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ifo-Konjunkturprognose: Deutschlands Wirtschaft schrumpft geringer als erwartet

24. September 2020 06:54, Der AUDITOR
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MÜNCHEN/FRANKFURT. Deutschlands Wirtschaft wird laut Münchner ifo-Instituts in diesem Jahr etwas weniger schrumpfen als bisher befürchtet wurde. Aber die Risiken bleiben extrem hoch, meinen die Experten.

Deutschlands Wirtschaft wird laut Münchner ifo-Instituts in diesem Jahr etwas weniger schrumpfen als bisher befürchtet wurde. „Der Rückgang im zweiten Quartal und die Erholung verlaufen günstiger als erwartet“, sagte Ifo-Konjunkturchef Dr. Timo Wollmershäuser in München. 2020 dürfte Deutschlands durch Corona-Krise belastete Wirtschaft um 5,2 % schrumpfen, war man bisher von 6,7 % Rückgang ausgegangen. In 2021 erwartet man ein Wirtschaftswachstum von 5,1 % und 2022 von 1,7 %. Das Vorkrisenniveau wird die deutsche Wirtschaft danach frühestens Ende 2021 wieder erreichen können. Dazu trägt bei, dass das Angebot an Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit sozialen Konsumausgaben stehen, weiterhin beschränkt bleibt. Dies unter der Annahme, dass erst im Laufe des nächsten Jahres ein wirksamer Impfschutz zur Verfügung steht. Zudem spielen Verhaltensänderungen von Verbrauchern und Unternehmern eine Rolle. Gestützt wird die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen durch zahlreiche fiskalpolitische Maßnahmen. Das war das Corona-Hilfspaket während des Shutdowns, das Konjunkturpaket, welches danach geschnürt wurde, sowie eine Vielzahl von Maßnahmen, die Unternehmen stützten. Auch die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes wurde beschlossen. Auch das exportorientierte Gewerbe dürfte von Konjunkturerholung in den wichtigsten Abnehmerländern profitieren. Die Zahl der Arbeitslosen wird laut Ifo-Institut von 2,3 Millionen in 2019 auf fast 2,7 Millionen in 2020 steigen. Damit erhöhe sich die Arbeitslosenquote in 2020 von 5,0 auf 5,9 %. 2021 sinkt sie laut ifo-Prognose auf 5,7 % und 2022 auf 5,5 %.

Abwärtsrisiken überwiegen
„Die Unsicherheit bei den Prognosen ist sehr groß, weil niemand weiß, wie die Corona-Pandemie weiter verläuft, ob es nicht noch einen harten Brexit gibt und Handelskriege beigelegt werden“, so Dr. Wollmershäuser. Das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus nimmt seit Sommer wieder zu, teils wurden erneut Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen. Ein erneuter Shutdown in Deutschland oder in einem der Partnerländer, hätte das Potenzial, eine zweite Rezession auszulösen. „Wenn wir auf den Brexit schauen, zeichnet sich ab, dass wird eher ein Ausscheiden Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt bekommen, ohne neues Handelsabkommen. Dies würde Schaden anrichten für die Konjunktur in Großbritannien. Dies bekäme auch Deutschland zu spüren“, so der Experte. Ungewiss sei auch, wie der Strukturwandel in der deutschen Autoindustrie verlaufe.  Sofern etablierte Wertschöpfungsketten durch die Produktionsumstellung auf alternative Antriebe in ihrer jetzigen Form wegfallen, besteht ein erhebliches Risiko für strukturelle Verwerfungen, die gesamtwirtschaftliche Konsequenzen haben dürfte. Sollte sich das Infektionsgeschehen jedoch schneller kontrollieren lassen, etwa weil ein Impfstoff früher zur Verfügung steht, würde die Unsicherheit über das zukünftige Haushaltseinkommen deutlich sinken und zu verstärkten Anstieg der privaten Konsumausgaben führen.

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