Hirse: 20% größere Anbaufläche in der Ukraine
18. März 2026 um 11:19 ,
Der AUDITOR
Massiver Ernteeinbruch in 2025
In einem weiterhin vom Krieg geprägten Umfeld bleibt der Markt angespannt und schwer kalkulierbar. Steigende Kraftstoffpreise verschärfen die Situation zusätzlich und erhöhen den finanziellen Druck auf die Branche, so die Experten von Chelmer Foods. Verarbeiter sind mit einer Kombination aus hohen Produktionskosten, instabiler Energieversorgung und logistischen Herausforderungen konfrontiert. Käufer sollten daher weiterhin mit begrenztem Angebot und möglichen Preisschwankungen rechnen.
Das Angebot aus der Ukraine ist weiterhin eingeschränkt. Nur wenige Verarbeiter bieten kurzfristige Lieferungen bis Mai an, so Chelmer Foods in ihrem aktuellen Bericht. Grund seien anhaltende operative Probleme, insbesondere wiederkehrende Stromausfälle, welche die Verarbeitung und den kontinuierlichen Betrieb der Anlagen beeinträchtigen.
Ende Februar hatte das ukrainische Statistikamt die angepassten Produktionsschätzungen für die laufende Saison veröffentlicht. Demnach wurden 2025/2026 insgesamt 59.300 mt Hirse in der Ukraine geerntet, das entspräche einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um das 2,6-fache. Noch im letzten Erntebericht aus dem Januar 2026 hingegen soll die Produktion auf 62.100 mt gekommen sein, bei einer abgeernteten Fläche von 35.800 ha.
Laut UkrAgroConsult sei für die ukrainische Hirseproduktion 2026 eine Anbaufläche von 40.000 ha vorgesehen, was als Anbauplus um 20,5% bezeichnet wurde. Dieser Wert entspricht etwa dem Mittelwert, legt man diesem Anstieg jeweils die Vorjahresdaten des USDA (30.0000 ha auf 36.000 ha) und die der ukrainischen Behörden (35.800 ha auf 43.100 ha) zugrunde. Mit etwa 40.000 ha wäre die Anbaufläche allerdings noch immer deutlich kleiner als in der Vergangenheit – der 5-Jahresdurchschnitt liegt je nach Datenquelle bei 65.000-71.000 ha.
Im Allgemeinen hat sich der Beginn der Aussaat der frühen Ernten in der Ukraine laut den Angaben des ukrainischen Wirtschaftsministeriums um ein bis zwei Wochen verzögert. Ungünstige Wetterverhältnisse wie gefrorene Böden und Schnee bedeckte Felder sorgten dafür, dass die Bauern mit der Feldarbeit warten mussten. Noch sind die Behörden allerdings zuversichtlich, dass die Verzögerungen nicht zu geringen Anbauflächen führen dürften. Zudem können dank groß angelegter Minenräumungsmaßnahmen im ganzen Land weitere 30.000-40.000 ha Land wieder landwirtschaftlich genutzt werden.
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Produktion Hirse Ukraine |
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USDA/FAS |
ha |
mt |
mt/ha |
|
2021/22 |
91.000 |
214.000 |
2,352 |
|
2022/23 |
50.000 |
90.000 |
1,800 |
|
2023/24 |
95.000 |
215.000 |
2,263 |
|
2024/25 |
90.000 |
150.000 |
1,667 |
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2025/26 |
30.000 |
60.000 |
2,000 |
|
Ukrainische Behörden |
ha |
mt |
mt/ha |
|
2021/22 |
81.600 |
205.700 |
2,521 |
|
2022/23 |
44.700 |
101.800 |
2,277 |
|
2023/24 |
79.500 |
180.000 |
2,264 |
|
2024/25 |
88.200 |
161.330 |
1,829 |
|
2025/26 |
35.800 |
62.100 |
1,735 |
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Quelle: USDA/FAS, ukrainisches Landwirtschaftsministerium, ukrainisches Statistikamt |
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EU-Importe aus Russland notieren deutlich höher
Die EU-Hirseimporte dieser Saison sind nach wie vor rückläufig. Vom 01.07.2025 bis zum 15.03.2026 wurden insgesamt 20.406 mt Hirse im Wert von 9,488 Mio. EUR aus Drittstaaten importiert, im Vorjahreszeitraum waren es hingegen 22.854 mt im Wert von 9,809 Mio. EUR. Der durchschnittliche Importpreis ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum hingegen um 7% auf 0,46 EUR/kg gestiegen. Mit 14.877 mt kamen rund 76,2% der Lieferungen aus der Ukraine (-17,4% ggü. Vj.), gefolgt von China (1.118 mt) und Russland (977 mt).
Deutschland war in dieser Zeit der mit Abstand wichtigste Abnehmer, mit 5.070 mt ging rund ein Viertel der EU-Einfuhren dorthin. Des Weiteren gingen 3.330 mt nach Italien (-25,8% ggü. Vj.), 2.980 mt nach Polen (+1.174% ggü. Vj.) und 2.190 mt nach Ungarn (+2.190% ggü. Vj.). Portugals Importe legten im oben genannten Zeitraum um satte 137% auf 1.550 mt zu, während sich die Lieferungen nach Belgien auf 1.420 mt um 45% reduziert haben.
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EU-Import Hirse in mt |
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Partner |
2024/25 |
2025/26 |
Diff. |
|
Ukraine |
18.822 |
15.549 |
-17,4% |
|
China |
1.378 |
1.118 |
-18,9% |
|
Russland |
122 |
977 |
700,8% |
|
Indien |
726 |
889 |
22,5% |
|
Argentinien |
1.176 |
836 |
-28,9% |
|
Kasachstan |
60 |
330 |
450,0% |
|
Äthiopien |
126 |
159 |
26,2% |
|
Kanada |
0,002 |
150 |
n.v. |
|
Australien |
120 |
76 |
-36,7% |
|
USA |
20 |
61 |
205,0% |
|
Andere |
304 |
261 |
-14,1% |
|
Gesamt |
22.854 |
20.406 |
-10,7% |
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Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-15.03. 10082900 Hirse |
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