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Macadamias: Ernteprognose nach unten korrigiert

15. Juli 2026 um 15:51 , Der AUDITOR
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CANBERRA/BRÜSSEL. Die neuen Ernteschätzungen der Australian Macadamia Society fallen geringer aus als die Märzprognose. Die Erträge variieren hier je nach Region. Die EU-Importe sind deutlich gestiegen.

Angepasste Ernteprognose

Die Prognose für die australische Macadamia-Ernte 2026 wurde von der Australian Macadamia Society (AMS) auf 56.888 mt Macadamias in der Schale bei 3,5% Feuchtigkeit bzw. 61.000 mt bei 10% Feuchtigkeit gesenkt. Die Anpassung basiert auf aktualisierten Branchendaten nach der Erntebewertung im Juni und fällt etwas niedriger aus als die erste Prognose vom März. Diese lag bei 59.080 mt bei 3,5% Feuchtigkeit beziehungsweise 63.350 mt bei 10% Feuchtigkeit. Trotz der Korrektur wird die Ernte 2026 weiterhin deutlich über der Erntemenge von 43.800 mt im Jahr 2025 liegen.

Der Geschäftsführer der AMS, Ben Baldwin, erklärt: „Die Ernte 2026 ist sehr unterschiedlich ausgefallen, wobei sich die Ergebnisse je nach Region, Betrieb und Sorte erheblich unterscheiden.“ Er ergänzt: „Insgesamt wird die Produktion die Ernte des Vorjahres übertreffen, auch wenn der Anstieg nicht in allen Regionen gleichermaßen ausfällt und viele Plantagen sich weiterhin von den Auswirkungen mehrerer aufeinanderfolgender Regenzeiten erholen.“

Unterschiedliche Bedingungen in den Anbauregionen

In Bundaberg, Australiens größter Macadamia-Anbauregion, ist die Ernte zu etwa 90 bis 95% abgeschlossen. Günstige Bedingungen haben dort einen guten Erntefortschritt und eine hohe Nussqualität ermöglicht. Anhaltende Niederschläge haben die Ernte dagegen in Teilen des nördlichen New South Wales und im Südosten Queenslands verzögert, insbesondere in den Regionen Northern Rivers, Gympie und Glass House Mountains. Dort läuft die Ernte noch.

Ben Baldwin sagt: „Die Wetterbedingungen haben sich in dieser Saison zwischen den Anbauregionen erheblich unterschieden.“ Weiter erklärt er: „Während Bundaberg von vergleichsweise günstigen Erntebedingungen profitiert hat, haben anhaltende Niederschläge in den südlichen Anbaugebieten die Ernte verlangsamt und das Risiko von Qualitätsverlusten erhöht, wenn Nüsse über längere Zeit auf dem Plantagenboden liegen geblieben sind.“ Die Bedingungen während der Blüte und der Fruchtentwicklung waren in den meisten Anbauregionen insgesamt günstig. Bestäubung und Fruchtansatz verliefen gut. Eine frühe Blüte und ein geringer Fruchtfall führten jedoch nicht überall zu einem früheren Erntebeginn.

Die Kernausbeute fiel zu Beginn der Saison in mehreren Regionen niedriger aus als erwartet, verbesserte sich jedoch im Verlauf der Ernte. Kleinere Nussgrößen bei einigen Sorten beeinflussten die Kernausbeute weiterhin.

Da die Ernte in Teilen von New South Wales und Südost-Queensland noch nicht abgeschlossen ist, stehen die endgültigen Produktionsmengen noch nicht fest. Die Australian Macadamia Society will die endgültige Erntemenge für 2026 nach Abschluss der Ernte im Laufe dieses Jahres veröffentlichen.

Kenia setzt auf Macadamias zur Diversifizierung der Landwirtschaft

Dr. Chris Kiptoo, Staatssekretär des kenianischen Finanzministeriums, hat die Landwirte in Kenia dazu aufgerufen, ihre Abhängigkeit vom Maisanbau zu verringern und stattdessen höherwertige Kulturen wie Macadamias und Avocados anzubauen. Nach seinen Angaben sei die Diversifizierung der Landwirtschaft der sicherste Weg, die Einkommen der Haushalte zu steigern und den wirtschaftlichen Wohlstand der Gemeinden zu verbessern. Auch der Gouverneur des Bezirks Elgeyo Marakwet, Wesley Rotich, sprach sich für den Umstieg auf höherwertige Kulturen wie Macadamias aus. Eine stärkere Diversifizierung könne die landwirtschaftliche Produktivität und die Einkommen verbessern; das berichtet die Nachrichtenagentur Kenya News.

Macadamias, Kenia

Sorte, Ernte 2025

EUR/kg

Style 2

12,00

Style 4L

7,50

Style 5

6,50

Style 6

6,00

FCA NL; Preisindikationen

EU-Einfuhren deutlich höher

Die EU-Macadamiaimporte seit Jahresbeginn sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um stolze 27,5% gestiegen. Der wichtigste Lieferant bleibt dabei Südafrika mit einer moderaten Steigerung von 2,3% auf 2.096 mt, gefolgt von Kenia, das seine Lieferungen in die EU um satte 81,7% auf 1.283 mt erhöhen konnte. Australien, China und Vietnam auf den Folgeplätzen lieferten ebenfalls deutlich mehr Macadamias in EU-Länder als in der ersten Jahreshälfte 2025.

Größter Abnehmer innerhalb der EU sind die Niederlande, die ihre Einfuhren um 41,8% auf 2.000 mt Macadamias gesteigert haben. Deutschland belegt mit einer Steigerung von 39,4% und einer Abnahmemenge von 1.370 mt Platz 2. Der durchschnittliche Importpreis liegt mit 10,51 EUR/kg um knapp 5% unter dem des Vorjahres, durch die höhere Einfuhrmenge stieg der Importwert gegenüber dem Vorjahreszeitraum dennoch um 21,5% auf knapp 49,71 Mio. EUR.

EU-Import Macadamias in mt

Partner

2025

2026

Diff.

Südafrika

2.048

2.096

2,3%

Kenia

706

1.283

81,7%

Australien

448

460

2,7%

China

79

302

282,3%

Vietnam

74

264

256,8%

Andere

353

323

-8,5%

Gesamt

3.708

4.728

27,5%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-12.07.

08026100+08026200 Macadamia-Nüsse, mit und ohne Schale

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