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Lieferengpässe im Einzelhandel - Preiserhöhungen angekündigt

10. November 2021 08:35, Der AUDITOR
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MÜNCHEN. Das Weihnachtsgeschäft steht unmittelbar bevor. Doch der Einzelhandel klagt über Lieferengpässe, die durch Pandemie, Lieferkettenprobleme und Fachkräftemangel zurückzuführen sind.

Der Einzelhandel erwartet Lieferprobleme bis weit in den nächsten Sommer, dies teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Laut jüngster Umfrage rechnen die Firmen der Branche damit, dass die Engpässe weitere 10 Monate andauern könnten. „Die Produktauswahl wird zu Weihnachten und lange danach eingeschränkt sein“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Großteil der Unternehmen hat Preiserhöhungen angekündigt
Die Lieferprobleme werden sich laut Ifo auch in den Preisen im Weihnachtsgeschäft niederschlagen. Ein Großteil der Unternehmen hat demnach Preiserhöhungen angekündigt. Am pessimistischsten sind die Fahrradhändler, sie erwarten 18 Monate Lieferprobleme, die Möbelhändler 12,5 Monate. Die Spielzeugeinzelhändler gehen von rund 11 Monaten aus, die Baumärkte von 10,3 Monaten. Auch im Lebensmittel-Einzelhandel gibt es Lieferschwierigkeiten, allerdings rechnen die Unternehmen damit, dass sich die Lage im Laufe des Frühjahrs wieder entspannen könnte.

Nahrungs- und Genussmittelsektor hat noch geringste Nachschubprobleme
Allerdings wäre die Zahl der Firmen mit Nachschubproblemen leicht zurückgegangen, von 74 auf 60%. Bei Fahrradhändlern sank die Zahl von 100 auf 89,6%, bei Baumärkten von 98,9 auf 83,5%. In der Bekleidungsbranche ging die Zahl mit Nachschubproblemen auf 39,3% und im Nahrungs- und Genussmittelsektor auf 18,4% zurück. „Das sind immer noch enorm hohe Zahlen“, fügt Wohlrabe hinzu. Die weltweite Logistik sei aus dem Takt geraten. Viele Lieferungen kommen mit deutlichen Verspätungen in Deutschland an, hieß es weiter. 

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