Getreide - Getreide

Hirse: Ukrainische Ernte übersteigt USDA-Schätzung

22. November 2021 14:53, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PEKING/KIEW. Laut den aktuellen Angaben des US-Agrarministeriums ist die weltweite Hirseproduktion geringer ausgefallen als erwartet. In China haben sich die Marktteilnehmer auf ein Preisniveau einigen können. Derweil drücken die schwachen Hirse-Importe nach Deutschland im September die Gesamtimporte dieses Jahres deutlich nach unten.

USDA meldet Erntekorrektur

Das USDA hat seine Schätzung für die weltweite Hirseproduktion nach unten korrigiert. Mit 29,79 Mio. mt liegt die Differenz zum Vorjahr nun bei -8,4% statt der bislang prognostizierten -6,3%. In der Ukraine ist die Ernte inzwischen abgeschlossen und soll ein Ergebnis von 184.700 mt erzielt haben, das deckt sich in etwa mit der USDA-Prognose von 180.000 mt. Dennoch erlebte das Land wie viele andere einen Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr, hier lag er bei 31%. Aber auch Indien, als größtes Anbauland für Hirse, verzeichnet ein Defizit gegenüber dem Vorjahr von 13%. 

Hirseproduktion in 1.000 mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Indien

13.200

11.500

-12,9%

Niger

3.850

3.800

-1,3%

China

2.300

2.300

0,0%

Nigeria

2.000

2.000

0,0%

Mali

1.941

1.800

-7,3%

Sudan

1.920

1.500

-21,9%

Russland

392

300

-23,5%

Ukraine

260

180

-30,8%

Andere

6.674

6.409

-4,0%

Gesamt

32.537

29.789

-8,4%

Quelle: USDA

Septemberimporte drücken Jahresdurchschnitt

Im September 2021 importierte Deutschland 1.432 mt Hirse*, rund 43% weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Ukraine bleibt mit einem Defizit von 12% und einer Menge von 846 mt der mit Abstand wichtigste Lieferant. Gleichzeitig gelang es China mit einem Plus von 75% auf 126 mt den zweiten Platz zu erreichen, während die Importe aus anderen Ländern wie Polen, Österreich und Frankreich massiv nachließen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Kalenderjahres (Jan-Sep 2021) importierte Deutschland insgesamt 20.207 mt Hirse*, rund 6% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Den größten boost erlebten die Importe aus Frankreich, mit einem Einfuhrvolumen von 5.075 mt (+80% ggü. Vj.). Während die Septemberimporte schwächelten, legten die Lieferungen aus der Ukraine (+26% auf 5.412 mt), Österreich (+31% auf 3.938 mt) und Polen (+36% auf 2.193 mt) in der Summe deutlich zu. 

Import Hirse* nach Deutschland in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Ukraine

963

846

-12,1%

China

72

126

75,0%

Polen

285

118

-58,6%

Österreich

474

86

-81,9%

Ungarn

51

74

45,1%

Frankreich

397

62

-84,4%

Russland

88

0

-100,0%

Niederlande

167

15

-91,0%

Andere

16

105

556,3%

Gesamt

2.513

1.432

-43,0%

Quelle: Statistisches Bundesamt / September

*10082900 Hirse (ausg. Körner-Sorghum und Samen zur Aussaat)

Preise in China stabil

In chinesischen Markt haben sich die Exportpreise für geschälte Hirse stabilisiert. Die Käufer haben sich mit dem aktuellen Preisniveau abgefunden und die Anbieter sind zufrieden mit dem, was sie bekommen. Konventionelle Hirse, geschält liegt unverändert bei 1.435 USD/mt FOB Dalian, für Bio-Hirse verlangen die Händler derzeit Preise von 1.560 USD/mt FOB. 

Hirse, China

Sorte

USD/mt

geschält

1.435

Bio, geschält

1.560

FOB Dalian

Weitere Informationen anzeigen:
Preischarts Hirse, China und Indien
weitere Preischarts

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Preischart Bio-Hirse

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
18.01.2022
PEKING/KIEW. Die Ukraine konnte ihre Hirseexporte in den vergangenen Jahren vervielfachen, ein deutlicher Produktionsrückgang dürfte sich allerdings auf das Exportvolumen dieser Saison auswirken. Im chinesischen Markt fehlt es derweil an Nachfrage.
Getreide
17.01.2022
PEKING/MOSKAU. In China ist das Angebot knapp, dennoch wurden die Buchweizenpreise vor dem Neujahrsfest noch einmal angepasst. Derweil sind Deutschlands Importe in dieser Saison bislang um 13% zurückgegangen.
Getreide
15.12.2021
KIEW. Nachdem die Ukraine ihre Hirseexporte in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern konnte, werden diese in der Saison 2021/22 wieder deutlich geringer ausfallen. Grund dafür ist die kleinere Produktionsmenge.
Getreide
06.12.2021
PEKING. In China ist die Nachfrage nach Hirse zurzeit so gering, dass viele Produzenten ihre Arbeit vorübergehend eingestellt haben. Das treibt auch die Preise nach unten.