Kokosraspel: Hitzewelle verschärft Rohwarenknappheit

15. Mai 2024 um 11:42 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

MANILA. Die extrem hohen Temperaturen in den asiatischen Ursprungsländern dürfte dafür sorgen, dass sich die Rohwarenknappheit auch noch auf die Ernte 2025 auswirken wird. Ein ähnliches Szenario war bereits im Vorjahr zu beobachten.

Bis zu 52°C

Die Experten von JASCORP machen auf ein großes Problem aufmerksam, von dem aktuell viele asiatische Kokosanbauländer betroffen sind: die massive Hitzewelle. Diverse Regierungen haben bereits Warnstufen ausgerufen, da die Temperaturen bedrohliche Ausmaße erreichen. So hat Thailand die Marke von 42°C längst überschritten, in manchen Gebieten wurden sogar Höchsttemperaturen von 52°C gemessen. Ähnlich geht es in anderen Ursprüngen wie den Philippinen, Vietnam, Sri Lanka und Indien zu. Bereits die Hitzewelle von 2023 hatte sich auf die Rohwarenversorgung ausgewirkt, und die aktuellen hohen Temperaturen dürften für die Ernte 2025 ein ähnliches Bild abzeichnen. Dabei sind diverse Agrarrohstoffe betroffen – unter anderem auch Kokosnüsse. Dadurch werden bereits bestehende Lieferverzögerungen weiter verstärkt; die Situation im Roten Meer und die dadurch notwendigen Umwege tun ihr Übriges dazu.

Preise steigen rapide

Das führt laut JASCORP dazu, dass die Bestände in den Zielländern mittlerweile stark geschrumpft sind und die Nachfrage entsprechend hoch ist, und sobald Ware verfügbar ist, ist sie auch schon wieder verkauft. Das Kaufinteresse übersteigt das Angebot bei weitem, was auch dafür sorgt, dass die Preise rapide nach oben klettern. Die Marktexperten rechnen damit, dass sich die Situation in den Quartalen 3 und 4 noch einmal verschärfen dürfte, da die Nachfrage hier üblicherweise am höchsten ist. Die Käufer sollten also längerfristig planen und sich auf weitere Engpässe einstellen.

Auch die Experten von T.M. Duché berichten von hohen Preisen. Ihnen zufolge liegen Kokosraspel bei 0,80-0,95 USD/lb, während Kokosöl zwischen 1.356 und 1.444 USD/mt gehandelt wird. Auch die Rohwarenpreise sind hoch, vor allem in Thailand, wo sie von 95 auf 120 Baht pro Stück gestiegen sind, was einer Erhöhung von 25% entspricht. T.M. Duché berichtet weiter, dass die Philippinen ihr Exportvolumen von Kokosöl massiv steigern konnten: während im April 2023 noch 59.347 mt im Wert von 58.864 USD verschifft wurden, waren es im April 2024 stattliche 124.008 mt im Wert von 148.847 USD.

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischart für Kokosraspel aus Sri Lanka
Preischart für Kokosraspel aus Indonesien
Preischart für Kokosraspel aus den Philippinen 
- Preischart für Kokosöl aus Indonesien
weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Trockenfrüchte
09.07.2026
QUINGDAO/BRÜSSEL. Chinesische Marktteilnehmer sind zuversichtlich was die Sultaninenproduktion 2026 betrifft. Die türkische Sultaninenproduktion ist wichtig für die Preisbildung in China. EU-Länder haben ihre Importe um 12% reduziert.
Nüsse
09.07.2026
FOLSOM. Wie aus dem vom California Walnut Board and Commission veröffentlichten Lagebericht für Juni hervorgeht, können die monatlichen Inlandslieferungen nicht mit dem allgemeinen Trend Schritt halten. Die Exporte von Walnüssen in der Schale verzeichnen erfreuliche Zuwächse.
Nüsse
09.07.2026
ORDU. Spekulationen über die TMO, die Auswirkungen der marmorierten Baumwanze und politische Ereignisse werden die Marktdynamik bei Haselnüssen prägen. Exporteure sehen keinen Grund zur Sorge hinsichtlich des Präferenzzollsatzes für US-Baumnüsse in der EU. Die Exporte legten im Juni deutlich zu.
Nüsse
08.07.2026
BRÜSSEL/DALIAN. EU-Käufer importieren zwar weniger, haben aber in diesem Jahr bisher einen Rekordbetrag für Pinienkerne ausgegeben. Internationale Käufer sind für Lieferanten in China jedoch viel zu zurückhaltend.