Abnehmerländern 2023 allerdings gesunken, scheint sich aber teilweise wieder zu erholen. Für den Rest des Jahres rechnet OLAM mit einer starken Nachfrage, während die Entwicklung in den kommenden Monaten von der Nachfrage aus China abhängt.

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
23.07.2026
ORDU/BRÜSSEL. Die türkischen Behörden legen in diesem Jahr einen anderen Fokus bei der Beurteilung der Anbauflächen. Davon profitieren vor allem die Exporteure. Georgische Haselnussbauern rechnen mit sinkenden Preisen.
Nüsse
22.07.2026
MANILA. Während die Inlandspreise bereits leicht steigen, verwehren sich die Exportpreise für Kokosraspel diesem Trend bisher. Anders sieht es bei Kopra und Kokosöl aus. Der Markt bleibt geprägt durch die geopolitischen Unsicherheiten.
Nüsse
21.07.2026
KAPSTADT/BRÜSSEL. Im Markt kursieren erste inoffizielle Schätzungen bezüglich der diesjährigen Pekannussernte in Südafrika. Die EU-Importe sind deutlich gestiegen – und es gibt einen neuen Toplieferanten.
Nüsse
20.07.2026
NEU-DELHI. In Gujarat weichen viele Landwirte auf lukrativere Agrarrohstoffe aus, weshalb hier mit einer deutlich kleineren Erdnussernte gerechnet wird. Staatliche Institutionen verkaufen größere Mengen, dennoch erhalten die Preise Unterstützung.