Konsum-Stimmung hellt sich in Deutschland auf (Teil 2)
22. Juli 2020 um 07:20 ,
Der AUDITOR
Stimmungsbild hellt sich auf
Während die Kennzahlen zur Gesamtwirtschaft sehr negativ ausfallen, hellt sich das Stimmungsbild bei vielen Instituten wieder auf. Laut Zentrum für Europäische Wirtschaft (ZEW) haben sich die Konjunkturerwartungen zum dritten Mal in Folge erholt und der Index stieg um 12,4 auf 63,4 Punkte gegenüber Mai. Auch der vom ifo-Institut veröffentlichte Geschäftsklimaindex stieg um 6,3 auf 86,2 Punkte. Zunehmend gerät aber der Arbeitsmarkt durch die Pandemie unter Druck. So waren per 1. Juli in Deutschland mit 2,853 Millionen Arbeitslosen 637.000 Menschen mehr ohne Arbeit gemeldet als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,2 %. Bis Ende 2020 wird nach Einschätzung des Handelsblatt Research Instituts (HRI) die Zahl auf knapp 3,5 Mio. Arbeitslose ansteigen und dort im Verlauf des nächsten Jahres verharren. Einen wesentlichen Einfluss wird darauf das Instrument Kurzarbeit haben. Laut ifo-Institut waren im Mai 796.000 oder 72 % der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Kurzarbeit, im Vergleich zu 46 % im Fahrzeugbau, gut 44 % im Autohandel. Im Großhandel waren 26 % und in Verkehr- und Lagerbetrieben 23 % in Kurzarbeit. Auch stiegen die Löhne weniger stark.
Konsumneigung der Verbraucher im Juli wieder etwas höher
Das HDE-Konsumbarometer steigt nach Tief im Mai von 90,53 auf 93,51 Punkte im Juni und immerhin 96,34 Punkte im Juli, im Vergleich zu 100,18 Punkten im Juli des Vorjahres. Insofern kann von einer Rückkehr zur Normalität keine Rede sein. Dabei scheint sich jedoch ein leicht positiver Trend bei der Anschaffungsneigung der Verbraucher abzuzeichnen. Ursache ist die Wiederöffnung von Ladengeschäften, auch wenn nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach 68 % der Befragten äußerten, aufgrund der Maskenpflicht nur das Nötigste einzukaufen. Die Sparneigung geht offenbar leicht zurück, was mit der Urlaubszeit zusammenhängen dürfte, machen viele Deutsche im Juli Urlaub, gleich ob zuhause oder am Ferienort in Deutschland. Denn weniger Deutsche vereisen wegen Corona ins Ausland. Die Inflationserwartungen haben sich verringert. Dies passt zu den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes vom 29. Juni, wonach die Teuerung im Juni bei 0,9 % lag.