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HDE fordert Verdopplung der Überbrückungshilfen

11. März 2021 07:24, Der AUDITOR
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FRANKFURT. Beim Einzelhandel stecken viele Unternehmer in einer ausweglosen Lage, weil die Geschäfte wegen Lockdown keine oder nur sehr geringe Umsätze erzielen und auch das Click & Meet nicht die notwenige Belebung des Geschäftes bringt. Aktuelle Hilfsmaßnahmen des Staates reichten vielfach nicht zur Existenzsicherung aus Daher fordert der HDE die Verdopplung der Überbrückungshilfe für März.

Die vom Lockdown betroffenen Einzelhändler verloren in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahr drei Viertel ihrer Umsätze, teilte der Handelsverbands Deutschland (HDE) mit. Das zeige eine aktuelle Umfrage unter mehr als 1100 Unternehmen, hieß es. Rund 45% der Lockdown-Händler sehen sich demnach für den weiteren Jahresverlauf in Insolvenzgefahr. Das seit kurzem zugelassene Einkaufen mit Terminvereinbarung beurteilen 37% der Befragten als negativ oder sehr negativ. Angesichts der für viele Händler weiterhin existenzbedrohenden Lage fordert der HDE nun die Verdoppelung der Auszahlungsbeträge für die Überbrückungshilfe rückwirkend zum 1. März.

Hilfsmaßnahmen reichen für 70% der geschlossenen Händler nicht aus
Danach stecken viele Einzelhändler in einer ausweglosen Lage. Mit den Beschlüssen aus der vergangenen Woche wurde der Lockdown faktisch für zahlreiche Händler bis Ende März verlängert. „Deshalb muss die Politik jetzt Wort halten und effektive sowie ausreichende Unterstützung leisten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. In einer aktuellen HDE-Umfrage zur Lage der Unternehmen in der vergangenen Woche gab knapp die Hälfte der Innenstadthändler an, ohne weitere Hilfszahlungen in diesem Jahr Insolvenz anmelden zu müssen. Der HDE fordert mit Blick auf diese dramatische Situation in der Branche die Bundesregierung auf, die Auszahlungsbeträge der Überbrückungshilfe für März zu verdoppeln. Es ginge jetzt um rasche Soforthilfe, ansonsten kippen ganze Innenstädte, hieß es. Der entsprechende Finanzrahmen sei ohnehin bereits bewilligt, bisher kämen die Gelder schlicht nicht an und das vorgesehene Budget werde nicht ausgeschöpft. „Das Geld muss aus dem Schaufenster und hin zu den notleidenden Einzelhändlern“, so Genth. Die HDE-Umfrage macht denn auch deutlich, dass die aktuellen Hilfsmaßnahmen für knapp 70% der in der vergangenen Woche geschlossenen Händler nicht zur Existenzsicherung ausreichen.

Click & Meet bleibt für viele Händler ein Verlustgeschäft
Als keine wirklich hilfreiche Perspektive bewerten viele Händler das seit Montag in vielen Bundesländern und Regionen mögliche Einkaufen nach Terminvereinbarung. Zwar wollen mehr als 90 Prozent der Einzelhändler ihren Kunden diese Möglichkeit anbieten, knapp ein Viertel der Befragten aber sieht dabei bei hohem Aufwand und großen Kosten nur geringe Umsatzeffekte. 13 Prozent schätzen Click & Meet mit Blick auf Personal- und Gebäudekosten als reines Verlustgeschäft ein.„Auf Dauer können wir so nicht weitermachen. Die Politik muss weg von der Fixierung auf die Inzidenzen und hin zu einem Ansatz, der sich an Infektionsrisiken orientiert“, so Genth. Im Einzelhandel sei die Ansteckungsgefahr auch laut Robert-Koch-Institut gering. Deshalb gebe es keinen Grund mehr für die vielerorts andauernden Ladenschließungen.

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