Kokosraspel: Verschiebung der Nachfrage

5. Mai 2020 um 15:32 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

MANILA. Aufgrund der Corona-Pandemie wird es in dieser Saison zu merklich geringeren Beständen an Kokosraspeln und Kokosöl kommen. Die Nachfrage verschiebt sich dabei von den Lebensmitteldienstleistern in Richtung der Endverbraucher.

Kaum Nachfrage aus dem Gastro-Bereich

Aufgrund der aktuellen Situation hat auf dem Kokosmarkt eine Verschiebung der Nachfrage stattgefunden. Während vor der Corona-Pandemie ein Großteil der Bestände, vor allem Kokosöl, an den Lebensmitteldienstleistungssektor verkauft wurde, ist die Nachfrage hier stark zurückgegangen. Viele Gastro-Unternehmen mussten aufgrund der Corona-Maßnahmen schließen. Im Gegensatz dazu ist der Bedarf bei den Endverbrauchern, die nun deutlich mehr zuhause kochen, gestiegen. Das zwingt die Produzenten dazu, schnell umzudenken und sich den Gegebenheiten anzupassen. Inwieweit sich die Ausbreitung des Virus auf die Gesamtnachfrage auswirkt, kann zum jetzigen Zeitpunkt laut der Experten von T.M. Duché noch nicht bestimmt werden.

Stark gedrosselte Produktion

Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Bestände für Kokosöl und Kokosraspel in dieser Saison verhältnismäßig gering ausfallen dürften, da viele Fabriken zurzeit nur mit geringen Kapazitäten arbeiten können oder sogar komplett geschlossen werden mussten. Letzteres trifft vor allem auf Sri Lanka zu, während die Produktion auf den Philippinen zu rund 40% wieder aufgenommen wurde. Der Handel rechnet allerdings vor August nicht mit einer merklichen Verbesserung der Lage. Diese Unsicherheiten lassen potenzielle Kunden zögern. Während Käufer aus den USA sich aus Sorge um ausreichend Ware bereits mit Positionen für September und Oktober eindecken, halten europäische Händler sich vorerst zurück. Die Preise auf dem europäischen Spotmarkt halten sich relativ stabil. So kosten feine Kokosraspel, high fat, aus Sri Lanka aktuell 2,20 EUR/kg FCA Spanien.

Kokosraspel

Qualität

EUR/mt

Fein, high fat, Sri Lanka

2.200

Fein, low fat, Indonesien

1.000

FCA Spanien

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Trockenfrüchte
02.06.2026
MALATYA. Weitere Niederschläge in der wichtigsten Anbauregion belasten die Aussichten für die türkische Aprikosenernte. Während die Preise stabil bleiben, liegen die Exporte deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Trockenfrüchte
02.06.2026
MANISA. Die Weinfelder in den türkischen Anbauregionen befinden sich in einem sehr guten Zustand. Dennoch bleibt der Fokus der Marktteilnehmer auf den Weiterentwicklungen der kommenden Monate. Die Nachfrage bleibt schwach.
Nüsse
02.06.2026
VANCOUVER. Die Angebots- und Nachfragesituation stellt 2026 eine große Herausforderung für den Macadamia-Markt dar. Händler schenken den offiziellen Schätzungen Chinas kein Vertrauen. Dennoch könnten die Aussichten noch schlechter sein.
Nüsse
01.06.2026
NEU-DELHI. In Indien quellen die Lager vor Cashewnüssen über. In Burkina Faso herrscht dagegen ein harter Wettbewerb um die verbleibenden Bestände. In Vietnam ist Vorsicht geboten.