Getrocknete Pflaumen: EU steigert Einfuhr aus Chile

1. Oktober 2025 um 10:34 , Der AUDITOR
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BRÜSSEL/SACRAMENTO. EU-Länder haben ihre Pflaumenimporte aus Chile in diesem Jahr wieder deutlich gesteigert. In Kalifornien rechnen Experten mit einer kleineren Ernte, aber in gute Qualität.

EU-Importe wieder im Aufwärtstrend

In den ersten neun Monaten dieses Jahres (01.01.-28.09.2025) importierte die EU insgesamt 28.007 mt getrocknete Pflaumen im Wert von 91,845 Mio. EUR aus Drittstaaten, damit ist das Einfuhrvolumen im Jahresvergleich um 7,2% gestiegen. Der Importwert hingegen ging aufgrund des günstigeren Durchschnittspreises um 6,8% zurück. Der durchschnittliche Importpreis lag in diesem Zeitraum mit 3,28 EUR/kg deutlich unter dem des Vorjahres (3,52 EUR/kg).

Die Lieferungen aus Chile sind im Sommer deutlich gestiegen und, so dass die EU-Einfuhr mit 15.827 mt rund 9% über dem Vorjahresvolumen lag. Auch die Einfuhren aus Argentinien und Serbien legten zu. Im Gegensatz dazu fielen die Exporte aus den USA und Moldawien deutlich geringer aus.

Deutschland importierte im oben genannten Zeitraum rund 5.970 mt getrocknete Pflaumen, das sind 76,1% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Währen auch die Lieferungen nach Polen (+6,2% auf 3.580 mt) zulegten, verzeichneten Spanien (-2,7% auf 3.990 mt), Italien (-20,7% auf 3.070 mt) und die Niederlande (-29,9% auf 1.970 mt) rückläufige Einfuhren.

Chilenische Trockenpflaumen, Elliot wurden im europäischen Spotmarkt zuletzt zu Preisen von 2,89 EUR/kg FCA Polen angeboten. 

EU-Import Trockenpflaumen in mt

Partner

2024

2025

Diff.

Chile

14.522

15.827

9,0%

USA

3.597

2.885

-19,8%

Argentinien

2.441

2.468

1,1%

Moldawien

2.521

2.071

-17,9%

Serbien

1.394

1.986

42,5%

Andere

1.653

2.770

67,6%

Gesamt

26.128

28.007

7,2%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-28.09.

08132000 Pflaumen, getrocknet

Größere Früchte, geringere Erträge

Die letzten offiziellen Berichte sprachen davon, dass die Trockenpflaumenproduktion in Kalifornien dieses Jahr ein Ergebnis von 59.000 mt erzielen soll. Marktteilnehmer waren hingegen deutlich optimistischer und schätzten die Produktion auf mindestens 65.000 mt, was allerdings noch immer rund 10.000 mt weniger wären als im Jahr 2024. Berichten von Chileprunes zufolge sorgte der verhältnismäßig milde Sommer dafür, dass die Früchte eine gute Größe und einen hohen Zuckergehalt erreichen konnten. Dennoch, hieß es weiter, bevorzugten es die kalifornischen Pflaumenbauern ihre Anbauflächen nicht zu vergrößern. Stattdessen würden älteren Bäumen auf den Plantagen durch ertragreichere, jüngere ersetzt werden. 

Chile fürchtet Konkurrenz aus China

Laut Bruno Ceroni, kaufmännischer Leiter von Goodvalley, einem mit Chileprunes verbundenen Unternehmen, erlebt die Trockenpflaumenbranche derzeit „eine Phase des Gleichgewichts” zwischen Angebot und Nachfrage. Die weltweite Verbrauchskapazität liegt bei etwa 200.000-220.000 mt pro Jahr, während die jüngste Produktion aufgrund von klimatischen Einflüssen in mehreren Anbaugebieten schwankte.

Für Chiles Exportgeschäfte bleibt China weiterhin die treibende Kraft. Ceroni erklärt, dass Chile im Jahr 2024 etwa 29.800 mt Trockenpflaumen nach China exportierte, was etwa einem Drittel der Gesamtausfuhren entspricht. Auch bei frischen Pflaumen war die Saison 2024 sehr erfolgreich: Zwischen Januar und April wurden etwa 109.000 mt nach China geliefert. Diese Dualität, also der Export von frischen und getrockneten Früchten, gibt den Produzenten Flexibilität, auch wenn sie Risiken birgt, sollte sich dieser Markt abschwächen.

Mit Blick auf das Jahr 2030 geht Ceroni von einem stabilen Basisszenario aus, solange das globale Angebot überschaubar bleibt. Insgesamt warnt er jedoch davor, dass der Wettbewerb härter werden könnte, sollte China beschließen, selbst in großem Umfang getrocknete Pflaumen zu vermarkten. Deshalb, so sein Fazit, sei es entscheidend, diszipliniert zu bleiben: Zukunftsvision, Marktdiversifizierung und Unternehmensnachhaltigkeit seien die wichtigsten Faktoren.

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